Die Geschichte der Friesen
Durch Redbad
Übersetzt von Susanne Dieck

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- Erster Teil - (1750 v. Chr. - 785)

 

Die Ursprünge der Friesen (1750 v. Chr. - 700 v. Chr.)



Die Ursprünge der Friesen liegen in einem Gebiet, das den Süden Skandinaviens, Dänemark und die Weser/Oder-Region umfasst. Im Zeitraum zwischen 1750 und 700 v. Chr. gehörten sie noch einer größeren Volksgruppe, den Germanen, an. Diese größere Gruppe bestand hauptsächlich aus Angehörigen der nordischen Rasse mit länglicher Schädelform. (Unter diesen Nordmenschen lebte eine kleinere Gruppe von Menschen mit kurzer Schädelform, welche vermutlich den Rang von Sklaven innehatten).

runes


Runenverzierter Gold-Brakteat (fozo gruoba) von 750, gefunden in Hitsum (Fryslân).


Nach 1400 v.Chr. breiteten sich die Germanen weiter in Richtung Südeuropa aus.

Um 800 v.Chr. hatten sich die ursprünglichen Germanen in eine West-, Ost- (Goten und Vandalen), sowie die Nordgemanische Gruppe (Skandinavier) aufgespalten. Die Unterschiede lassen sich anhand von Sprache und Kultur feststellen. Am Ende der Bronzezeit (700 v.Chr.) hatten sich die Westgermanen bis in die Küstengebiete Nordwestdeutschlands (die heutige Gegend um Hannover) ausgebreitet.

Die Westgermanen lassen sich mittels religiöser Linien in drei Volksstämme unterteilen: die Ingwäonen, die Istwäonen und die Hermionen, wobei die die Friesen zu den Ingwäonen gehören. Die Bezeichnung Ingwäonen ist von dem Namen des Gottes Inguz abgeleitet, als dessen Nachkommen sich die Friesen betrachteten. Inguz ist ein anderer Name für den germanischen Gott Freyr.Andere Stämme, die zu den Ingwäonen gehörten, waren die Jüten, die Warnen, die Angeln und die Sachsen. Von diesen Stämmen waren die Sachsen am nächsten mit den Friesen verwandt. Die Ingwäonen lebten in den Küstengebieten entlang der Nordsee. Die Chauken, auch ein Stamm, der entlang der Nordsee lebte, gehörten zu den Hermionen.

Vom Nordwesten Deutschlands aus, genauer gesagt, von den Küstengebieten an den Mündungen der Flüsse Ems und Weser aus, kolonisierten die Ingwäonen die Küsten/Lehm-Gebiete der heutigen niederländischen Provinzen Friesland und Groningen (700 - 600 v. Chr.).



Die heidnische Periode in Friesland (700 v. Chr. - 800)
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Etwa zwischen 700 und 600 v. Chr. kolonisierten die Vorfahren der Friesen die Küsten/Lehm-Gebiete der heutigen niederländischen Provinzen Friesland und Groningen.

Fryslân (Friesland) im siebten Jahrhundert v. Chr. (Die ersten Siedler)

 

1. Lehm: die ersten Friesen siedelten in den gestreiften Bereichen

2. Torfmoor: unbewohnt

3. Sand: gestreifter Bereich ist unbewohnt

4. Schlammzone: unbewohnt

5. Örtliche Torfmoorformation: unbewohnt (später als Westfriesland bekannt)
* gepunktete Linie = heutiger Grenzverlauf

Die größte Gruppe kam aus der Ems/Weserregion. Später kamen auch Menschen aus den höher gelegenen sandigen Regionen im Osten Frieslands her (heute: Drente) Zwischen 700 und 400 v. Chr. konnte man noch nicht von einer einzelnen friesischen Volksgruppe sprechen, weil immer noch eine homogene Kultur zwischen Texel (Niederlande) und der Weser (Deutschland) existierte.

