Heilpflanzen
... wogegen (k)ein Kraut gewachsen ist

Michaela M.
©Copyright: Michaela M., 1998-2005


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Haftungsausschluß: Alle Angaben ohne Gewähr. Der Autor übernimmt keinerlei Verantwortung für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Der Artikel stellt keine Aufforderung zur Anwendung oder Selbstmedikation dar. Für evtl. aus der Anwendung resultierende Schäden wird keine Haftung übernommen.

Inhaltsangabe

1. Allgemeiner Teil

2. Heilpflanzen - Gliederung nach Beschwerden

3. Heilpflanzen - Gliederung nach Alphabet

4. Literaturverzeichnis

 


I. Allgemeiner Teil

I. 1. Einleitung

Diese Zusammenstellung gibt einen groben Überblick über die gebräuchlichsten Pflanzen in der heutigen (Schul-)Medizin. Der Schwerpunkt liegt auf den Pflanzen, die frei erhältlich sind. Die in rezeptpflichtigen, z.T. stark (neben)wirksamen Mitteln vorkommenden Pflanzen (z.B. Roter Fingerhut, Krebsmittel Taxol aus der Eibe) werden nicht aufgeführt. Auf die Nennung von Fertigpräparat-Namen wurde verzichtet,  aktuelle Informationen sind in Apotheken erhältich. Auf andere Therapieansätze, die Pflanzen beinhalten (Homöopathie, Bachblüten, Ayurveda..) möchte ich hier nur kurz hinweisen.

Pflanzenpräparate wirken oft milder und langsamer als andere Medikamente. Die Mehrzahl findet hauptsächlich Einsatz bei leichten, unkomplizierten,"banalen", kurzfristigen Beschwerden und zur Unterstützung bei manchen chronischen Beschwerden. Eine unterstützende, zusätzliche Selbstmedikation mit milden Pflanzenpräparaten verträgt sich meist gut mit anderen Therapieformen, sollte jedoch kein Anlaß sein, auf ärztliche Beratung, Diagnostik oder evtl. empfohlene weitere Therapie, wie Einnahme „richtiger“ Medikamente, zu verzichten.
Vor allem unerklärliche, längerdauernde, schwere oder plötzliche Beschwerden sollten immer zu einem Arztbesuch veranlassen. Auch hinter scheinbar harmlosen Beschwerden kann sich bisweilen eine ernste Grunderkrankung verbergen (z.B. hinter Magenbeschwerden ein Magengeschwür oder gar Krebs). Hier besteht die Gefahr, durch Selbstmedikation die spürbaren Symptome abzuschwächen und den Arztbesuch bzw. Diagnosestellung unnötig zu verzögern – derweil sich die Erkrankung verschlimmert.

Bei uns spielen ca. 300 Pflanzen eine (sehr unterschiedliche) Rolle in der Heilkunst. In sog. Monographien wird ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit wissenschaftlich bewertet, wobei 20% dieser Pflanzen bei der Prüfung "durchgefallen" sind, andere wiederum nur einen Teil dessen halten, was die Überlieferungen der Volksmedizin verspricht. Die Bewertung der Ergebnisse wird jedoch erschwert durch die Tatsache, daß Pflanzen eben nicht nur ein oder mehrere Hauptwirkstoffe, sondern ein Gemisch aus den verschiedensten anderen Substanzen in schwankender Zusammensetzung enthalten, was wiederum die Wirkung beeinflußt. Die Monographien vieler Pflanzen sind älteren Datums und nicht auf heutigem wissenschaftlichen Standard. Neue Studien kosten Geld und Ressourcen, und Pharmafirmen haben eher begrenztes Interesse an der Erforschung von Stoffen, an denen sie kein Patent haben. Die universitäre Forschung hat ein begrenztes Budget, und Studien über Kamillentee lassen sich meist nicht so gut begründen. Daher spielt bei der Bewertung von Heilpflanzen auch heute noch die Erfahrungs- oder Volksmedizin eine Rolle.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe mag manchmal überhaupt erst die Ursache der Wirksamkeit sein (Erleichterung der Aufnahme in den Körper, gegenseitige Wirkungsverstärkung).

Natürlich können auch Heilpflanzen unerwünschte Nebenwirkungen zeigen. Diese sind zwar bei vielen Pflanzen weniger drastisch als bei anderen Medikamenten, oder treten nur bei nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch auf (zu viel, zu lang, innerlich statt äußerlich etc.). Jedoch: Allergiebildung kann bei jeder Pflanze vorkommen. In den letzten Jahren hat man bei einer Reihe von Pflanzen unverhältnismäßige Nebenwirkungen beobachtet und Inhaltsstoffe gefunden, die krebserzeugend sind (Beinwell,Huflattich, fragl. Faulbaum und Bärentraube),  leberschädigend (Kawa-Kawa), nierenschädigend (Wacholder), die ursprüngl. Beschwerden verstärkend (diverse drastische Abführmittel) etc. Kawa-Kawa verlor daher die Zulassung als Arzneimittel. Viele dieser Pflanzen sowie solche, wo jeglicher Anhalt auf  Wirksamkeit fehlt, sind hier daher nicht aufgeführt. Umgekehrt heißt eine Erwähnung hier nicht, daß schon ein wissenschaftlicher Beweis für Wirksamkeit vorliegt.

Menge und Verhältnis der (Haupt-)Inhaltsstoffe sind abhängig von Pflanzensorte, Standort, Jahreszeit, Qualität von Boden und Lichtverhältnissen etc., so daß eine exakte Bestimmung der Mengen u. Dosierung nur mit den Mitteln eines Apothekers bzw. der Industrie möglich ist. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, eine Tasse Kamillentee Sorte A ist nicht genau dasselbe wie eine Tasse der Sorte B.

Es gibt Pflanzen, bei denen heilsame und stark giftige Dosis nahe beieinander liegen (z.B. Roter Fingerhut). Diese Präparate sind daher industriell mit exakt gleichem Wirkstoffgehalt des reinen Hauptwirkstoffs gefertigt und rezeptpflichtig. Von Eigenmedikation ist daher unbedingt abzusehen, es sei denn, man will eine u.U. tödliche Vergiftung riskieren.

Die Medizin verwendet viele der Hauptwirkstoffe in isolierter Form, sei es durch Extraktion aus Pflanzen oder aus synthetischer Herstellung. Da es sich in beiden Fällen um die gleiche, chemisch identische Substanz handelt, ist die natürliche oder künstliche Herkunft ohne Bedeutung für die Wirksamkeit. Allerdings fällt das Gemisch der Nebenstoffe dabei weg. Z.T. wurden die ursprünglichen Pflanzenstoffe durch Abwandlung ihrer chemischen Strukturformel verbessert. Z.B. ist Acetylsalicylsäure  (Wirkstoff von Aspirin, ASS) ist eine wirksamere Abwandlung der Salicylsäure aus Weidenrinde.

