ULLER - GOTT DER EIBEN


Gylfaginning 29:
Uller heißt ein Ase, Sohn der Sif und Thors Stiefsohn. Er ist ein so guter Bogenschütze und Schneeschuhläufer, daá niemand sich mit ihm messen kann. Er ist schön von Angesicht und kriegerisch von Gestalt. Bei Zweikämpfen soll man ihn anrufen.

Die Eibe ist ein zauberkräftiger Baum, welcher ein vortreffliches Holz für Bögen und Amulette liefert. (Leider gehört sie auch zu den sehr selten gewordenen Bäumen und wir finden meist nur noch mickrige Vetreter ihrer Gattung auf Friedhöfen und in Parkanlagen. Deshalb sollte man von ihr nur tote Äste für die magische Arbeit nehmen oder genaue Rücksprache mit dem Geist des Baumes halten, wenn doch ein frisches Stück Holz für einen Bogen benötigt wird.)
In der Magie steht die Eibe für das Tor zur Unterwelt und als solche fungiert sie auch, wenn man ihre Früchte samt Kern zu sich nimmt, nur daß man dann nicht mehr aus der Unterwelt herauskommt, zumindest in diesem Leben nicht. Ohne Kern genossen, liefern die roten Früchte der Eibe jedoch einen großen Gehalt an Vitamin C und nützlichen Schleimstoffen. Eine dezente Bewußtseinsveränderung macht sich bei übermäßigem Genuß auch bemerkbar.

Uller (altnordisch: Ullr; auch Ullinn) wohnt in
Ydalir (Eiben-Tal), ist Sohn der Sif und Stiefsohn des Thor. Uller ist ein guter Bogenschütze, Schlittschuhläufer und Skifahrer. Zahlreiche Ortsnamen in Dänemark und Norwegen wurden aus seinem Namen gebildet und bei diesen taucht er auch öfters mit anderen Göttern auf und zwar mit: Freyja, Njördr, Odin, Hörn und den Disir.
Besondere Bedeutung kommt noch seinem Schiff (
Ullar skip, Ullar kj¢ll oder Ullar askr) zu, welches eine Kenning für Schild ist.
Uller reist mit seinem Kampfesschild, wobei er es entweder als Schiff oder Ski einzusetzen vermag.
Uller ist ein Wintergott, welcher auch den Thingfrieden bewahrt. Dafür spricht unter anderem der Brauch, bei seinem Ring Eide zu schwören.

Der sternenklare Himmel einer Winternacht erinnert uns an diesen Gott und seine majestätische Kraft. Er sorgt auf allen Ebenen für Klarheit, Gerechtigkeit, Geschicklichkeit und einen reibungslosen Ablauf eines Unternehmens. In rauhen Winternächten, die wir draußen an einem Feuer verbringen, können wir diesem Gott begegnen. Er vermag uns viel über die Listen der Natur zu lehren und uns die Techniken des Bogenschießens beizubringen, wobei es hierbei um die spirituelle Dimension dieser Kunst geht.
Natürlich
ist er auch Gott der Jagd und wenn wir sie aus einer Notwendigkeit (Wende der Not) heraus ausüben, wird Uller uns dabei hilfreich "zur Hand" gehen. Viele Krieger weihten ihr Leben diesem Gott, wie durch Schwertfunde und deren Weiheinschriften belegt ist.
Drinnen, am Kamin, kann man diesen Gott nicht finden, er liebt die frische Luft und die Kälte, wie kein anderer!
Wer zu diesem Gott den poetischen Zugang sucht, findet Weiteres in folgenden Lieder der Edda: Gylfaginning; Skaldskarparmal; Atlakvida; Grimnismal.