Heidnisches Tischgebet

Aus demEnglischen für Boudicca's bard übersetzt
von Vicky Gabriel
© Copyright deutsche Fassung:
Boudicca's Bard, 1999.

 

Ein heidnisches "Tischgebet", daß für Feste oder sogar einfache Mahlzeiten nützlich sein könnte. Wenn man die eingeklammerten Bezüge zu den Göttern streicht, sollte es (in vernünftigem Maß aufgeschlossene) christliche Gäste nicht beleidigen. "Gratia" bedeutet Danke, Dankbarkeit, Güte, Liebenswürdigkeit, Charme, Freundlichkeit etc., alles Einstellungen, die einer zentrierten Mahlzeit förderlich sind. Die Gratiae (Grazien) waren Gottheiten, die "für jene Freude und Schönheit, welche die Segnungen der fruchtbaren Natur hervorbringen und anderer Dinge, die das spontane Gefühl von Vergnügen herrufen, stehen". Zu ihnen gehörten Euphrosune (Freude), Kale (die Schönheit), Aglaia (die Strahlende), Thaleia (die Blühende) und Auxo (die Wachsende) û all das sind Gottheiten, die wir an unserem Tisch willkommenheißen sollten.


GRATIA PAGANA
John Opsopaus

(Die im folgenden erwähnten "Opfer" können in eine kleine Schale oder im Feuer deponiert werden. Eine Person kann amtieren, indem sie Opfer vom gemeinsamen Geschirr nimmt oder es kann jeder von seinem eigenen Geschirr opfern. Ebenso kann jeder von seinem Teller auf einen gemeinsamen Teller opfern.)

Wir danken (Demeter) für die Früchte der Erde.
In Anerkennung unserer Dankbarkeit geben wir von diesem Korn zurück.

(Opfere ein Stück Brot, etwas Korn oder anderes pflanzliches Material.)

Wir danken (Artemis) für die Tiere, die ihr Leben gegeben habe, damit wir Fleisch essen können.
In Anerkennung unserer Dankbarkeit geben wir von diesem Fleisch zurück.

(Opfere ein kleines Stück Fett oder anderes Fleisch.)

Wir sind (Dionysus) dankbar, daß die Natur Nahrung transformiert, so daß sie uns größere Freude bereitet.
In Anerkennung unserer Dankbarkeit geben wir von diesem Wein zurück.

(Gieße ein wenig Wein, Bier etc. oder opfere etwas Käse, Joghurt etc.)

Mögen wir immer den Überfluß der Natur genießen und uns unseres Glücks bewußt sein.

(Die "Gaben" werden während der Mahlzeit zur Erinnerung stehengelassen und danach auf irgendeine Weise der Erde zurückgegeben.)


Da das Ziel der Zeremonie darin besteht, den Teilnehmern ihr Glück und ihren Überfluß bewußt zu machen, ist es besser, sie zu überspringen als sie mechanisch auszuführen.