Selbstverständlich findet auch eine breite Palette der Zubereitungen (Tee, Tinkturen, Salben, Dragees, Preßsaft etc.) mit dem Wirkstoffgemisch der Pflanze Verwendung. Einen Teil davon kann man zu Hause herstellen, wenn man will, doch das Angebot an fertigen Zubereitungen mit gleichbleibendem Arzneimittel-Qualitätsstandard ist groß. Der geschätzte Anteil der Phytopharmaka (Pflanzenheilmittel) an allen Arzneimitteln auf dem Markt beträgt immerhin ca. 20%.

 

I. 2. Woher nehmen ?

Frische Pflanze: Sammeln, Gartenanbau, Gemüseladen. Getrocknete Pflanze aus Kräuter- u. Gewürzladen oder Apotheke/Reformhaus. Zubereitungen: Selber machen oder fertig kaufen.

Der Gartenanbau vermeidet die Nachteile des Sammelns im Freiland (Verwechslungs- und Vergiftungsmöglichkeiten; lokale Bestandgefährdung; verschmutzte Sammelorte in Nähe von Verkehrsstraßen (Schwermetalle)/ gedüngten Felder/ Fuchsbandwurm im Wald). Keine geschützten Pflanzen sammeln ! Die Apothekentees aus Kulturen sind genauso wirksam wie wildwachsende. Auch kann dort eher als bei selbst hergestellten Tees erwartet werden, dass sie aus wirkstoffreichen Pflanzensorten und ohne Schimmelbildung bei der Trocknung hergestellt sind.

 

I. 3. Hinweise zum Trocknen

Sammelgut von Gras und Steinchen befreien, evtl. waschen und abtrocknen, grobe Stengel und Stiele entfernen. Wurzeln kleinschneiden. Auf Papier oder Tüchern flach ausbreiten, an alle Teile muss Luft herankommen. Langstielige Kräuter in kleinen Sträußen aufhängen. An der Sonne trocknet man nur Wurzeln, Rinde und Samen. Kräuter, Blätter und Blüten im Schatten (im Freien oder drinnen) trocknen. Alternativ: künstliche Trocknung auf oder nahe beim Ofen, Herd, Heizung. Höhere Temperaturen als 35-40 Grad können den Gehalt an ätherischen Ölen u.a. Wirkstoffen erheblich reduzieren.

Korrekt getrocknete Blätter lassen sich knisternd zerreiben, Stengel brechen beim Biegen, Beeren sind auch innen hart, Kräuterbündel rascheln.

Aufbewahren in Säckchen, Dosen oder Gläsern, kühl und trocken; nach ca. 1 Jahr besitzt die Pflanze nicht mehr die volle Wirksamkeit - Bestände erneuern!

 

I. 4. Zubereitungsformen

Die getrockeneten Pflanzen / Pflanzenteile nennt man Arzneidrogen oder kurz Drogen. Die verschiedenen Verwendungsformen von einzelnen Drogen oder Gemischen umfassen:

Tee (Aufguß, Heißaufguß, Infus)

Überbrühen einer bestimmten Menge der frischen oder getrockneten Pflanze mit kochendem Wasser (i.d.R. 1-2 Teelöffel pro Tasse, umrühren, 5-10 min ziehen lassen, abseihen). Tee-Kuren sollten nicht länger als 6 Wochen dauern, bei vielen Pflanzen treten sonst unerwünschte Nebenwirkungen in den Vordergrund. Ätherische Öle, Vitamine gehen z.T. verloren, fettlösliche Substanzen werden schlechter als wasserlösliche extrahiert.

Kalter Aufguß (Mazerat)

Auszug mit kaltem Wasser, in dem die Pflanze 12-24 h zieht, abseihen. V.a. angewendet bei hitzeempfindlichen Inhaltsstoffen u. schleimhaltigen Drogen. Im Vergleich zu heißem Aufguß unvollständigere Extraktion der Inhaltsstoffe.

Abkochung (Dekokt)

Fein zerkleinerte Pflanze wird in kaltes Wasser gegeben und eine best. Zeit gekocht (holzige Teile wie Wurzeln u. Rinde ca. 1/2 h), abseihen.

Tinktur (Fluidextrakt)

Auszug mit Alkohol, Wein oder Essig, in dem man die im Mörser gemahlene Droge ziehen läßt. Tinktur mit Alkohol (60-70%): Gewichtsverhältnis Trockenpflanze zu Alkohol = 1:5 (z.B. 20 g Tr. zu 100 g Alk.). Einige Tage an lichtgeschütztem, kühlen Ort stellen, mehrmals täglich aufschütteln, dann Droge abfiltern und auspressen. In lichtundurchlässigen braunen Flaschen kühl aufbewahren, lange haltbar. In den abgeseihten Pflanzenteilen geht Alkohol verloren, man füllt also die Tinktur mit Alk. bis zum ursprünglichen Gewicht wieder auf.

Sirup

Einfachem Sirup (180 g Zucker in 100 g Wasser) wird Saft, Tee oder Abkochung der Pflanze hinzugefügt. Ohne Konservierungmittel Schimmelgefahr; im Kühlschrank aufbewahren.

Pulver

Getrocknete Pflanze im Mörser zermahlen, grobe Teile entfernen. Einnehmen mit Flüssigkeit, Marmelade, Honig oder ähnlichem.

Breiumschlag

Warmer Umschlag aus frischen, zerkleinerten oder zerriebenen Pflanzen, in ein Säckchen gelegt oder in Stoff eingeschlagen.

Bad

Voll- oder Teilbad (Sitz-, Arm- oder Fußbad) mit Zusatz von Aufguß oder Abkochung (ca. 500 g Trockenkräuter auf 2-3 l Wasser)

Salbe

Salbengrundlage, z.B. Vaseline, plus konzentrierte Wirkstoffe. Ohne Konservierungsmittel nur begrenzt haltbar.

Instant-Tees

Der Drogenextrakt wird sprühgetrocknet. "Echtes" Teepulver enthält neben Streckmittel 30-40 % Extraktgehalt, bei Granulattees nur 4-5% (d.h. mehr oder weniger "Zuckerwasser", kariesfördernd)

Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind frischer Preßsaft, Salate, Marmeladen; Inhalationen von Drogen mit ätherischen Ölen etc.

 

I. 5. Botanische Namen

Lateinischer Name der Pflanzengattung und –art, sozusagen der „Vor-und Nachname“. Diese führe ich aus 3 Gründen an:

1. Vermeidet Mißverständnisse, da es oft mehrere deutsche Namen für dieselbe Pflanze gibt bzw. viele Pflanzen sehr ähnlich heißen, auch wenn sie ganz verschieden sind

2. Erleichtert das Wiedererkennen von Zutaten auf Teemischungen und Medikamentenpackungen (da steht dann z.B. Blüten (flos/flores), Blätter (folia), Früchte (fructus), Samen (semen), Rinde (cortex), Wurzeln (radix/rhizoma), Kraut = die ganze oberirdische Pflanze (herba).

