
30. Drap Niflunga
Mord der Niflunge
Gunnar und Högni nahmen da alles
Gold, Fafnirs Erbe. Da entstand Feindschaft zwischen den Giukungen und Atli. Denn
er beschuldigte die Giukungen, sie seien an Brünhilds Tod schuld. Da verglichen
sie sich dahin, daß sie ihm Gudrun zur Ehe gäben. Dieser aber gaben sie
einen Vergessenheitstrank zu trinken ehe sie einwilligte, daß sie dem Atli
vermählt würde. Atlis Söhne waren Erp und Eitil; aber Gudruns Tochter
von Sigurd war Swanhild. König Atli lud Gunnar und Högni zum Gastgebot,
wozu er sich als Boten des Wingi oder Knefröd bediente. Gudrun ahnte Tücke
und schickte in runischen Zeichen Warnungsworte, daß sie nicht kommen sollten,
und zum Wahrzeichen schickte sie dem Högni den Ring Andwaranaut, an den sie
Wolfshaare knüpfte. Gunnar hatte Oddrun, Atlis Schwester, zur Gemahlin begehrt,
aber nicht erhalten. Da vermählte er sich der Glaumwör und Högni
der Kostbera. Deren Söhne waren Solar und Snäwar und Giuki. Als aber die
Giukungen zu Atli kamen, da bat Gudrun ihre Söhne, daß sie der Giukungen
Leben erbäten; aber sie wollten das nicht. Dem Högni ward das Herz ausgeschnitten
und Gunnar in den Schlangenturm geworfen. Er schlug die Harfe und sang die Schlangen
in den Schlaf; aber eine Natter durchbohrte ihn bis zur Leber.
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