Vorwort


Dieser Überblick über die Germanische Kultur und Geschichte ist gedacht als Gedächtnis- und Assoziationshilfe in einem der Germanischen Tradition entsprechenden mündlichen Vermittlung eines Kulturrahmens, der, bedingt durch dessen Ausdehnung, auch nur sehr allgemein ausfallen kann. Ich möchte die Weltanschauung und die groben geschichtlichen Eckwerte, die unter Anderem zu dieser geführt haben, beschreiben, dabei ist es leider nicht möglich, vor allem nicht in dieser schriftlicher Form, auf die individuell verschiedenen Realisierungen in verschiedenen Epochen und unter verschiedenen Bedingungen einzugehen, da diese den Rahmen eines breiten Fundamentes sprengen würden. Dieses Fundament soll eine vom Interessierten selbst zu entwickelnde Lebenseinstellung und -philosophie für die heutige materielle Welt tragen können, deshalb fließen hier wissenschaftliche Erkenntnisse zur Unterstützung esoterischer ein, um diese auf eine materielle Ebene übertragen zu können. Die praktische Seite der "esoterischen" Aspekte, z.B. die der Magie, können hier nicht behandelt werden, da sie einen kompletten Einweihungsweg darstellen und nur den in der entsprechenden Initiationsstufe befindlichen Personen, den Schülern, zugänglich gemacht werden können.


Drighten Godi
Die "Germanen" in der Geschichte

Die Germanen werden heute als beinahe "mysthisch" zu nennende "Volksrasse" angesehen, zumindest in der Bevölkerung vor allem des Deutschsprachigen Raumes hat sich das Bild vom "hochgewachsenen, blonden Hünen mit blauen Augen" des ausgehenden 19. Jahrhunderts gehalten. Den Menschen jener Epoche, zwischen 1750 und 1900, kann man zugutehalten, sie hätten es nicht besser wissen können, zumal das wissenschaftliche Interesse der Entwicklung der romantischen Verklärung und "Wiederbelebung" des "Germanentums" hinterherhinkte.
Diese Ausrede haben die Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts nicht mehr, wer wirklich bestrebt ist, sich über seine germanischen Wurzeln zu informieren, kann dies inzwischen anhand einer Fülle von Literatur ohne die Befürchtung, ersteinmal irgendwelche politisch- ideologischen Inhalte aussieben zu müssen, tun.

"Die Germanen", so ist dann auch zu aller erst festzustellen, gab es nie. Es gab Menschen, die eine Kultur trugen, die man als eine "Germanische" bezeichnen kann. Kultur besteht aus Einzelkomponenten und aus einigen dieser Komponenten kann man einige Aspekte der Geschichte der Träger dieser Kultur ableiten. Eine Besonderheit dieser Kultur war es, daß diese es vermied, Dinge schriftlich aufzuzeichnen. Das bedeutet, daá die historische Überlieferung in dieser Kultur mündlich stattfand, was es aus heutiger Sicht den Wissenschaftlern fast unmöglich macht, die Germanische Geschichte, d.h. die Geschichte der Träger der Germanischen Kultur, sehr detailliert geschweige denn eindeutig zu beschreiben, da in den seltensten Fällen einer der wenigen noch existierenden Kulturträger unter diesen zu finden ist.
Denn Germanen gibt es auch heute noch, und diese haben, durch christliche Verfolgung und ein Leben im Untergrund hindurch, einiges an mündlicher Überlieferung retten können. Es zeigt sich in der Kombination der Auswertung beider Sichtweisen, daá die Träger Germanischer Kultur die Erfahrung unzähliger Wanderungen und Kämpfe verschiedenster Volksstämme in sich vereinigen.
Die Germanen sind also kein ethnisch oder genetisch reiner "Volksstamm", geschweige denn eine eigene "Rasse" - die Germanischen Völker waren Träger einer gemeinsamen Kultur, und diese war meist das einzige, was sie gemeinsam hatten. Deshalb sind die Begriffe "Germanen" und "Stamm" im Folgenden als Bezeichnung für eine Kulturgemeinschaft zu verstehen, ethnische und genetische Schlußfolgerungen sind schlicht falsch.

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