3. Erleichtert das Nachschlagen in Fach- oder Bestimmungsbüchern.

 

 


II. Heilpflanzen - Gliederung nach Beschwerden

II. 1. Verschiedenes

Einschlafstörungen, Schlaflosigkeit, Unruhezustände:

Hopfen, Melisse, Baldrian, Passionsblume

Depressive Verstimmungen, Angst- und Spannungszustände:

Johanniskraut, Baldrian, Melisse, Traubensilberkerze

Reisekrankheit:  Ingwer

Hirnleistungsstörungen: Gingko, Immergrün

Hyperlipoproteinämie (erhöhte Blutfettwerte):. Knoblauch, Bärlauch, Distelöl

Atherosklerose: Knoblauch, Bärlauch, Küchenzwiebel, Gingko

Immunsystem-stimulierend: Echinacea (Sonnenhut), Ginseng, fragl. Mistel

 

II. 2. Verdauungstrakt

Blähungslösend: Kümmel, Koriander, Fenchel, Anis, Sternanis, Schafgarbe, Dill, Majoran, Kardamom, Knoblauch, Bärlauch

Krämpfe von Magen, Darm und Galle: Kamille, Pfefferminz, Schöllkraut, Erdrauch, Uzara, Baldrianwurzel

Appetitanregend, verdauungsfördernd:

a) reine Bitterdrogen wirken über Bitterrezeptoren der Zunge u. fördern Magensaftsekretion

Benediktenkraut, Gelber Enzian, Bittere Schleifenblume, Rhabarber, Löwenzahn, Wegwarte, Chinarinde (Chinin- Bitter Schweppes), Bitterklee

b) aromatische Bitterdrogen

Wermut, Beifuß, Schafgarbe, Engelwurz, Zimt, Pomeranze

c) Scharfstoffdrogen

Koriander, Gelbwurz (Curcuma), Ingwer

Verdauungsbeschwerden allgemein:

Knoblauch, Bärlauch, Dill, Fenchel, Wacholder, Rosmarin, Harungana

Magenbeschwerden:

Schwarzer Tee, Kamille, Pfefferminz, Melisse, Kümmel, Koriander, Süßholz, Majoran

Unspezifischer Durchfall :

Bei anhaltendem Durchfall spätestens nach 3-4 Tagen Arzt aufsuchen !

Gerbstoffe: Blutwurz, Gänsefingerkraut, Eiche, getrocknete Heidelbeeren, Himbeer-, Brombeer-, Erdbeer-Blätter, Schwarzer Tee, Bohnenkraut

Adsorption von bakteriellen Reizstoffen durch Pflanzenkohle-Tabletten.

Konsistenzverbesserung des Stuhls: Apfel (Pektin)

Verstopfung: Ballaststoffe, Bewegung, genügend trinken !

a) Quellende Abführmittel: Lein, Flohsamen, Agar-Agar (aus Algen), Guar, Tragant, Indischer Tragant.

Wirken durch Volumenzunahme des Darminhaltes, dadurch Anregung der Darmbewegungen, gleichzeitig reichlich trinken, sonst drohen Verklebung und Darmverschluß.

b) Anthranoiddrogen: Senna, Faulbaum, Rhabarber, Aloe

Reizwirkung auf Dickdarm, bei längerer Anwendung Verlust von Kalium und Verstärkung der Verstopfung -> Teufelskreis. Pigmenteinlagerung in Darmwand (verschwindet wieder).

c) Sonstige: Feige(mild), Rizinus (nicht in Form der giftigen Samen!), Tamarinde, Mannaesche

Reizdarm:  Leinsamen, Flohsamen, Pfefferminz

Enddarmentzündung:  Sitzbäder mit Kamille oder Gerbstoffen z.B. aus Eichenrinde (Tannin)

 

II. 3. Leber

Gallefluß-fördernd:

Wermut, Schöllkraut, Mariendistel, Löwenzahn Pfefferminz, Rosmarin, Gelbwurz, Ehrenpreis

Leberschützend:

Mariendistel, Süßholz, Zuckerrübe, Artischocke

Bauchspeicheldrüsenschwäche (Pankreasinsuffizienz): Ananas, Papaya

 

II. 4. Atemwege

Schnupfen: Majoran, Pfefferminz, Kamille (auch als Inhalation)

Husten, Bronchitis u.ä.:

a) bei trockenem Reizhusten: reizlindernde Schleimdrogen: Eibisch, Isländisch Moos, Malve

b) bei Schleimbildung: schleimlösende, auswurffördernde (sekretolytische, expektorierende) Drogen:

b1) mit ätherischen Ölen

Innerlich: Fenchel, Anis, Bibernelle

Äußerlich (Einreibung, Bad, Inhalation): Edeltanne, Libanonzeder, Kiefer, Latschenkiefer, Pfefferminz, Eukalyptus, Lavendel, Thymian, Quendel

Diese sind durchblutungsfördernd. Allgemeine NW bei Überdosierung: Benommenheit, Erbrechen, Atemstörungen, Achtung bei Kleinkindern.

b2) Saponinhaltig: Süßholz, Efeu, Senega, Schlüsselblume

b3) Sonstige: Spitzwegerich

Entzündung von Zahnfleisch, Rachen- und Kehlkopf:

Kamille, Salbei, Myrrhe, Thymian, Eibisch, Malve, Blutwurz; auch Rhabarber, Spitzwegerich

Erkältungskrankheiten: Echinacea, Holunder (schweißtreibend), Linde, Mädesüß, Weide.

 

II. 5. Harnwege

Harnwegsinfektion (Entzündung von Blase, Harnröhre, Nierenbecken, Reizblase etc)

Desinfizierend: Bärentraube, Preiselbeere, Wacholder, Meerettich

Harntreibend:  Birke, Ackerschachtelhalm, Goldrute, Brennessel, Sellerie, Bohnenschalen, Orthosiphon, Hauhechel, Hagebuttenkerne

Gutartige Vergrößerung der Prostata

Kürbissamen, Sägepalme, Brennesselwurzel, Zitterpappel, Schwarzpappel

(verbessern nur die Symptome u. erleichtern das Wasserlassen, wirken jedoch nicht gegen die Vergrößerung. Krebsvorsorge nicht vergessen.)

 

II. 6. Herz/Kreislauf

Herzschwäche: Weißdorn, Adonisröschen

Funktionelle Kreislaufbeschwerden: Lavendel-Bäder.

