Germanen und Indoeuropäer


Die kulturellen Wurzeln der späteren Germanen sind im Vorderindischen bis hin zum Kaukasischen Bereich zu finden, dem wahrscheinlichen Entstehungsgebiet einer Kultur, die heute "Indoeuropäisch" genannt wird. Wer diese Kultur vertreten hat und woher diese kam, kann bis heute von den Wissenschaftlern nicht beantwortet werden. Mit der Individualisierung verschiedener Kulturstämme, deren Ursache sowohl in Abwanderungen von Teilen der Indoeuropäischen Kulturträger, die so auf andere Kulturen stießen, die darauf teilweise Eingang in die bis dahin gültigen fanden, als auch in Zuwanderungen auch nichtindoeuropäischer Kulturträger zu suchen ist, entstanden nach und nach die heute bekannten Indoeuropäischen Kulturen, wie z.B. die Kelten, Slawen, verschiedene Mittelmeerkulturen und auch die Germanen.
Nachdem mit dem Ende der Eiszeit die Kälte wich, der "unsichtbare Feind" der Keltischen Überlieferung, und damit die Eiswüsten der Gletscher, "Niflheim", das Land der Frostriesen in der der Germanen, zurückgingen und damit zunächst Mittel-, dann auch Nordeuropa wieder freigaben, machten sich verschiedene Gruppen auf, das nur sehr dünn von wenigen Zurückgebliebenen besiedelte Land in Besitz zu nehmen, die "Streitaxtleute".
Eine Gruppe teilte sich während des Marsches. Während der eine Teil eine südliche Route wählte, um dann erst westlich der Alpen wieder nordwärts zu ziehen, zog der andere Teil gleich nach Norden. Beide Teile spalteten sich noch weitere Male auf, und so entstanden aus der ersten Gruppe die Stämme, die unter dem Namen "Kelten" zusammengefasst werden sollten, aus dem andern die Stämme der "Germanen". Obwohl diese Kelto-Germanischen Vorkulturen sehr verschiedenartig beeinflußt wurden, die einen lernten den nördlichen Mittelmeerraum kennen, die anderen zogen über Steppen- und Sumpflandschaften bevor sie die Ost- und Nordsee erreichten, unterscheidet sie später doch noch so wenig, daá manche Stämme bis heute nicht eindeutig der einen oder anderen Kultur zugeordnet werden können, die Kimbern und Teutonen zum Beispiel, die den Römern schwer zu schaffen machten, hielt man bis vor kurzem für Germanische Stämme und vertraute damit auf die Römische Geschichtsschreibung.
Die Teutonen jedoch waren Kelten, die sich den Germanischen Kimbern auf ihrem Zug nach Süden angeschlossen hatten. Der Zug der späteren Germanen endete in einem Gebiet, das das heutige Dänemark, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern zum Osten und den ostrheinischen Teil der Niederlande zum Westen hin einschloß. Nach Fundorten benannt ist das die Ausdehnung der Harpstedt- und Jastorfkultur.
Da die Sprachforschung von einer ersten Teilung des Urgermanischen in einen Nord- und Südgermanischen Dialekt um das Jahr 200 v.Chr. ausgeht und die Harpstedt- und Jastorfkultur auf das Jahr 500 v.Chr. datiert wird, spricht die Wissenschaft von einer Germanischen Kultur seit etwa dieser Zeit.
Südlich von diesem Gebiet hatten sich Keltische Stämme niedergelassen, die die La Tène Kultur bildeten. Germanische Überlieferung läßt sich jedoch noch weiter zurückverfolgen und stimmt auch hier etwa mit den Sprachforschern überein, die die Urgermanische Sprache auf das 2. Jt. v.Chr. ansetzen.
Um 4000 v.Chr. waren die eiszeitlichen Jagdvölker, die in Europa geblieben waren, dort seßhaft geworden. Da der Germanische Wortschatz zu einem Drittel (!) aus nicht dem Indoeuropäischen zuordnungsbaren Worten besteht und auch nicht der um das 2. Jt. im späteren Keltischen Kulturraum seáhaft gewordenen Megalithkultur zugeschrieben werden können, müssen diese Worte kurz vor 2000 v.Chr. übernommen worden sein. Von wem wird wohl ein Rätsel bleiben.

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