Das Märchen
Trollene på Hedalsskogen.
Aus dem Norwegischen übertragen von SvartSol (Caro).
Copyright:deutsche Übersetzung: Caro, 2003. (Caro@boudicca.de)
 

In einem Ort oben in Vågå im Gudbrandsdal lebte in früheren Zeiten eine arme Familie. Sie hatten viele Kinder, und zwei ihrer Söhne im jugendlichen Alter mussten sich ständig im Dorf umhertreiben und betteln.
Deswegen kannten sie alle Wege und Strassen sehr gut und wußten auch vom Pfad nah Hedalen.

Einmal wollten sie dort hingehen. Aber sie hatten gehört, dass einige Falkenfänger sich eine Hütte bei Mæla gebaut haben; da wollten sie auch vorbei um die Vögel zu sehen und zu sehen, wie sie gefangen werden und deshalb nahmen sie den Weg über Langmyrene. Aber es war schon recht spät im Herbst, so dass die Bauern schon die Seter (Almen) verlassen hatten; deshalb konnten sie nirgendwo ein Dach über dem Kopf bekommen und auch kein Essen.

Sie mussten auf dem Weg nach Hedalen bleiben; aber der Pfad war schwer zu erkennen, und als es dunkel wurde kamen sie vom Weg ab. Und fanden auch nicht die Vogelfängerhütte, und bevor sie es ahnten, waren sie mitten im dichtesten Bjølstadskogen. Da sie wussten, dass sie da nicht rauskamen, sammelten sie etwas Holz, entzündeten ein Feuer und bauten sich einen kleinen Unterstand für die Nacht, denn sie hatten eine kleine Axt dabei.

Und so sammelten sie noch Heide und Moos zusammen, woraus sie sich ein Nachtlager bauten. Einige Zeit nachdem sie sich zur Ruhe gelegt hatten, hörten sie etwas, was stark schnaufte und witterte. Die Jungen hörten genauer hin und überlegten ob es ein Tier oder ein Waldtroll war, was sie hörten. Aber so witterte es noch stärker und sagte:
"Es riecht nach Christenblut hier!"

So hörten sie, dass es so stark auftrat, dass die Erde unter ihnen bebte, und so konnten sie ahnen, dass da draußen ein Troll war.
"Gott hilf uns, was sollen wir jetzt tun?" sagte der jüngere zum älteren Bruder.
"Du bleibst hier unter der Kiefer stehen, wo du bist, und sei bereit, die Taschen zu nehmen wenn du sie kommen siehst, und ich werde die Axt nehmen," sagte der größere.

Im gleichen Moment sahen sie die Trolle kommen, und die waren so groß und dick, dass ihre Köpfe bis an die Kiefernwipfel reichten. Aber sie hatten alle drei zusammen nur ein Auge und das gebrauchten sie auch. Sie hatten ein Loch in der Stirn wo es drinnen lag und steuerten es mit den Händen; der, der voran ging musste es haben, und der andere, der hinterher ging, hielt sich hinter dem ersten.

"Mach schnell!" rief der ältere Bruder; "aber lauf nicht zu weit, bevor du nicht siehst wie es weiter geht; da ihr Auge so hoch ist, wird es unangenehm für sie wenn ich von hinten komme."
Der kleine Bruder rannte voran und die Trolle hinter ihm her.

Währendessen rannte der ältere Bruder hinter ihnen her und hackte dem hinteren Troll in den Fuß, so dass der einen unglaublich lauten Schrei ausstieß und der erste Troll so erschrocken war, dass er zusammenzuckte und das Auge verlor, so dass er den Jungen weder sehen noch schnappen konnte. Es war größer als ob jemand riesige Kochtöpfe auf einen Haufen gworfen hätte, so klar war es, dass obwohl es dunkle Nacht war es zum hellen Tag wurde als er durch es hindurch sah.

Als die Trolle merkten, dass man ihnen das Auge entrissen hatte und dass man ihnen Schaden zugefügt hatte, nahmen sie zur Drohung all ihre Boshaftigkeit zusammen, dass der Junge ihnen sofort das Auge zurückgeben sollte.
"Ich habe keine Angst vor Trollen und Schadenszaubern" sagte der Junge.
"Nun hab ich allein drei Augen und ihr drei habt gar keins, und noch müssen zwei den Dritten tragen."
"Wenn wir nicht auf der Stelle unser Auge zurückbekommen, sollst du zu Stock und Stein werden!" drohten die Trolle.
Aber der Junge meinte, dass das zu schnell ginge; er hatte weder Angst vor den Drohungen noch vor dem Zauber, sagte er; sollte er nicht in Frieden gelassen werden, sollte er alle drei zerhacken, so dass sie nur noch wie Gewürm über die Hügel krabbeln.

Als die Trolle das hörten, bekamen sie Angst und versuchten es mit besänftigenden Worten. Sie baten mit noch so schönen Worten darum, dass der Junge ihnen das Auge zurückgäbe, so dass er Gold und Silber und alles was er wünscht bekommen soll. Ja, dachte der Junge, das hört sich gut an, aber er wollte erst das Silber und Gold haben und so sagte er, dass einer von ihnen nach Hause gehen sollte um soviel Gold und Silber zu holen, wieviel in die Taschen der beiden Brüder passte, und außerdem noch zwei gute Schwerter, danach sollten die Trolle das Auge zurückbekommen, aber so lange sollte es bei den Jungen bleiben.

Die Trolle sagten, dass keiner von ihnen gehen könne, wenn sie nicht das Auge bei sich hätten; aber so gab einer der Trolle auf nach der alten häßlichen Frau zu schreien, denn sie hatten auch alle drei ein Weib in ihrem Haufen. Nach einer Weile antwortete es in einem Kampf weit nordwärts. Dann sagten die Trolle, dass sie kommen sollte mit zwei Schwertern und zwei Gespannen voll mit Gold und Silber, und es dauerte nicht lange bis sie ankam. Als sie zu hören bekam, wie alles passiert war, drohte sie auch mit Trollzauber. Aber die Trolle bekamen angst und baten sie, sich vor den Jungen in Acht zu nehmen, denn sie könnte sicher sein, dass die Jungen ihr Auge auch nehmen könnten. So warf sie die Gespanne mit Gold und Silber und die Schwerter hin und zog mit den Trollen von dannen, und seit dieser Zeit hat niemand mehr etwas von den Trollen gehört, die im Hedalswald umherziehen und Christenblut riechen.

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