Bluthochdruck: Knoblauch, Bärlauch

Durchblutungsstörungen: Gingko

Venöse Stauungen: äußerlich: Roßkastanie, Buchweizen

 

II. 7. Verletzungen

Stumpfe Verletzungen, Muskelprellung, Verrenkungen, Blutergüsse:

Äußerlich: Arnika, Roßkastanie, Parakresse (Spilanthes), Wintergrün, Johanniskrautöl

Innerlich: Enzymgemische gegen Schwellungen nach Verletzungen (z.B. Bromelain aus Ananas; Papaya)

 

 II. 8. Haut (äußerlich)

Empfindliche Haut: Kamille, Ringelblume, Hamamelis, Aloe

Insektenstiche: Spitzwegerich, Parakresse

Juckreiz: Kampfer, Kamille, Pfefferminz, Thymian, Feldstiefmütterchen

Hautentzündungen: Kamille, Bockshornklee, Leinsamen, Feldstiefmütterchen, Walnuß

Frostbeulen: Eichenrinde

Ekzem: Walnuß, Kamille, Eichenrinde, Feldstiefmütterchen

Übermäßige Schweißbildung: Walnuß, Eichenrinde, Salbei (Salbei auch innerlich)

Neurodermitis: Nachtkerze

 

II. 9. Frauenheilkundlicher Bereich

Beschwerden der Wechseljahre und vor der Menstruation:

Traubensilberkerze (Östrogenwirkung), Keuschlamm (unterdrückt Prolaktin-Hormon), Nachtkerzenöl.

..während der Menstruation: Traubensilberkerze, Schneeball, Roßkastanie

zu starke Monatsblutung oder Blutung nach der Geburt: Hirtentäschel

Brustdrüsenentzündung (Mastitis): Kamille, Hamamelis

vegetative Beschwerden im kleinen Becken: Schafgarbe

 

II. 10. Bewegungsapparat

Rheumatischer Formenkreis:

Äußerlich: Edeltanne, Kiefer, Arnika, Kampfer, Cayennepfeffer

Innerlich: Pfefferminz, Rosmarin, Weide, Brennessel

 




III. Heilpflanzen – Gliederung nach Alphabet

III. 1. Schema:

Pflanze (deutscher und botanischer Name) – Wirkung – Indikationen (Anzeigen) – Zubereitungsform- Nebenwirkungen - evtl. Kontraindikationen (Gegenanzeigen).

 

III. 2. Glossar, Abkürzungen, Anmerkungen:

ÄÖ: Ätherisches Öl
Droge: getrocknete, nicht verarbeitete Pflanze (offizieller Begriff aus der Fachsprache).
NW: Nebenwirkung
BBGK: Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch keine (Nebenwirkungen bekannt)

Anm.: Bei vielen Pflanzen sind bei bestimmungsgemäßen Gebrauch keine ("BBGK") Nebenwirkungen ("NW") zu erwarten bzw. sind nicht bekannt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ! Im Laufe der Zeit können jedoch neue Erkenntnisse über NW vorliegen, daher ist jeder selbst verantwortlich, sich aktuell über mögliche NW, Indikationen und Kontraindikationen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln zu informieren. Besondere Vorsicht gilt bei Anwendung bei Kindern, Säuglingen und Schwangeren. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erhoben !

FP: Fertigarzneipräparat, wie z.B. als Tropfen, Tinktur, Salbe, Kapseln, Dragees, Tabletten, auch industriell angefertigte Filterbeutel, (mikroverkapseltes) Teepulver.

Anm.: Es kommt vor, daß es nur Fertigpräparate gibt und die lose Droge selber nicht erhältlich ist oder keine Anwendung findet. „FP“ im Text ohne spez. Erläuterung bedeutet lediglich, daß Fertigpräparate dieser Pflanze existieren.

 

III. 3. Heilpflanzen, alphabetisch gegliedert

Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)

Innerlich leicht harntreibend; äußerlich für Bäder bei rheumat. Beschwerden. Tee, auch Kaltextrakt. NW: BBGK.

Adonisröschen, Teufelsauge (Adonis vernalis)

Bei leichter Herzschwäche. Droge wird nicht verwendet; nur in Kombinations-FP z.B. Miroton Lösung/Dragees. Nicht bei: Therapie mit Digitalisglykosiden, Kaliummangel. NW: bei normaler Verwendung der Kombi-FP keine; sonst Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen.

Agar-Agar (Gelidium amansii)

Schleimextrakt einer Algenart. Quellendes, mildes Abführmittel. Als FP zusammen mit Paraffin, z.B. „Agarol“.

Anis (Pimpinella anisum)

Das ÄÖ der Anisfrüchte wird z.T. durch die Lunge ausgeschieden und fördert Bildung, Verflüssigung und Abtransport des Schleims. Krampf- und blähungslösend.
- Ähnlich, aber schwächer wirkt Sternanis.

Apfel (Malus domestica)

Bei leichten Verdauungsstörungen oder Durchfall mehrmals am Tag geriebene Äpfel (Quellwirkung u. Verbesserung der Stuhlkonsistenz durch Apfelpektin). NW: BBGK.

Arnika (Arnica montana) - Bergwohlverleih

Blüten. Antimikrobiell, gegen Entzündung und Entzündungsschmerzen, fördert Resorption von Blutungen und Exsudaten. Äußerlich bei Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Blutergüssen, rheumatischen Gelenkbeschwerden, auf Narben, bei entzündlichen Insektenstichen und oberfl. Venenentzündung. Nicht innerlich anwenden.
FP: Gel, Salbe, Tinktur. NW: Bei Auftragen unverdünnter Tinktur auf Haut Rötung, Bläschen, Ekzeme; allergen -> Kontaktdermatitis v.a. bei wiederholter Anwendung. Innerlich: MagenDarmEntzündung, Herzklopfen, Atemnot, Kollaps.

Artischocke (Cynara Scolymus)

Blätter fördern den Gallefluss, angebl. leberschützend. FP. Nicht bei: Verschluss der Gallenwege.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Wurzeln beruhigend, z.T. krampflösend; bei Unruhe, Einschlafstörungen etc. NW: BBGK

Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)

Harndesinfizierend, jedoch nicht harntreibend; evtl. krebserregend bei längerer Anwendung. Nicht bei Kindern unter 12 Jahren. Zahlreiche Fertigpräparate. NW: bei empfindl. Personen Übelkeit/Erbrechen wg. Gerbstoffen.

Bärlauch (Allium ursinum)

Wirkung vergleichbar dem Knoblauch (siehe dort), aber schwächer, da geringerer Wirkstoffgehalt. Verwendung als der Blätter als Salat (Vorsicht beim Sammeln, Verwechslunggefahr mit giftigen Pflanzen, z.B. Maiglöckchen oder Herbstzeitlose !). Fertig: Granulat, Preßsäfte. NW: siehe Knoblauch, jedoch weniger wahrscheinlich.

