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Die Messe des Chaos
Fra. .*. Apfelmann
Dieser Ritus kann als Sakrament der Invokation durchgeführt werden, um eine
bestimmte Energiemanifestation hervorzurufen, die der Inspiration, der Divination
oder der Kommunion mit bestimmten Bewußtseinsbereichen dienen soll. Er kann
als Akt der Verzauberung durchgeführt werden, bei dem Zauber mit dem Ziel projiziert
werden, die physische Realität zu verändern. Er kann aber auch abgehalten
werden, um magische Instrumente zu weihen oder Wesenheiten zum späteren Gebrauch
zu evozieren.
Der Ritus besteht aus mindestens folgenden Abschnitten:
Vorbereitung
Absichtserklärung
Invokation des Baphomet
Eid und Beendigung.
Die Vorbereitung besteht aus dem Bereitmachen des Ortes, dem Errichten der Kreise
und Dreiecke, dem Auslegen der Instrumente und Waffen sowie dem Einnehmen jedweder
chemischer oder pflanzlicher Elixiere, die zur Steigerung der Gnosis verwendet werden
koennen.
Bannungsrituale, Mediatationen, Kreistänze und andere Formen vorbereitender
Gnosis können eingesetzt werden, um die Teilnehmer einzustimmen.
Die Absichtserklärung muß
so schlicht, kraftvoll und präzise wie möglich formuliert werden. Indem
er die eventuell zu verwendende materielle Basis empohält, intoniert der den
Ritus leitende Priester die Worte:
"Es ist
unser Wille -",
wobei er das jeweilige Ziel des Ritus formuliert und hinzufügt. Die materielle
Basis kann aus einem beliebigen Lebensmittel bestehen, das geweiht und verzaubert
werden soll. Sie kann eine Sigil sein, mit der ein Zauber verhängt oder ein
Talisman, ein Amulett oder ein Fetisch aufgeladen werden soll.
Sollte die Basis aus einem Sexualelexir bestehen, so stellen sich die Priester mit
leeren Händen auf, da das Opfer aus ihren Leibern besteht.
Die Invokation des Chaos erfolgt durch eine barbarische Zauberformel,
die zusammen mit einer vom Operateur gewählten Gnosis angewandt wird. Die höchste
Lobpreisung des Chaos folgt weiter unten, zusammen mit einer Übersetzung, die
so genau ist, wie es die primitive logische Struktur der deutschen Sprache eben
zuläßt.
Die Sigil
des Chaos wird über
dem Kreis in die Luft gezogen, unterstützt von ihrer Visualisation durch die
Gehilfen, wobei der Priester folgendermaßen anhebt:
OL SONUF VAROSAGAI
GOHU VOUINA VABZIR DE
Ich herrsche über-dich sagt
der Drache Adler des
TEHOM QUADMONAH
ursprünglichen Chaos
ZIR ILE IAIDA DAYES PRAF ELILA
Ich bin der Erste der Höchste
der lebt im Ersten Äther
ZIRDO KIAFI CAOSAGO MOSPELEH TELOCH
Ich bin der Schrecken der Erde die
Hörner des Todes
PANPIRA MALPIRGAY
CAOSAGI
verströmend die Feuer des Lebens
auf die Erde
ZASAS ZASAS NASATANATA
ZASAS
(diese letzte Zeile kann nicht übersetzt
werden)
Währenddessen wird der achtstrahlige
Stern des leuchtenden Chaos ueber dem Kreis visualisiert, und es können Opferungen
von Weihrauch, Blut oder Sexualelixieren dargebracht werden.
Die Invokation
des Baphomet
Der Priester oder die Priesterin, der/die die Manifestation des Baphomet annehmen
soll, kleidet und visualisiert sich in der traditionellen Gottesform dieser Kraftquelle;
als Versinnbildlichung des irdischen Lebensstroms erscheint Baphomet als gehörnte,
tiergestaltige Gottheit mit einem androgynen, geflügelten, reptilischen, säugetierhaften
und menschlischen Aspekt.
Der Priester erweckt in seinem Inneren die als Chi oder Kundalini oder als heilige
Feuerschlange bekannte Kraft.
Andere Teilnehmer können ihn dabei unterstützen, indem sie Gesänge
vortragen wie etwa die unvergleichliche Hymne an Pan, eine Visualisation des umgekehrten
Pentagramms auf den Priester projizieren und, sofern erforderlich, das Osculum Infanum
darbieten. Dieser sogenannte "obszöne Kuß" des Hinterteils
des Teufels ist häufig mißverstanden worden. Alles, was dazu benötigt
wird, ist das Anhauchen des Perineums, der Stelle zwischen Genitalien und After,
wo die Kundalini darauf wartet, erweckt zu werden. Dann schließt der Priester
die Invokation mit der aeonischen Litanei ab:
Im ersten
Äon war ich der Große Geist.
Im zweiten Äon
kannten mich die Menschen als den Gehörnten Gott, als Pangenitor Panphage.
Im dritten Äon
war ich der Finstere, der Teufel.
Im vierten Äon
erkennen mich die Menschen nicht, Denn ich bin der Verborgene.
In diesem neuen Äon
erscheine ich vor euch als Baphomet, Der Gott aller Götter, der bestehen wird
bis zum Ende der Erde.
Der Priester als Baphomet nimmt
nun die materielle Basis auf, die als Mittelpunkt des Ritus dient, und weiht sie
dem Ziel des Rituals mit allen Mitteln, die der Gott ihm abverlangt, vielleicht
durch Wut, durch Gesten oder auch andere, unerwartete Mittel.
Der Eid markiert den Höhepunkt des Ritus.
Indem er die materielle Basis emporhält, bekräftigt der Priester gemeinsam
mit allen anderen Teilnehmern:
"Dies ist mein Wille."
Besteht die Basis aus einem Sakrament,
so wird sie danach verzehrt. Ist es eine Sigil, wird sie vernichtet oder versteckt,
während ein geweihter Gegenstand verhüllt und für den späteren
Gebrauch verborgen wird.
Die Beendigung kann einen Exorzismus des Priesters erforderlich
machen, wenn Trance oder Besessenheit sehr tief waren. Alle baphometischen Symbole
und Gegenstände werden beiseite geschafft, und ein aufrecht stehendes Pentagramm
wird über dem Priester geschlagen. Dann wird eine Vollwaschung des Gesichts
mit kaltem Wasser durchgeführt, und der Priester wird solange bei seinem gewöhnlichen
Namen gerufen, bis er reagiert.
Ein abschließendes Bannungsritual beendet den Ritus.
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