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Die Germanische Frau
In der Germanischen Schöpfungsmythologie wurde das erste Menschenpaar aus Baumstämmen
erschaffen: "Ask" und "Embla". Der polaren Struktur der Natur
entsprechend, und wie die Namen Esche und Ulme zeigen, sind Frau und Mann somit
nicht aus dem selben Holz geschnitzt, also nicht gleich.
Im Gegensatz zur christlich geprägten Wertvorstellung jedoch sind sie als gleichwertig
anzusehen: Zwar in ihrem materiellen Aufbau und Wesen, durch die Verteilung der
Elemente, unterschieden, aber im grundsätzlichen Rahmen des energetischen Aufbaus,
Geist, Seele usw., im Ganzen neun Ebenen umfassend, von denen die Materie nur eine,
die äußere Hülle, ist, gleich, stellen sie die materielle Polarität
zwischen aktiven und passiven Qualitäten ein und der selben Energie, des natürlichen
Gefüges, dar. Die Qualität "Passiv" entspricht also dem Weiblichen.
Passive Elemente sind Erde und Wasser, diese wiederum stehen für die Ermöglichung
von Leben überhaupt, sind dessen Voraussetzung. In "passiven" Zeiten,
wenn nicht gekämpft werden mußte, sondern "Alltag" herrschte,
herrschte die Frau.
Als Symbol dafür trug sie die Schlüssel des Hauses an ihrem Gürtel,
am "Ruhepunkt", dem Heim, hatte sie das Sagen und war somit auch allein
berechtigt, den Sklaven Anweisung zu geben. So behielt sie bei einer Scheidung auch
allen stehenden Besitz außer Waffen und fahrendem Gut, wie Schiffe oder das
Pferd ihres Mannes, also alles, was der Mann nicht in irgendeiner Form "am
Leibe" trug. Während der Mann seine Begründung für eine Scheidung
beweisen mußte, konnte die Frau ihren Mann nach Belieben vor die Tür
setzen, wenn es ihr gerade einfiel. Aus heutiger Sicht erscheint dies sehr gefährlich
für den Mann, aber da die Frau selbst entschied, wen sie heiraten wollte und
unter Berücksichtigung des damaligen Welt- und Selbstverständnisses kam
so etwas selten vor, da ja auch der Mann seine Frau diesem Verständnis entsprechend
behandelte. Kein Germane hätte es gewagt, Hand an seine Frau zu legen, er hätte
sich sein gesamtes "Heil" damit verspielt. Das hieß jedoch nicht,
daá eine Germanische Frau nicht geübt sein durfte im Umgang mit Waffen,
im Gegenteil, mußte sie doch im Notfall ihren Bereich, z.B. ihren Hof, verteidigen
können. Allerdings nahmen Frauen im Allgemeinen nicht an aggressiven Kämpfen,
z.B. Schlachten oder Überfälle, teil, sondern beschränkten sich auf
die Defensive.
Ebenso hatte sie nur indirektes Mitspracherecht, über Einflußnahme auf
ihren Mann, wenn auf dem Thing über solche aktiven Maßnahmen beraten
wurde.
Das Element Wasser steht in Verbindung zum Mond, dieser mit seinem Zyklus mit dem
Zyklus der Frau. Wasser ist das Element der Intuition, des nichtrationalen Wissens,
des Gefühls. Dieser Aspekt der Frau prädestiniert diese zum Wahrsagen,
Sehen des Unsichtbaren und der Heilung. Das waren dann auch die Schwerpunkte, die
Frauen im Priesterstand ausübten. Die "Idisen", vergleichbar mit
den Meisterrängen der "Weisen Frauen" der Kelten, sind das weibliche
Gegenstück zu den Goden. Sie waren Priesterinnen im Meisterrang, allerdings
vertraten sie die weibliche Seite des Schamanismus und unterschieden sich dadurch
stark in ihrer Arbeitsweise von ihren männlichen Kollegen. Als "Hexen"
wurden auch sie später verfolgt und viele endeten auf christlichen Scheiterhaufen.
So zeigt sich die Welt der Frau materiell als strikt getrennt von der des Mannes.
Nur in der gleichberechtigten Verbindung des Weiblichen und Männlichen können
Mann und Frau die Welt im Ganzen erfassen.
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