Zwischen 400 und 200 v. Chr. fanden bedeutende kulturelle Änderungen statt. Von der Stadt Leiden im Süden bis nach Delfzijl im Norden entwickelte sich eine Urform der friesischen Kultur. 200 v. Chr. existierte eine eindeutig friesische Kultur zwischen den Flüssen Ems (Deutschland) und Wijk-bij-Duurstede (Niederlande). So wurden die Friesen erstmalig eine eigenständige Volksgruppe.

Nördlich der Ems lebte der Volksstamm der Chauken. Eine interessante Tatsache ist, dass die Chauken hauptsächlich zur Rasse der Falen gehörten (länglicher Schädel, breiteres Gesicht) - die Friesen jedoch hauptsächlich zur nordischen Rasse (schmaler Schädel, schmales Gesicht). In der Region, die heute als die Provinz Groningen bekannt ist, verschmolzen zu dieser Zeit beide Rassen. Auch lebte eine kleine Gruppe Menschen nicht-germanischen Ursprungs mit kurzer Schädelform unter den nordischen Friesen. Diese Menschen lebten vor der germanischen Invasion in den Niederlanden und waren wahrscheinlich prä-indogermanischer Herkunft.


Warftbauer


Zwei Jahrhunderte nach der Besiedlung des Lehmbezirkes begann der Meeresspiegel anzusteigen. Um die regelmäßige Überschwemmung ihrer Gehöfte zu verhindern, begannen die Friesen Erdwälle - sogenannte Warften - zu errichten. Da der Meeresspiegel mehrfach anstieg, und dieser Anstieg meist mit Sturmfluten einher ging, gab es folglich auch mehrere Warftbau-Perioden, welche zeitlich mit dem Anstieg des Meeresspiegels übereinstimmen.
Es gibt drei verschiedene Warftbau-Perioden: Die erste 500 v. Chr., die zweite 200 v. Chr. bis 50 v. Chr., und die dritte 700. 250 waren der Anstieg des Meeresspiegels und die gleichzeitig stattfindenden Sturmfluten derart vehement, dass beinahe alle Friesen dem Lehmbezirk verließen und erst 400 zurückkehrten.


Kontakt mit den Römern

Als Julius Cäsar das keltische Galizien (heute Frankreich und Belgien) zwischen 58 und 50 v. Chr. eroberte, verschob er dadurch die Grenzen des Römischen Reiches bis zum Rhein. Zu dieser Zeit lebten die Friesen noch nördlich des Rheins und befanden sich folglich ausserhalb der Grenzen des Römischen Reiches. Kaiser Augustus (28 v. Chr. - 14) wollte jedoch die Elbe anstelle des Rheins zu ihrer Nordgrenze machen. Folglich würde das gesamte friesische Volk unter den Einfluss des Römer fallen. Als Drusus und seine Armee um 12 v. Chr. den Rhein erreichten, entschlossen sich die Friesen zur Zusammenarbeit mit dem Römern. Sie handelten mit Drusus einen Waffenstillstand aus, aufgrund dessen sie regelmäßig Steuern in Form von Rinderhäuten zu entrichten hatten. Unter Kaiser Tiberius wurden die Steuern jedoch derart hoch, dass die Friesen sich nicht länger in der Lage sahen, sie zu zahlen. Das Ergebnis davon war, dass die Römer ihnen zuerst das Vieh, dann das Land, und schliesslich ihre Frauen und Kinder nahmen, um sie in die Sklaverei zu verkaufen. 28 lehnte sich das friesische Volk auf und hängte die Steuereintreiber. Daraufhin entsandten die Römer ihre Legionen, welche auf diesem Rachefeldzug Friesland erobern und die Friesen bestrafen sollten. Dieses Unterfangen scheiterte jedoch in der Schlacht im Hain der Baduhenna. Seitdem war der Name der Friesen in Rom gefürchtet. Da die Römer jedoch auf Grund innenpolitischer Probleme auf Vergeltungsmaßnahmen verzichteten, war Friesland für die folgenden 20 Jahre frei.

