Germanische Magie


Die Germanische Magie ist eng verbunden mit dem Priesterstand, es gab nur sehr wenige Magieausübende, die keine Goden oder Idisen waren.
Da deren Wissen jedoch Geheimwissen ist, was bedeutet, daß dieses nur in Teilen, die dem jeweiligen Einweihungsgrad entsprechen, weitergegeben wird, kann hier nur ein grober allgemeiner Überblick geliefert werden. Da das gesamte Wissen mehrere Jahre Lehre beinhaltet, würde die in dieser Zeit vermittelte Menge sowieso jeglichen kleiner bemessenen Rahmen sprengen. Die magische Ausbildung des Goden und der Idise unterscheiden sich nicht sehr stark, die Unterschiede liegen im Detail und haben ihren Grund in der bereits erwähnten Polarität von Männlich und Weiblich. Auf eine allgemeine Beschreibung der Grundlagen Germanischer Magie haben diese keine Auswirkung, weshalb im Folgenden nur vom Goden ausgegangen wird.

Der Schicksalsbegriff und das Naturgefüge, wie auch seine Aspekte in Form der Götter, setzen den Rahmen der Germanischen Magie und halten sie damit in enger Verbindung mit den Priesterlichen Pflichten, vor allem der, Nichtgeschulten bei gerechtfertigtem Bedarf zur Verfügung zu stehen. Ihr Gebrauch aus rein egoistischen Gründen, wie er sich aus heutiger Sichtweise anböte, ist nicht möglich, da diese Sichtweise die Germanische Egozentrik ausschließt, oder umgekehrt, der Nutzer Germanischer Magie muß eine egozentrische Weltsicht besitzen, durch die dieser garnicht auf die Idee kommen wird, diese aus egoistischen Motiven zu nutzen, da jene eine sich auf die Außenwelt bezogene Weltsicht voraussetzen (und Statutussymbole mit Status gleichsetzen würde, z.B.: bedeutet der Besitz eines Abiturs schon Intelligenz). Schamanismus und Natur:
Seidr Die "horizontale" Magie, die ihre Energie also hauptsächlich aus den Elementen Wasser und Feuer bezieht, ist die älteste Form der Naturmagie, sie findet sich in jeder Naturreligion in fast gleicher Struktur und unterscheidet sich lediglich in ihrer äußeren Form.
Im Germanischen Kulturraum ist dies die "Seidr"- Magie. Ihr Hauptmerkmal ist das weitestgehende Fehlen von "Gerätschaft", wie sie z.B. von der Rennaisancemagie bekannt ist, deren Vertreter bekannt für den Gebrauch von Unmengen an Talismanen, Symbolen und vielen anderen Zusatzgegenständen bekannt sind. Die Seidrmagie nutzt die Energie der Elemente fast unmittelbar, meistenteils direkt über den eigenen Körper. Tiefe Versenkung, absolute Öffnung von Geist und Körper, Trance und Extase sind Kennzeichen dafür, daß die Elemente den Körper in jegliche Richtung durchfließen, geformt werden und selbst formen und sich dadurch in der Innen- und Außenwelt gleichermaßen manifestieren können. Dazu nutzt der Magier materielle Erscheinungen der Elemente in Form von Wasser und Feuer in ursprünglicher Form, und Rauch und Stein oder Holz entsprechend den sekundär entsprechenden aber gleichwertigen Elementen Luft und Erde.
Der alte Indoeuropäische Himmelsgott (*Dyaus), der als THEos, DEus, TeutaTES und eben auch in TYr enthalten ist, sowie die Mutter Erde, die ihrer absoluten Weiblichkeit entsprechend keinen nach außen gerichteten Namen trägt und später von Freya vertreten wurde, standen für diese Urschamanischen Kräfte. Der Extasegott Odin verdrängte dann allerdings mit fortschreitender Ausdifferenzierung und Vergeistigung diese noch sehr materiell verstandenen Kräfte und ersetzte sie durch ein Verständnis für ein fein ausgewogenes Energiegefügesystem, das die materielle Welt durchdringt und die einen Teil dieses Gefüges darstellt.

Die Welt besteht damit aus neun Energieebenen, und da der Mensch diese Welt vollständig abbildet, auch dieser. Diese Ebenen finden sich in den neun Welten wieder, Asgard, Midgard, Helheim, Lj¢ssalfr- und Swartalfrheim vertikal und Niflheim, Muspellheim, Vanaheim und Jötunheim auf der Ebene. Seidr schöpft seine Energie aus den diesen Ebenen entsprechenden Energien und wirkt damit direkt auf diese Ebenen ein.

Die Kraft des Wortes: Galdr Odins Entwicklung steht auch für die weitere Entwicklung der Magie. In der Hängeinitiation, der Selbstopferung am Baum Yggdrasil, der alle Ebenen verbindet und damit das Universum in seiner Gesamtheit darstellt, stellt Odin den Eingeweihten den direkten Zugang zu der von ihm in den Runen ausdifferenzierten Urenergie in ihrer so viel feiner abstufbareren ursprünglichen Form zur Verfügung: dem Wort.
Worte bestehen ausschließlich aus Schwingung, sie sind nicht materiell greifbar, aber auf der materiellen Ebene erfahrbar. Durch das Wort wird Schwingung materiell manifestiert und damit eine ihrer Form entsprechende Wirkung erzielt. Eine besondere Art von Worten sind Namen, und so erklärt sich auch deren besonderes Gewicht in der Germanischen Kultur. Um diese Schwingungen auch auf unbelebte Materie zu übertragen, wurde ein Symbolsystem entwickelt, deren Trägerschwingung nicht akustischer sondern visueller Art war: die Runen. Unter dem Eindruck dieses Selbstverständnisses fällt es nicht schwer zu verstehen, warum diese nie als Schriftsystem vergleichbar mit unserem Alphabet verwendet wurden.
Die Runen sind, wie jede Schrift, Informationsträger, sie stehen für etwas. Im Unterschied zu unserem Alphabet jedoch stehen die Runen für einen bestimmten Teil der neunschichtigen Urenergie, tragen Information, die nicht nur eine, sondern alle Ebenen umfaßt und wirkt dementsprechend auf alle Ebenen gleichzeitig. Deshalb können sie auch nur in einem Zusammenhang genutzt werden, der sich über die materielle Ebene hinaus erstreckt.

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