HERABZIEHEN DES MONDES

Farrar, Janet und Stewart: "Eight Sabbats for Witches", Robert Hale 1983 (die Entlassung der Göttin wurde von Seastrider hinzugefügt). Vertrieben von Ravensong über verschiedene BBS-Systeme, darunter auch Boudicca's Bard.
Aus dem Englischen übersetzt von Vicky Gabriel
© Copyright deutsche fassung: GardenStone, 1999.


In diesem Ritual verkörpert sich die Göttin in der Hohepriesterin. Die Hohepriesterin steht vor dem Altar, welchem sie den Rücken zuwendet. Sie hält den Stab in der rechten und die Geißel in der linken Hand. Sie kreuzt ihre Fäuste und somit auch Stab und Geißel, welche sie dicht über ihrer Brust hält. Der Hohepriester steht vor ihr und sagt:

Diana, Königin der Nacht
In all deiner glänzenden Schönheit,
Scheine auf uns hier,
Und mit deinem silbernen Strahl
Öffne die Tore des Traums;
Erhebe dich glänzend und klar.
Auf Erde und Himmel und See
Deines magischen Mysteriums
Zauber sei geworfen,
Wo immer ein Blatt wachsen mag,
Wo immer die Gezeiten fließen mögen,
Bis alles vergangen ist.
Oh geheime Königin der Macht,
Zu dieser verzauberten Stunde
Erbitten wir deinen Segen.
Möge die Gunst des Glückes
Auf alle wahren Hexen fallen,
Oh Herrin Mond!


Der Hohepriester kniet vor der Hohepriesterin nieder und gibt ihr den fünffachen Kuß; wobei er ihre beiden Füße, beiden Knie, ihren Bauch, beide Brüste und die Lippen küßt. Er beginnt jeweils beim rechten eines jeden Paars. Während der dies tut, sagt er:

Gesegnet seien deine Füße,
die dich hierher trugen.
Gesegnet seien deine Knie,
die vor dem geheiligten Altar knien werden.
Gesegnet sei dein Bauch,
ohne den wir nicht hier wären.
Gesegnet seien deine Brüste,
die in Schönheit geformt sind.
Gesegnet seien deine Lippen,
die die heiligen Namen aussprechen werden.


Für den Kuß auf die Lippen umarmen beide einander in ganzer Länge, wobei ihre Füße jeweils die des anderen berühren. Wenn er den Bauch erreicht, breitet sie ihre Arme weit aus, ebenso nach dem Kuß auf die Lippen. Der Hohepriester kniet wieder nieder und beginnt die Anrufung:

Ich rufe dich an und rufe dich hinab,
unser aller Mächtige Mutter,
Bringerin aller Fruchtbarkeit,
durch Same und Wurzel,
durch Knospe und Stamm,
durch Blatt und Blüte und Frucht,
durch Leben und Liebe rufe ich dich,
herabzusteigen in den Körper
dieser deiner Priesterin.


Während dieser Anrufung berührt er mit seinem rechten Zeigefinder ihre rechte Brust, linke Brust und dann den Bauch, dann wiederholt er dies noch einmal und berührt zum Schluß noch einmal ihre rechte Brust. Immer noch kniend breitet er seine Arme aus und führt sie mit nach vorne gerichteten Handflächen nach unten. Dabei sagt er:

Heil Aradia! Aus dem amaltheischen Horn
Ergieße deine Liebesfülle. Ich knie niedrig
Vor dir, ich verehre dich bis zum Ende,
Mit liebendem Opfer verehre ich deinen Schrein.
Dein Fuß ist an meinen Lippen,

(er küßt ihren rechten Fuß)

Mein Gebet wird hinaufgetragen
Auf den steigenden Wolken des Weihrauchs.
Gib deine uralte Liebe aus, oh du Mächtige,
steige herab, um mir zu helfen, den ohne dich
bin ich verloren.


Der Hohepriester steht auf und geht einen Schritt zurück. Die Hohepriesterin zieht mit dem Stab das anrufende Pentagramm der Erde vor sich in die Luft und sagt:

Aus der dunklen und göttlichen Mutter,
mein ist die Geißel und mein der Kuß.
Der fünffache Stern der Liebe und der Seligkeit,
Ich segne euch in diesem Zeichen.


Der Hohepriester sollte nun in Trance sein. Dies ist ein guter Moment zum Aufladen des Kreises oder um das Hexencredo zu sprechen.

Wenn Aufladung oder Credo durchgeführt worden sind, muß die Göttin entlassen werden. Dies nicht zu tun, würde von schlechter magischer Praxis zeugen.

Der Hohepriester wendet sich zur Priesterin und sagt:

Wir danken unserer Herrin dafür,
daß sie unseren Riten beigewohnt hat.
Wir entbieten die unser Lebewohl,
bis wir dich wieder rufen.
Sei gesegnet.