Im Jahre 47 vereinbarten die Friesen einen weiteren Waffenstillstand mit den Römern, und zwar mit Corbulo. Es wurde vereinbart, dass der Rhein die von beiden Parteien zu respektierende Grenze sein sollte. Friesland würde so zwar unter römischen Einfluss geraten, jedoch nicht mehr besetzt werden.

58 besiedelten die Friesen einen unbewohnten Streifen des Landes südlich des Rheins und verletzten auf diese Weise ihre Vereinbarung mit Corbulo. Zwei friesische Anführer, Verritus und Malorix (dies sind die römischen Übersetzungen ihrer friesischen Namen), begaben sich nach Rom, um den römischen Kaiser Nero zu bitten, ihnen zu gestatten, in dieser Region zu leben. Bedauerlicherweise wurden die Friesen gewaltsam aus der Region südlich des Rheins entfernt.

69 lehnten sich auch die Bataver (ein aus dem Landesinneren der Niederlande stammender germanischer Stamm, und gleichzeitig südlicher Nachbar der Friesen) gegen die römische Besatzungsmacht auf. Diese Region war der nordwestliche Grundstein des Römischen Reiches. Die Friesen und die Canninefaten (ebenfalls ein germanisches Nachbarvolk der Friesen im Westen der Niederlande) verbündeten sich mit den Batavern, doch leider wurde der Aufstand von den Römern niedergeschlagen. So blieb der Rhein die Grenze des Römischen Reiches, bis zu dessen Fall im Jahre 410.

Um 250 verschwanden beinahe alle Friesen aus den Küsten/Lehmgebieten Frieslands, und der Anstieg des Meeresspiegels würde es auch in den nächsten 150 Jahren unmöglich machen, in den Küstengebieten von Friesland der Jahre (250 - 400) zu leben. In dieser Periode entstand aus einem Teil der Friesen und der Chauken (ein benachbarter Norden des germanischen Stammes von Friesland) ein neues Stammesbündnis: die Franken. Dieser Volksstamm wanderte später nach Süden aus, um das Fränkische Reich zu gründen (das heutige Frankreich). Nach 400 stieg der Meeresspiegel nicht weiter an. Das friesische Volk und seine Adligen kehrten daraufhin in den Lehmbezirk Frieslands zurück, welcher bis dahin bereits von den Völkern von der Elbe- und Schleswig-Holstein-Region kolonisiert worden war. Diese Stämme verschmolzen mit den Rückkehrern. So entstand der Stamm der Friesen, wie wir ihn heute kennen.

Im Jahr 300 hatten andere kleinere westgermanische Stämme auch die größeren Stammesgruppen gebildet – die Alamannen, Sachsen, Thüringer und Baiern. Der Stamm der Chauken ging im Stamm der Friesen und Sachsen auf.


Die Zeit der Völkerwanderung (350 - 550)

Zwei Jahrhunderte lang (350 – 550) schwappte die Welle der Völkerwanderung über Europa hinweg. Nach dem Fall des Römischen Reichs zogen germanische Stämme durch ganz Westeuropa, und in den neu eroberten Gebieten entstanden neue Stämme. Zum ersten Mal bildeten sich große organisierte germanische Staaten, wie die der Jüten, Sachsen, Angelsachsen, Franken, Burgunder, Westgoten, Ostgoten, Vandalen und Friesen.

Etwa um 450 überquerten einige Angeln, Sachsen, Jüten, sowie ein Teil der Friesen die Nordsee und gründeten das angelsächsische Reich (das heutige England). Die Friesen kolonisierten die Grafschaft Kent im Südosten Englands. Um 480 gründete Clovis das Fränkische Reich (das heutige Frankreich). Wie bereits erwähnt, stammen die Franken von den Chauken und den Friesen ab.

Um 400 begannen die Friesen mit dem Aufbau ihres friesischen Reiches. 500 und besonders 600 waren Zeiten der schnellen Expansion, und der Handel nahm stark zu. Im 7. Jahrhundert, auf dem Höhepunkt seiner Macht, bestand das friesische Reich aus den Küstengebieten von Nordbelgien bis zum Süden Dänemarks. Auch stand ein großer Teil der Nordseehandelslinien von Friesland nach England, Frankreich, Skandinavien und dem Nordwesten Russlands unter friesischer Kontrolle. Alles in allem scheint die Zeit der Völkerwanderung nur geringen ethnischen Einfluss genommen zu haben.



