Germanischer Kultus


Auf dieses Götterverständnis aufbauend lebt der Germanische Kultus. Der Germane ist Teil der Natur und nimmt daher Teil an deren Dynamik.
Die Sonnenwenden und Tag- und Nachtgleichen stellen die Hauptfeste im Germanischen Kalender, zeigt sich hier doch am eindruckvollsten das Wechselspiel von Werden und Vergehen. Die Germanen wußten natürlich, daá dieser Rythmus unbeeinflußbar stattfindet.
Wenn sie am Julfest z.B. der Sonne durch einen Ritus wieder zu größerer Macht verhalfen, geschah dies im Gedanken der Verbundenheit mit dem Gefüge, denn die Sonne würde auch ohne menschliche Hilfe wieder länger am Himmel stehen.
Wichtig ist also, daß der Mensch in seinem Selbstverständnis einen Teil und gleichzeitig ein vollständiges Abbild der Natur darstellt. Wozu eine geistige Trennung von Mensch und Gefüge führt, kann man heute beobachten. In Riten bzw. Götteranrufungen werden ausdifferenzierte Energien der Natur über den dafür zuständigen Gott, oder durch eine Kombination von diesen, freigesetzt, damit diese einen bestimmten Zweck erfüllen, z.B. für eine gute Ernte sorgen oder den Sieg in einer Schlacht bringen.
Denn die Verbindung mit dem Gefüge stellt eine Abhängigkeit in beide Richtungen her, und somit auch einen ebenso ausgerichteten Nutzen.

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