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Binderunen
Einige Kenntnisse der Runen und der
Zeremonialmagie ist für das Verständnis dieses kurzen Textes erforderlich.
Binderunen sind in den meisten
Fällen passive Zaubermittel. Es liegen Ihnen zugrunde die 24 Runen der alten
magischen Schrift der Germanen. Auch heutzutage noch werden Binderunen von Magiern
aus verschiedenen Schulen der Magie angewendet.
Grundsätzlich wird eine Binderune
geformt, indem man zwei oder mehrere Runen zusammenfügt. Einer der besseren
Quellen über solche Binderunen ist vielleicht das Buch von Stephen Flowers:
"The
Galdrabok: an Icelandic Grimoire",
herausgegeben von Samuel Weiser. Das ist eine Übersetzung eines isländischen
Grimoires des späten Mittelalters aus Island. (Ein Grimoire ist ein Buch, in
dem eine Vielzahl von Zaubersprüchen, Anrufungen und Ähnlichem zusammengeschrieben
ist). Das Interessante an diesem Buch ist unter anderem, dass es den Unterschied
zeigt zwischen Sigillen, anderen magischen Symbolen und Konstruktionen mit Runen.
Galdramyndir sind nach Flowers magische Zeichen, die
möglicherweise ihren Ursprung in den Runen haben. Er schreibt auch über
kodierte Runenformen, die Villuletur oder Villurunir
heissen, und dazu dienen, die Bedeutung des Symbols zu schützen und zu verstecken.
Zum Schützen gibt sogenannte Stabzeichen, die Varnastafir.
Flowers nannt drei Hauptgruppen:
Bandrunir
Binderunen, die deutlich erkennbar
aus dem Zusammenfügen einiger Runen entstanden sind.
Galdrastafr
Magische Stäbe, die wahrscheinlich
ursprünglich Bandrunir waren, aber derartig stilisiert wurden, dass dieser
Ursprung nicht mehr erkennbar ist.
Galdramyndir
Abstrakte Zeichen, die ihren Ursprung
nicht in die Runen haben. Ein Beispiel dieser Zeichen ist der Thors Hammer, die
von vielen Anhänger der germanischen / nordischen Religion getragen wird.
Beim Anfertigen von Binderunen
gibt es teilweise die gleichen Probleme, die es auch bei Sigillen gibt. Man muss
eine ganz klare Idee haben über die Absichten, die man mittels Binderunen erreichen
möchte.
Es ist auch erforderlich, die Bedeutung jeder einzelnen Rune zu kennen, und zu wissen,
wie sie magisch verwendet werden kann. Ein großer Stolperstein für Viele
ist hier, dass die eigene Wahrnehmung der Rune in sehr hohem Maß mit der allgemein
bekannten und akzeptierten Bedeutung übereinstimmen muß. Wenn man eine
bestimmte Rune benutzt aus eigener, abweichender Wahrnehmung, oder bloß, weil
man meint, es könne funktionieren, dann führt
das im Allgemeinen nicht zum erwünschten Erfolg, unter bestimmten Umständen
könnte das sogar zu unglückseligen Folgen führen!
Aus einem Wort, das in Runenschrift
buchstabiert wird, kann man eine Binderune machen, indem man alle Runen dieses Worts
zu einem einzigen graphischen Zeichen zusammenfügt, zu einem Entwurf. Dabei
muss man sich jedoch zuvor entschieden haben, ob man die Binderune zu einem späteren
Zeitpunkt noch erkennen und zurücklesen möchte, oder ob die Neuschöpfung
das Wichtigste sei. Im letzten Fall kann man sich mehr Freiheit erlauben bei der
Stilisierung, im ersten Fall müssen die einzelnen Runen ausreichend erkennbar
gehalten werden.
Ein gut ausbalancierter Entwurf eignet sich bei magischer Anwendung gut für
eher statische Zwecke: Solche Binderunen sind gut anzuwenden für Schutz und
Verhüllung. Wenn der Zweck einer Binderune mehr nach außen gerichtet
ist, z.B. um aktiv Verwirrung zu stiften, dann sollte eine solche Dynamik auch in
dem Entwurf wiederzufinden sein.
Beim Herstellen der Binderunen
soll man sich gut erinnern, ob man nicht irgendwann zuvor einmal Binderunen angefertigt
und aktiviert hat, die zu der neu geplanten Rune im Gegensatz stehen. Die magischen
Folgen eines solchen Fehlers können leicht auf den Hersteller zurückfallen!
Womöglich noch wichtiger
ist zu bedenken, dass eine einmal aktivierte Binderune äusserst schwierig zu
'entbinden' ist. Die einzig erfolgreiche Methode dafür ist, in umgekehrter
Reihenfolge jeden Schritt der Anfertigung und Aktivierung detailgenau durchzuführen.
Aber wie weiss man das nach einem Jahr noch so genau? Man sollte also gut bedenken,
was man mit einer Binderune vorhat: Wie lange soll 'sie' funktionieren? Soll das
zu Bewirkende dauerhaft sein? Vielleicht nur vorübergehend? Und welche Massnahmen
werden getroffen, um die Binderune zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu neutralisieren?
GardenStone
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