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Religion und Glaube
der Germanen
Die Germanische Religion ist eine Naturreligion, damit muß man sie eher als
"Weltsicht" bezeichnen, die zu einer bestimmten Selbstsicht und damit
zu einer davon abhängigen Lebenshaltung führt. Hier trennt sich der "Glaube"
von der "Religion", denn der Glaube ist Sache jedes Einzelnen, die Religion
Sache der Priester. Allerdings bestimmt nicht die Religion den Glauben, wie dies
katechistisch- dogmatische Religionen tun, sondern die Religion bietet dem Glaubenden
(Asatru) Antworten und Deutungen auf Fragen und Dinge, die sich der Glaubende nicht
selbst beantworten oder erklären kann. Das Wort "Glaube" allerdings
entspricht nicht ganz dem Inhalt, für den dieses Wort steht. Denn "glauben
heißt, nicht wissen", der Germane jedoch "wußte" in seinem
Sinne (siehe unten).
Der Gode ist verpflichtet, Fragen von Menschen, die sich an ihn wenden, nachzugehen
und zu beantworten. Er ist der Repräsentant des natürlichen Gefüges
(Wyrd), und der Fragende wendet sich nicht an seine Person sondern direkt an die
Natur, mit der er in engster Verbindung zu stehen gelernt hat. Da dies lange Zeit
dauert und dies deshalb zunächst nicht jedem gleichermaßen möglich
ist, steht er als Mittler bereit für Menschen, die einen stärkeren Zugang
zum Gefüge benötigen als sie zu dieser Zeit selbst haben.
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