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Gewürz. Appetit- und magensaftförderend, ähnlich wie Wermut, jedoch schwächer. NW:BBGK

Benediktenkraut (Cnicus benedictus)

Magensaft- und Galleflussförderdernd. FP: enthalten in Tropfen. NW: BBGK.

Bibernelle (Pimpinella major, Pimpinella saxifraga)

Bei Katarrhen der oberen Luftwege, Bronchitis. Als Tee, auch als adstringierendes Gurgelmittel (Aufguß oder Tinktur) NW: BBGK

Birke (Betula pendula - Hängebirke, Betula pubescens - Moorbirke)

Harntreibend ohne Nierenreizwirkung. Birkenteer hautreizend und antiparasitär. FP: Pflanzensaft, Kapseln, Tee, Tee-Instantpulver. NW: Innerlich BBGK. Birkenteer kann bei überempfindlicher Haut unerwünscht stark reizen.

Bitterklee (Menyanthes trifoliata)

Magensaft-fördernd. Bei Appetitlosigkeit u. Verdauungsbeschwerden. Tee. NW: BBGK.

Blutwurz (Potentilla erecta)

Innerlich gegen leichten, unspez. Durchfall; äußerlich bei Schleimhautbeschwerden in Mund und Rachen (Mit unverdünnter Tinktur einpinseln oder Tinktur in Wasser verdünnt zum Gurgeln) NW: innerlich gelegentlich Erbrechen wg. Gerbstoffen.

Bohne (Gartenbohne, Phaseolus vulgaris)

Gering harntreibend. Als Tee. NW: BBGK.

Bohnenkraut (Satureja hortensis)

Adstringierend und desinfizierend; bei Durchfall. NW: BBGK

Brennessel (Urtica dioica, Urtica urens)

Harntreibend, bei Harnwegsentzündungen, Vorbeugung gegen Nierengrieß, gegen rheumatische Beschwerden; Wurzelextrakte verbessern die Symptome der Prostatavergrößerung in den Anfangsstadien, ohne die Vergrößerung aufzuhalten.
Tee, FP: Kapseln/Dragees, Salbe, Pflanzensaft. NW: BBGK; Wurzelextrakt verursacht gelegentlich leichte Magen/Darm-Beschwerden.

Brombeere (Rubus fruticosus)

(Nur leicht) stopfend u. adstringierend durch Gerbstoffe. Bei Durchfall. NW: BBGK.

Buchweizen (Fagopyrum esculantum)

Venentonisierend, kapillarabdichtend; Fertig: Tee, Tabletten. NW: BBGK.

Paprika, Cayennepfeffer (Capsicum annuum, Capsicum frutescens)

Äußerlich antirheumatisch durch Durchblutungssteigerung und Hitzegefühl, innerlich verdauungs- und magensaftfördernd. Als Tinktur, Rheumasalbe, Pflaster. Nicht auf entzündeter, verletzter Haut; nur wenige Tage anwenden, sonst Blasen-und Geschwürbildung. NW: Innerliche Überdosierung: heftige Magen-Darm-Entzündung.

Dill (Anethum graveolens)

Sein ÄÖ regt die Magensaftsekretion an, krampf- u. blähungslösend. Gegen Völlegefühl, Blähungen. FP. NW: BBGK

Echinacea purpurea (Purpurner Sonnenhut)

Innerlich: Immunstimulierend, z.B. bei wiederkehrenden Infekten der Atem- und Harnwege. FP. Nicht bei: Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen, Multiple Sklerose, keine Verabreichung in Spritzenform in der Schwangerschaft. NW: nur bei Spritzenbehandlung: allergische Reaktionen bis zum Schock, Atemnot, Erbrechen, Ausschlag möglich.

Edeltanne (Abies alba)

Äußerlich. Hautreizend, durchblutungsfördernd, Expektorans, bei Rheuma im nicht akuten Stadium. Fertig: Salben, Badezusatz, in Franzbranntwein, Inhalationslösung. Nicht bei: Asthma, Keuchhusten. NW: Verstärkung von Bronchospasmen, mögl. Reizwirkung an Haut/Schleimhaut.

Eibisch (Althaea officinalis)

Reizlindernd bei Katarrhen und Bronchitis. Tee, Sirup, heißer Breiumschlag; in vielen FP. NW: BBGK.

Eiche (Quercus robur)

Äußerlich adstringierend durch Gerbstoffe. Innerlich bei akuten Durchfallerkrankungen. FP: Eichenrinden-Extrakt, Tabletten; NW: BBGK.

Engelwurz (Angelica archangelica)

Magensaft-fördernd, Tee, Tinktur. NW: BBGK, in hohen Dosen wirkt das ÄÖ giftig/abtreibend; evtl. photosensibilisierend.

Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)

Blätter. Nur geringe Wirkung gg. Durchfall (Gerbstoffe), 1TL/Tasse, mehrmals tägl. NW: BBGK

Erdrauch (Fumaria officinalis)

Leicht krampflösend im Gallenbereich. 2 TL/ Tasse, mehrmals tägl. 1 Tasse. NW: BBGK.

Eukalyptus (Eucaplyptus globulus)

Innerlich und äußerlich. ÄÖ wird z.T. über die Lunge ausgeschieden und wirkt dort krampflösend, desinfizierend und auswurffördernd. Aufnahme auch über die Haut mit Durchblutungssteigerung. Bei Erkältung, Bronchitis Öl inhalieren. Fertig: als Salbe, Bad, Öl, Kapseln etc. Nicht bei: Kleinkindern u. Säuglingen im Gesichtsbereich, Erkrankungen von Leber, Magen, Darm und Galle. NW: Selten Übelkeit, Erbrechen, Durchfall durch ÄÖ.

Harongabaum (Harungana madagascariensis)

Stimuliert die Sekretion von Magensaft, Bauchspeicheldrüsensaft und Gallefluss. Nur in FP. NW: BBGK.

Faulbaum (Rhamnus frangula), Amerik. Faulbaum (Rhamnus purshianus/ Cascara Sagrada)

Dickdarmreizendes Abführmittel, Wirkung 6-10 Stunden nach Einnahme. 2g getrockneter Rinde/Tasse bei Hämorrhoiden, Analfissuren etc. Nicht bei: Darmverschluß oder -entzündungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Kinder unter 12 Jahre, Schwangerschaft. Enthalten in vielen FP. NW: BBGK, harmlose Urin-Rotfärbung, Pigmenteinlagerung in die Darmwand. Nicht länger als 1-2 Wochen anwenden, sonst Verstärkung der Darmträgheit. Fraglich krebserregend, keine Langzeitanwendung.

Feige (Ficus carica)

Mildes Abführmittel, fertig in Sirup, Paste oder Fruchtwürfeln. NW: BBGK.

Feldstiefmütterchen (Viola tricolor)

Geringe reizlindernde Wirkung; fraglich wirksam gegen Milchschorf und leichten seborrhoischen Hauterkrankungen. Bei Katarrhen der Luftwege. NW: BBGK.