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Im 6. Jahrhundert wurden die Friesen erstmals wieder in den Schriften erwähnt. Ein "Großfriesland" (Magna Frisia) war entstanden, welches aus einem langen schmalen Landstreifen entlang der Nordsee bestand - vom Swin (Belgien) im Süden bis zur Weser (Deutschland) im Norden. Dieses historische friesische Reich bestand von 500 bis 719 Nachbarvölker waren im Norden und Osten die Sachsen, im Süden die Franken, und im Westen über der Nordsee die Angelsachsen.


Die Ausbreitung der Friesen unter heidnischen Königen (400 -719)


Über diesen geschichtlichen Zeitraum ist nur wenig bekannt, denn es gibt keine historischen friesischen Aufzeichnungen, und nur wenige Dokumente fränkischen und angelsächsischen Ursprungs. Auch vermitteln die fränkischen Schriften nicht immer ein historisch korrektes Bild der Friesen. Da die Friesen seit dem Übertritt der Franken zum Christentum unter Clovis (496) zum Hauptgegner geworden waren, wurden die fränkischen Texte aus politischen und religiösen Gründen entsprechend manipuliert.

Clovis konvertierte aus rein machtpolitischen Gründen zum Katholizismus, da er während der Aufbauperiode seines Reichs auf die Unterstützung des gallo-romanischen Adels in Frankreich und der Kirche in Rom angewiesen war (beide waren nun einmal katholisch). Andere germanische Stämme in der ehemaligen Hemisphäre des Römischen Reiches (Goten und Vandalen) hatten eine Form des Christentums entwickelt, welche mehr der Denkweise der germanischen Völker entsprach: den Arianismus. Die germanischen Stämme im Norden, einschliesslich der Friesen, praktizierten noch den Glauben ihrer Vorfahren, heute Odinismus oder Asatru genannt. In diesem Artikel wird die Bezeichnung "Heide" verwendet. Durch ihren Wechsel zum katholischen Glauben wurden die Franken automatisch zu den größten Gegnern der Friesen.

Um 500 hatte Clovis sein fränkisches Reich errichtet, welches mit dem Segen des Papstes in Rom das Erbe des Römischen Reiches antreten sollte. Die Nordgrenze dieses Reiches wurde durch die an das friesischen Reich grenzenden Städte Utrecht und Dorestad gebildet. Nach dem Tod von Clovis 511 nutzten die Friesen die im fränkischen Reich ausgebrochenen Machtkämpfe zur Eroberung der Städte Utrecht und Dorestad, welche für über hundert Jahre friesisch bleiben sollten (511 - 628). Die Einnahme dieser beiden Städte war für die Friesen von großem Interesse, da sie die Handelsverbindungen mit den sächsischen und fränkischen Hinterland und der Nordsee waren. Im 6. und 7. Jahrhundert kontrollierten die Friesen den Handel auf der Nordsee beinahe vollständig, so dass man zu dieser Zeit von der Nordsee als dem "Mare Frisicum" sprach.

Aus religiöser Sicht wurde das friesische Heidentum nicht länger vom fränkischen Christentum bedroht, da es keinen Rückzugspunkt wie seinerzeit Utrecht gab.

Im Jahr 628 besiegte der christliche Frankenkönig Dagobert das aus heidnischen Sachsen und Friesen bestehendes Heer. Infolgedessen fiel die Stadt Utrecht an die Franken. Dagobert liess eine Kirche in Utrecht errichten und bestellte einen Bischof, welcher die Friesen christianisieren sollte. So wurde das Christentum für die Franken ein Mittel zur Zerstörung der friesischen Unabhängigkeit nördlich des Rheins.

