Abschwörungsformel der deutschen Gözzendiener

Dieser Formel stammt aus:
"Handwörterbuch der Mythologie" von C.A. Vulpius, 1826

Als eine in wenigen Händen befindliche Seltenheit wollen wir den Lesern das Glaubensbekenntniss noch mittheilen, welches ein deutscher Götzendiener ablegen musste, nebst der Abschwörungsformel, wenn er das Chrsitenthum annahm oder zu demselben bekehrt worden war, nach dem im Jahre 743 auf dem liptinensischen Concilio gegebenen Verordnung, in der Mundart der damaligen Zeiten, als zugleich einer Probe der altfränkischen Sprache.

FRAGE

 

Forsac his tu  Diabolae?

Entsagest du dem Teufel?

ANTWORT

 

Ec  forsacho Diabolae.

Ich entsage dem Teufel.

 

 

FRAGE

 

End allum Diabol Gelde?

Und aller teuflischen Gesellschaft?

End allem Diabolas Wortum und Werkum?

Und allen Teufels Worten und Werken?

ANTWORT

 

Ent ec forsacho allum Diaboles Wordum end Werkum.

Ich entsage allen Teufels Worten und Werken.

 

 

FRAGE

 

Tunaer ende  Woden?

Dem Thor und Wodan?

End  Saxe Ote?

Und der Sachsen' Odin?

Ende allem them Unholdum, the hira genotas sint?

Und  allen Unholden und  bösen Geistern, die mit demselben vergesellschaftet sind?

ANTWORT

 

Thunaer ende Woden ende Saxe Ote ende allum them unholdum, the hira genotas sint.

(Ich entsage) Donar und Wodan und  der Sachsen' Odin und  allen Unholden und  bösen Geistern, die mit demselben vergesellschaftet sind.

 


 

Am Ende folgte das Glaubensbekenntnis der Selbstwilligen oder mit Gewalt Bekehrten;

Ec gelobo in Got allmechtigen Fadäer;

Ich glaube in God der allmächtige Vater;

Ec gelobo in Crist, Godes Suno;

Ich glaube in Christus, Gottes Sohne;

Ec gelobo in halogam Gost.

Ich glaube in den heligen Geist.


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