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Schleim-, blähungs- und krampflösend. Bei Bronchitis, Völlegefühl und sonstigen Magen-Darm-Störungen. Unversiegelte Filterbeutel verlieren schnell das ÄÖ; aus ungestossenen Fenchelfrüchten geht kaum Öl in den Tee über. Also: versiegelte Filterbeutel, mikroverkapselte Teepulver oder frisch zerstoßen. Auch als Sirup oder Fenchelhonig.
NW: BBGK, in Einzelfällen Allergien.

Gelber Enzian (Gentiana lutea)

Appetitanregende Bitterdroge, fördert Magensaftsekretion. Als Tinktur und in Magentees. NW: BBGK.

Gelbwurz, Javanische (Curcuma xanthorrhiza)

Gallefluß-und Magensaftfördernd. Bestandteil von Galle-Leber-Tees. Nicht bei: Verschluß der Gallenwege; bei Gallensteinen nur nach ärztlicher Rücksprache.
NW: Bei Überdosierung bzw. längerer Anwendung Reizwirkung auf Magen/Darm.

Gingko (Gingko biloba)

Nur als Fertigpräparat. Bei Durchblutungsstörungen, Schwindel.
NW: Sehr selten Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, allergische Hautreaktionen, Magen/Darm-Beschwerden.

Ginseng (Panax ginseng)

Findet Verwendung als Tonikum bei Rekonvaleszenz und Erschöpfung, bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit,  oder erhöhter Infektionsanfälligkeit.

Goldrute, Echte (Solidago virgaurea) und Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Harntreibend, bei Infektionen der Harnwege, zur Vorbeugung bei Harnsteinen und Nierengrieß. Tee, FP: Kapseln; mehrere Kombi-Präparate. NW: BBGK.

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

Adstringierend durch Gerbstoffe. Leicht krampflösend. Bei unspezifischem leichtem Durchfall.

Hagebutten (Rosa canina)

In den frischen Früchten viel, in Tees nur noch wenig Vit. C. Die Kerne angeblich leicht harntreibend. NW: BBGK.

Hamamelis (Hamamelis virginiana, Virginischer Zauberstrauch)

Adstringierend durch Gerbstoffe, entzündungshemmend. Äußerlich bei Krampfadern,  Hämorrhoiden; bei Haut-u. Schleimhautentzündungen sowie leichten Verletzungen. Tinktur; Umschläge mit unverdünntem Hamameliswasser. NW: BBGK

Harongabaum (Harungana madagascariensis)

Stimuliert Magensaft, Gallefluß u. Bauchspeicheldrüse. Nur als FP (Tropfen). Nicht bei Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallesteinen, Darmverschluss. NW: keine bek.

Hauhechel (Ononis spinosa)

Blätter mäßig harntreibend, in vielen Tees enthalten, Wirkung bei geringer Dosis fraglich

Heidelbeere ((Vaccinium myrtillus)

Getrocknete Früchte als gerbstoffhaltiges Adstringens gegen Durchfall. Blätter äußerlich adstringierend.

Himbeere (Rubus idaeus)

Blätter. Wirkung und Verwendung siehe Brombeere

Holunder (Sambucus niger)

Blütentee schweißtreibend bei Erkältungen. NW: BBGK

Hopfen (Humulus Lupulus)

Schwach beruhigend. Versuchsweise bei Unruhe, Angst und Schlafstörungen. NW: keine bekannt.

Indische Flohsamen (Plantago ovata)

Quellendes Abführmittel, bei Verstopfung, Analfissuren, Hämorrhoiden, Reizdarm. Wirkung setzt allmählich ein. FP. Nicht bei: Verengungen im Magen/Darm. NW: BBGK. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten, sonst kann ein Darmverschluß entstehen.

Ingwer (Zingiber officinale)

Wurzel. Bei Verdauungsbeschwerden, magensaftfördernd, gegen Reiseübelkeit. FP: Kapseln, Tinktur.

Isländisch Moos (Cetraria Islandica)

Beruhigt Schleimhäute u. mildert trockenen Hustenreiz bei Bronchitis. FP: Pastillen, enthalten in Mischtees.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Innerlich mild antidepressiv, stimmungsaufhellend; äußerlich adstringierend, antibakteriell und entzündungshemmend. Innerliche Anwendung mindestens 6 Wochen, Wirkung setzt langsam ein. Tee, Kapseln. "Rotöl" (öliger Auszug aus ganzer Pflanze) äußerlich bei Verletzungen, Wunden, Narben, Muskelschmerzen. NW: Bei hellhäutigen Personen verstärkte Sonnenlichtempfindlichkeit. Vorsicht: Die Wirkung und Sicherheit von hormonellen Empfängnisverhütungsmitteln („Pille“) kann verringert werden!

Kajeputbaum (Melaleuca cajuputi)

Äußerlich bei Erkältungen. ÄÖ. NW: BBGK.

Kamille (Matricaria chamomilla)

Krampf- und blähungslösend, entzündungshemmend für Magen/Darm, Haut und Schleimhäute. 1-2 TL Blüten/Tasse bei Erkältungen oder Blähungen. Heißes Kamillekissen äußerlich. Fertige Lösungen, Salbe, (Sitz-)bad. NW: Allergien möglich.

Keuschlamm (Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus)

Hemmt das Hormon Prolaktin. Bei prämenstruellen Beschwerden (Ziehen in der Brust) und Wechseljahres-Beschwerden. Droge ungebräuchlich; FP als alkoholischer Auszug

Kiefer, Gemeine (Pinus sylvestris)

Bei Erkältungen. Enthält Terpentinöl. Verwendung und NW: siehe Latschenkiefer.

Knoblauch (Allium sativum)

Antibakteriell, bei Verdauungsbeschwerden, blähungslösend, fördert Magensaft- und Gallebildung. Anti-arteriosklerotisch, senkt LDL-Cholesterin und erhöhte Blutfettwerte; verbessert Fließeigenschaften des Blutes, leicht blutdrucksenkend. Frische Zehen oder FP: Dragees mit Knoblauch-Trockenpulver; Kapseln mit Knoblauchöl. Monopräparate zu bevorzugen, da nur hier Dosis hoch genug. NW: Bei wirksamer Dosierung ist Ausschwitzen u. Ausatmen von Knoblauchgeruch nicht zu umgehen. Bei viel frischem Knoblauch evtl. Magenreizung.

Koriander (Coriandrum sativum)

Gewürz. Regt Magensaftsekretion an, blähungs- und leicht krampflösend. Als Tee. FP: Tabletten, Tropfen. NW: BBGK

Küchenzwiebel (Allium cepa)

Verwendung und Wirkung: siehe Knoblauch, allerdings um einiges schwächer.