König Finn Folcwalding (vermutlich Anfang des 6. Jahrhunderts)

König Finn war möglicherweise ein friesischer König im 6. Jahrhundert. Er wird jedoch nur in den angelsächsischen Epen erwähnt (Widsith, Beowulf und Finnsburg-Fragment), die ca. 50 bis 100 Jahre später geschrieben wurden.

König Eadgils (? – 677 )

König Eadgils war der erste namentlich bekannte friesische König. Er wurde von zwei christlichen Schreibern namens Beda und Eddius in ihren Arbeiten erwähnt. Während der Regierungszeit von Eadgils lebten Friesen und Franken im Frieden miteinander. Dafür gab es zwei Gründe: erstens stritten sich die Franken immer noch darum, wer von ihnen die Nachfolge an der Spitze des von Clovis aufgebauten fränkischen Reiches antreten sollte. Zweitens liess Eadgils Bischof Wilfried, welcher ein willfähriger Untertan Roms und der Franken war, das Christentum frei in den friesischen Gebieten verkünden. Diese friedlichen Zeiten sollten sich jedoch 10 Jahre später abrupt ändern – als Redbad König der Friesen, und Pipin König der Franken wurde.

König Redbad (679 - 719)

Der heidnische König Redbad ist der größte Volksheld der Friesen. Er war der Verteidiger der Freiheit Frieslands gegen die eindringenden Armeen der Franken und die Römische Kirche. Redbad war Heide mit Leib und Seele. Als im Frankenreich Uneinigkeit herrschte, wer der neue Herrscher sein sollte, griff er die Franken an, nahm Utrecht ein und zerstörte die Kirche. Das Christentum wurde dann aus dem friesischen Reich getilgt.

Im Jahr 689 führte Pipin II die fränkischen Eroberungsfeldzüge in den friesischen Ländern und nahm Dorestad ein. Zwischen 690 und 692 fiel auch Utrecht in die Hände von Pipin. Auf diese Weise konnte er die wichtigen Handelsverbindungen vom fränkischen Hinterland zur Nordsee über den Rhein kontrollieren. Als Pipin 714 starb, machte Redbad sich dies zu Nutzen. Er schlug die unter dem Befehl von Charles Martel stehende fränkische Armee 716 bei Köln, und gewann so das friesische Reich zurück. König Redbad starb 719 und hinterließ ein großes heidnisches Friesland.




König Poppa (Hrodbad) (719 - 734)

15 Jahre nach dem Tod Redbads war Charles Martel am Gipfel seiner Macht angelangt und sah nun die Gelegenheit gekommen, sich dem Frieslandproblem zu widmen. 734 entsandte er seine Streitkräfte nach Friesland. Im friesischen Landesinneren wurde auf dem Fluss Boorne (Middelzee) die entscheidende Schlacht geschlagen. Poppa (eingentlich: Hrodbad), Anführer der Land- und Seestreitkräfte Frieslands und Sohn Redbads, war jedoch nicht so erfolgreich wie sein Vater. Er fand in der Schlacht den Tod, und die friesischen Streitkräfte wurden vernichtend geschlagen.

Friesland wurde bis zur Lauwers Bestandteil des fränkischen Reichs, verlor seine Freiheit und die Kirche fasste Fuß. Der Sohn von Poppa, Abba (eigentlich: Alfbad), wurde der erste friesische Graf unter fränkischer Herrschaft (749 - 775). Ostfriesland (östlich der Lauwers) wurde 50 Jahre später erobert. Die Ostfriesen hatten sich mit ihren heidnischen Nachbarn, den Sachsen, verbündet, und Martels Sohn, Pipin der Kleine, sah sich ausserstande, dieses Bündnis zu besiegen. Einzig unter der Führung von Martels Enkel, Karl dem Großen, konnte das von dem legendären Widukind angeführte heidnische friesisch-sächsische Bündnis im Jahre 785 besiegt werden.

Das 8. Jahrhundert war die Geburtsstunde der friesischen Sprache. Dies wird durch phonetische Änderungen in der Sprache deutlich, wodurch die friesische Sprache von den anderen ingwäonischen Sprachen unterschieden werden kann.


Zum 2. und letzten Teil
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