Das Konzept des Feuers im Asatru

© Copyright deutsche Fassung: GardenStone, 1999.


In den nordischen Konzepten findet sich das Feuer in sowohl männlicher als auch weiblicher Form; die Beziehung ist das Wichtige. Feuer ist ein universales Symbol für Geist und Transformation, was es in der Tat auch sein kann. Die Art des nordischen Denkens stellt sich in Anerkennung der metamorphischen Natur des Universums etwas komplexer dar ... als eine der wenigen Philosophien, welche die Idee das einzig Konstante ist der Wandel mit in Rechnung zu stellen scheint. Feuer ist ebenso wie Eis eine schöpferische Kraft, und beide können im Nordischen sowohl mit weiblichen wie auch männlichen Begriffen in Verbindung gebracht werden.

Im Skaldskapamal sagt Snorri: Das Land der Wale ist die See, und der Bernstein der See ist golden. Eine Frau ist die Händlerin [selia] des von ihr geschaffenen Goldes, und selia [Weide] ist ebenso der Name eines Baumes und, wie bereits zuvor erwähnt, bezog man sich auf Frauen mit allen erdenklichen Baumnamen. Man sagt ebenso, daß sie nimmt [log], was sie gibt. Log wiederum ist auch ein Wort für einen im Wald gefällten Baum.

Pillar und auch Steinar sagten: Alle Träume der sanften Syn [Frau] vom weichen Standort ihrer Halskette [Nacken] haben mich getäuscht. Diese bewegliche, umlaufende sonnen [-goldene] Säule hat mich taumeln lassen ...

(beides Edda, Snorri Sturlusson)

An anderer Stelle des Buches beschreibt er die Verwendung von Feuer zur Bestimmung eines Helden, Königs, Prinz oder Kriegers ...

Ich neige dazu, mir Kenaz als die Schmiede vorzustellen, in welcher Brisingamen gemacht wurde und wo es in sich gleichermaßen männliche wie weibliche Einflüsse aufnahm.

Des weiteren ist die Schmiede ein Beispiel für Höhle und Feuer oder Kessel/Kelch/Quelle, in welcher die geschmolzene Flüssigkeit oder das Feuer eingeschlossen ist und der Vorgang der Transformation stattfindet.

Ich habe einige plausibel klingende Theorien zu den Vorgängen in den Höhlen von Lascaux gehört. Aber wie plausibel diese auch immer sein mögen, wir können ohne eine Zeitreise einfach nicht genau wissen, was sich dort abspielte. Wer kann schon sagen, ob irgend etwas, das mir oder einem Theoretiker als plausibel erscheint dem ähnelt, was die diese Höhlen nutzenden Ahnen vor Äonen wirklich taten?

In einer neueren Dokumentation einiger Höhlenmalereien wurde erwähnt, daß die Anzeichen nahelegen, eine Person männlich oder weiblich sei in völliger Dunkelheit in die Höhle gekrochen (kein Rauch oder andere Hinweise auf eine transportable Flamme) und habe erst in den Tiefen der Höhle ein Feuer entzündet, um die Malereien ausführen zu können. Es gibt historische Berichte von Frauen, die als Teil eines Fruchtbarkeitsritus Fackeln in Höhlen trugen und von Männern, die in diesen Höhlen eine Erleuchtung suchten, welche symbolisch ebenso für die Unterwelt als auch das Weibliche stand. Egal, ob das Feuer da in die Höhle getragen, dort erst in ihr entzündet oder wiederum in ihr empfangen wurde, stellt es doch immer ein ziemlich konstantes Motiv bzw. eine Trophäe dar.

Valkyrie.


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