Kümmel (Carum carvi)

Krampf-und blähungslösend, antibakteriell. Als Tee. Äußerlich: Einreiben des Oberbauchs mit Kümmelöl in Olivenöl 1:10. FP erhältlich. NW: BBGK.

Kürbiskerne (Cucurbita pepo)

Samen. Bei Reizblase, gutartiger Prostatavergrößerung in den Anfangsstadien (rein symptomatische Therapie mit Verbesserung des Harnflusses ohne Abnahme der Vergrößerung). NW: BBGK.

Latschenkiefer (Pinus mugo)

Bei Erkältung zum Inhalieren, in Bronchialsalben, als Badezusatz. Durchblutungs- und auswurfförderend. NW: BBGK, evtl. Hautreizungen, Verengung der Bronchien (Achtung Asthma, Kleinkinder).

Lavendel (Lavandula angustifolia)

Äußerlich. Hautreizmittel. Bäder mit ÄÖ zur Unterstützung von funktionellen Kreislaufbeschwerden, zur Beruhigung. NW: innerlich ruft ÄÖ in höheren Dosen Benommenheit hervor.

Lein (Linum usitatissimum)

Quellendes Abführmittel bei Verstopfung, Magenentzündung, Reizdarm, Divertikeln, Hämorrhoiden. 2-3mal/Tag 1 EL (leicht gestoßene) Leinsamen mit reichlich Wasser (1:10) – wichtig, sonst kann ein Darmverschluß durch unzureichend aufgequollene Samen entstehen. Äußerlich 30-50 g Leinsamenmehl für feuchtheiße Kompressen. NW: nur bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr: Blähungen, Darmverschluß.

Linde (Tilia cordata, Tilia platyphyllos)

Blüten angeblich schweißtreibend, bei Erkältungen 1TL/Tasse, mehrmals tägl. 1-2 Tassen.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Bittermittel, fördert Magensaft und leicht Gallefluß, bei Appetitlosigkeit. Nicht bei: Verschluß der Gallewege, Vereiterung der Gallenblase, Darmverschluß. Als Tropfen, Tee oder Pflanzensaft. NW: BBGK.

Majoran (Origanum majorana)

Verwendung mehr als Gewürz. Das ÄÖ darin ist magensaftfördernd u. blähungslösend. Als Teemischung, z.B. zusammen mit Kamille u. Pfefferminz. Als Schnupfensalbe. NW: BBGK.

Malve (Malva sylvestris)

Reizhustenlindernde Schleimdroge, auch unterstützend bei Magenschleimhautentzündung. Bei Katarrhen. In z.B. Brust-und Hustentees enthalten. NW: BBGK.

Mannaesche

Leicht abführend, für Kinder geeignet; als fertiger Sirup, in mehreren FP enthalten. NW: keine bek.

Mariendistel (Silybum marianum)

Früchte oder Kraut wirken leberschützend. Als Tee wenig wirksam. Mono-Fertigpräparate. NW: BBGK.

Meerrettich (Armoracia rusticana)

Antibakteriell, v.a. bei Entzündungen der Atem-und Harnwege, äußerlich durchblutungsfördernd. Als Droge nicht im Gebrauch, FP (Tabletten). Nicht bei akuten Magen/Darm-Geschüren, nicht bei Kindern unter 4 Jahre. Salbe bei Bronchitiden. NW: Magen/Darm-Beschwerden möglich, Achtung bei Senfölallergie.

Melisse (Melissa officinalis)

bei Schlaflosigkeit, nervösen Magen-Darm-Beschwerden. Zahlreiche FP. NW: BBGK.
(Der bek. "Melissengeist" enthält zusätzlich Ingwer, Muskatnuß, Zimt etc. in 80% Alkohol.)

Mistel (Viscum album)

Als Tee oder Injektions-FP. Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Angebl. unspez. Stimulierung des Immunsystems, findet Verwendung in als unterstützende Zusatztherapie bei Krebserkrankungen.

Mohrrübe (Daucus carota)

Bei Ernährungsstörungen von Säuglingen (enthält Pektin); in Fertigarzneimitteln bei gewissen Hauterkrankungen (ß-Carotin). NW unbekannt.

Myrrhe (Commiphora molmol)

Das Harz wirkt desinfizierend bei Entzündungen der Mundhöhle: Myrrhentinktur 1-3mal tägl. unverdünnt aufpinseln oder mit 10-20 Tr./Glas Wasser gurgeln. FP. NW: BBGK

Nachtkerze (Oenothera biennis)

Öl. Innerlich. Als FP. Bei atopischem Ekzem (Neurodermitis), bei prämenstruellem Syndrom. NW: Gelegentlich Übelkeit, Kopfschmerzen.

Ortosiphon (Orthosiphon aristatus, Katzenbart)

Blätter harntreibend bei Infektionen der Harnwege, Reizblase und Blasenentzündung. 2-3 TL/Tasse, mehrmals tägl. 1 Tasse.

Passionsblume (Passiflora incarnata)

Leicht beruhigend und krampflösend, bei Nervösität und Einschlafstörungen. Droge ungebräuchlich; Tropfen oder in Kombi-FP. NW: keine.

Pfefferminze (Mentha piperita)

Tee krampflösend, antibakteriell, galleflußfördernd; zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes, bei Reizdarm. Bei Filterbeuteltees Verluste an ÄÖ nicht unerheblich. Reines ÄÖ zur Inhalation bei Erkältungen, Einreibung bei Muskelschmerzen.

Nicht bei: Verschluß und Entzündung der Gallenwege, schweren Leberschäden. Bei Säuglingen u. Kleinkindern nicht Inhalieren lassen, nicht auftragen in Hals oder Gesicht.
NW: Bei Einnahme des ÄÖ in Grammdosen Erbrechen, Benommenheit, Atemstörungen, Darmreizung.

Pomeranze (Citrus aurantium)

Bitterstoff, magensaftfördernd, leicht krampflösend, appetitanregend.
1TL zerkleinerte Schalen/Tasse, 1/2 vor Mahlzeit trinken. NW: BBGK

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Blätter oder Preßsaft. Harndesinfizierend, Verringerung der Schleimbildung im Darmtrakt. NW: Bei längerer Einnahme Nierensteine begünstigt.

Quendel (Thymus serpyllum)

Anwendung und Wirkung: siehe Thymian, allerdings schwächer. NW: BBGK.

Rhabarber (Rheum palmatum)

Wurzeln. Bitterstoff. In kleinen Dosen appetitanregend, in höheren Dosen abführend. Als Tinktur und in Kombi-FP. NW: BBGK.

Ringelblume (Calendula officinalis)

Entzündungshemmend, wundheilungsförderend. Äußerlich und zum Gurgeln. Wäßriger Auszug oder Salbe. NW: BBGK.

Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)

Kapillarabdichtend, venentonisierend, bei Ödemen durch Veneninsuffizienz. Nur als FP. Nicht bei Nierenschäden. NW: gelegentlich Magenbeschwerden.

