FRIGG - HÖCHSTE UNTER DEN GÖTTINNEN


Die Göttin Frigg ist die Gemahlin des Odin und beide stehen an der Spitze aller Gottheiten. So zumindest zeichnet die Edda das Bild des Pantheons. Unter dem Volk war es jedoch nicht so, daß es einen allgemeinen, höchsten Gott, samt Göttin gab.

Manchmal stand Thor an oberster Stelle, manchmal Tyr - je nach den Interessen der Bevölkerungsschichten dürften sich auch die "Höchsten" geordnet haben. So verwundert es auch nicht, daá Frigg manchmal mit Thor in Erscheinung tritt.
Frigg weiß die Schicksale der Menschen voraus, spricht jedoch nicht darüber. Fensalir (Meersäle) heißt ihr stattlicher Saal in Asgard.
Sie ist Besitzerin des Falkenhemdes, welches sie manchmal Loki leiht.
Sie hat als Ur-Mutter auch Bezüge zur Frau Holle, denn man sagt ihr nach, sie spinne so geschwind, daá die Fäden am Himmel flögen (Altweibersommer). Als spinnende Frau ist sie weithin bekannt: Von der Heilighaltung des Donnerstages, an welchem Haus und Hof für den Besuch göttlicher Wesen hergerichtet werden, geht die Redensart "
helga Toregud och Frigge", dem Gott Thor und Frigg heilighalten.

Frigg wird zum Spinnen und zur Frauenarbeit in Beziehung gesetzt. Während der Donnerstagsweihe darf keine Spindel und kein Spinnrocken berührt werden, denn am Abend, so heißt es, spinne Frigg selber.

Manchmal erscheine auch Thor in ihrer Gesellschaft. Das Sternbild Orion heißt in Schweden Friggetennen und Friggerocken, Spindel und Rocken der Frigg. In christlicher Zeit wurde dann Frigg mit Maria gleichgesetzt und wenn wir heute auf Bezeichnungen wie Marienrocken oder Mariengras stoßen, so ist Frigg gemeint.

Diese Göttin steht wie keine andere mit dem heute so genannten kollektiven Unbewußten in Verbindung, denn wie schon weiter oben gesagt, weiß sie alles, doch sagt sie nichts. Wenn wir uns mit Wahrsagerei oder anderen magischen Techniken auseinandersetzen, ist es hilfreich, vor allem Frigg um Hilfe und Beistand anzurufen.
Der Graureiher steht mit ihr in Verbindung und ebenso der Falke.

Frigg ist die Mutter Balders und Tochter eines (mythologisch) unbekannten Fjörgynn, ihre Dienerinnen heiáen Fulla und Gna. In der Snorra Edda tritt Frigg vor allem im Mythus von Balder hervor, wo sie es ist, die allen Dingen auf der Welt einen Eid abnimmt, ihren Sohn Balder zu schonen, und auf ihren Wunsch reitet Hermodr nach Hel, um Balder auszulösen.

Als göttliches Ehepaar das bei Konflikten der Menschen verschiedene Parteien ergreift, erscheinen Frigg und Odin öfters in der Mythologie. Frigg nimmt dabei öfters die Gegenseite ihres Mannes ein und verhilft so zum Beispiel den Langobarden im Kampf gegen die Wandalen zum Sieg.

Frigg hätte es als höchste der Göttinnen sicherlich verdient, an erster Stelle des Futhark zu stehen und vielleicht sogar das erste Aett nach ihr zu benennen, doch da es sich bei Fehu um eine aktive und feurige Rune handelt, wurde dieses Aett Freyr zugesprochen.
Frigg begegnen uns in ihrem anderen Aspekt nochmals im Futhark, nämlich im Hels-Aett. Ich setze Frigg und Hel nebeneinander, da es für mich die zwei Seiten der Göttin sind.
Interessant erscheint mir weiters die Form von Fehu für Frigg und die Form von Ansuz für Odin - ein deutlicher symbolischer Zusammenhang, welcher uns zum einen auf die unterschiedlichen Rollen von Freyr und Odin aufmerksam machen will, wie zum anderen auf die Streitigkeiten zwischen Odin und Frigg.
Fehu = Frigg würde dann für die feurige Energie stehen, welche die Schöpfung in Gang setzt und Ansuz = Odin für die geistige Luft, welche das Feuer befruchtet. Dies als Denkanstoß für Deine eigenen Forschungen über die runischen Beziehungen.