Sägepalme (Serenoa repens)

Bei Reizblase, gutartiger Prostatavergrößerung in den Anfangsstadien (rein symptomatische Therapie mit Verbesserung des Harnflusses ohne Abnahme der Vergrößerung). Nur als FP. NW: BBGK

Salbei (Salvia officinalis)

Entzündungshemmend, desinfizierend, adstringierend. Gurgeln mit verdünnter Tinktur bei Erkältungen und Entzündungen der Mundhöhle. Bei Blähungen als Tee. NW: BBGK

Schafgarbe (Achillea millefolia)

Krampf-und blähungslösend, entzündungshemmend. Als Sitzbad bei vegetativen Beckenbeschwerden. NW: selten Allergien.

Schleifenblume, Bittere (Iberis amara)

Bitterdroge, magensaftfördernd. Als Bestandteil von FP (Tropfen). NW: BBGK.

Schlüsselblume (Primula veris)

Wurzel. Schleimlösend und auswurffördernd, bei Bronchitis. Als Tinktur, Sirup, Bestandteil von Teemischungen. NW: selten Magenbeschwerden.

Schneeball (Viburnum prunifolium)

Krampflösend bei schmerzhafter Monatsblutung, als Tinktur oder Tee. NW: keine bekannt.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

schwach krampflösend, schwach galleflußfördernd. In zahlreichen Kombinationstees und -Tinkturen, dort oft nur in geringer Konzentration, sodaß Wirkung fraglich ist. Nicht bei: Leberschäden oder Einnahme von anderen leberbelastenden Substanzen. NW: Leberschäden, Anstieg der Leberwerte, Gallenrückstau. Von eigenen Zubereitungen wird dringend abgeraten.

Sellerie (Apium graveolens)

Kraut und Früchte leicht harntreibend. Als Droge ungebräuchlich, jedoch als Preßsaft und in Fertigtee. Nicht bei Nierenentzündung. NW: BBGK

Sennespflanze (Cassia angustifolia)

Abführend. Als Tee. Viele FP erhältlich. Nicht bei: Darmverschluß, Schwangerschaft, Stillzeit. NW: gelegentlich Koliken. Keine längere Anwendung, sonst Kaliumverlust.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Kraut bei Katarrhen, Entzündungen in Mundhöhle. Gegen Insektenstiche frische Blätter zerreiben und Stichstelle einreiben. NW: BBGK.

Tragant, Indischer (Karaya-Gummi)

Quellendes Abführmittel. FP. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. NW: BBGK

Süßholz (Glycyrrhiza glabra)

Auswurffördernd bei Bronchitis; bei Magenbeschwerden.
Enthalten in zahlreichen Fertigtees. Nicht bei: cholestatische Lebererkrankungen, Bluthochdruck, Schwangerschaft, Kaliummangel. NW: Kaliumverluste, Bluthochdruck, Ödeme; bei Verwendung von Kombinationstees i.d.R. nicht zu befürchten, eher bei Monopräparaten und übermäßigem Lakritzgenuß.

Tamarinde (Tamarindus indica)

Mildes Abführmittel. zB. in Fruchtwürfeln. NW: BBGK.

Thymian (Thymus vulgaris)

schleimlösend, auswurffördernd, krampflösend, bei Katarrhen. Die Hauptkomponente Thymol ist antiseptisch.. Als Tinktur, in zahlreichen Tees und Mundwässern, als Erkältungsbad. NW: BBGK

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Östrogenartige Wirkung. Bei prämenstruellen Beschwerden und solchen der Wechseljahre. Wirkung tritt allmählich ein. Nicht länger als 6 Monate. Nur als FP. NW: BBGK.

Uzara (Xysmalobium undulatum)

Krampflösend, hemmt die Darmbeweglichkeit, verengt Darmgefäße. Bei akutem Durchfall. Nur als FP. Nicht bei gleichzeitiger Therapie mit Herzglykosiden. NW: BBGK.

Veilchen (Viola odorata)

Bei Bronchitis schleimlösend. Als Abkochung und Sirup, eßlöffelweise. NW: keine bekannt.

Wacholder (Juniperus communis)

(Früher: Desinfizierend und harntreibend bei Harnwegsinfektionen.)
Heute: Bei Verdauungsbeschwerden. Teemischungen, Kapseln mit Wacholderöl.
NW:  Nicht bei Nierenentzündungen und Schwangerschaft. Bei höheren Dosen oder längerem Gebrauch Nierenreizung und –blutung.

Walnuß (Juglans regia)

Adstringierend durch Gerbstoffe. Bei leichten Hautentzündungen, übermäßiger Schweißabsonderung, Frostbeulen, versuchsweise bei Ekzemen und Akne. Äußerlich als Bad, Umschlag. NW: BBGK

Wegwarte (Cichorium intybus)

Kraut und Wurzel. Bitterstoff, fördert Magensaft und schwach den Gallefluß. NW: keine.

Weißdorn (Crataegus levigata)

Blätter, Blüten und Früchte werden verwendet als zusätzl. Unterstützung bei leichter Herzschwäche. Nur als Monopräparat sinnvoll, da in Kombi-FP der Weißdornanteil zu gering ist. NW: keine bek.

Wermut (Artemisia vulgaris)

Hauptwirkstoff Thujon. Bitterdroge, appetitanregend, magensaft- und gallefördernd.
NW: BBGK, in hohen Dosen oder bei langer Einnahme Bewußtseinsstörungen, psychische Veränderungen, Muskelkrämpfe. (Bestandteil im Absinthschnaps, der wegen NW lange verboten war u. heute wieder hergestellt werden darf, mit allerdings strenger Gehaltbegrenzung für Thujon.)

Wintergrün (Gaultheria procumbens)

ÄÖ in Einreibungen und Bädern, durchblutungsfördernd bei Rheuma. Mittlerweile wird der Hauptwirkstoff Methylsalicylat synthetisch hergestellt. NW: bei empf. Haut starke Hautreizungen möglich.

Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum)

 

Hauptsächlich als Gewürz, Geschmackskorrigens, Duftstoff; selten als Therapeutikum. Appetitfördernd. FP: enth. in Tropfen, äußerlichen Zubereitungen.

NW: BBGK. In der Schwangerschaft vermeiden. ÄÖ stark reizend und allergisierend. In höheren Dosen schneller Herzschlag, Benommenheit.


IV. Literatur:

Dietrich Frohne, Heilpflanzenlexikon. 7.Auflage 2002. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart.

Holzner, Das kritische Heilpflanzenbuch. Orac Verlag.

Laux, Schön und gesund durch heilende Kräuter. Kosmos Verlag.

Liebster, Heilkraft aus dem Garten. Gehölze, Gemüse und Kräuter als Heilpflanzen. BLV Verlag.