Allgemeines heidnisches Begräbnisritual für eine ältere Frau

Aus dem Englischen übersetzt von Vicky Gabriel
© Copyright deutscher Text: GardenStone, 1999.

 

(Wie beschrieben durch eine Gruppe von Priesterinnen, einen Priester, einen Haupttrauernden und eventuell andere Covenmitglieder als Aufseher, wie z.B. Türhüter, auszuführen.)

Der Raum (vielleicht in einem Beerdigungsinstitut) ist mit immergrünen Zweigen und Rosen dekoriert. In dieser Ritualbeschreibung wird das Vorhandensein eines Sarges angenommen; sie kann jedoch entsprechend verändert werden, falls nur ein Bild des Verstorbenen zur Verfügung steht.

Bevor irgend jemand den Raum betritt, können Priester und Priesterin einen Kreis ziehen, die Elemente anrufen und Gott sowie Göttin einladen.

Die Trauernden werden beim Eintritt in den Raum an dessen Tür (die zugleich das Tor des Kreises darstellt) von Priester und Priesterin begrüßt. Wenn alle sitzen, beginnt die Priesterin mit dem Ritual.

PRIESTERIN: (bearbeitet auf Grundlage des "Decent of the Goddess" in "Farrar's Complete Witches Bible")

Es gibt im Leben eines Menschen drei große Ereignisse: Liebe, Tod und die Auferstehung in ein neues Leben. Von diesen ist Liebe das Wichtigste. Denn in der Liebe und Erfüllung durch sie verbinden wir uns aufs Neue mit unseren Familien und Freunden, erinnern uns an sie und lieben sie wieder. Der Tod kann uns weder die Liebe noch die von uns geliebten Menschen nehmen.

Ohne Liebe gibt es keine Geburt, ohne Geburt keinen Tod und ohne den Tod keine Wiedergeburt. Dies ist das Wunder der Liebe.

PRIESTER:

[...] (Name des Haupttrauernden, hier ein Sohn), geliebter Sohn, alle hier fühlen deinen Schmerz und ehren gemeinsam mit dir [...] (Name der Verstorbenen).

Der nächste Verwandte oder der Haupttrauernde erzählt vom Leben und den Fähigkeiten der Verstorbenen. Auch andere können nun sprechen. Wenn sie dies beendet haben, fährt der Priester fort.

PRIESTER: (bearbeitet auf Grundlage der Gedenkfeier aus "Magical Rites From the Crystal Well")

Wir haben eine von uns, die uns teuer ist, für eine Weile verloren; doch ist dies nur für eine bestimmte Zeit, und wir sollten nicht voller Kummer sein. Es gibt einen Grund dafür, hier zu sein und einen Grund dafür, zu gehen, wenn wir die Aufgaben eines Lebens erfüllt haben. Zu sterben ist nur eine Art und Weise zu vergessen, auszuruhen und zur ewigen Quelle zurückzukehren, um dort erneuert und gekräftigt zu werden.

PRIESTERIN: (bearbeitet auf Grundlage des Ritus der Dreifachen Göttin in "The Witches Bible")

"Seht eine Frau, die drei Frauen war. Zuerst ein Mädchen voller Träume und Hoffnungen. Dann eine Mutter, die Leben gab und Liebe brachte. Zum Schluß eine an Wissen und Erfahrung reiche Ältere. Ihre Reise ist beendet und eine neue hat begonnen. Laßt uns ihr Lebewohl sagen und all die von ihr geliebten Menschen, die vor ihr gegangen sind, inständig bitten, sie zu begrüßen und auf ihrem Weg zu führen."

Der Priester kann die Trauernden nun anweisen, falls erwünscht persönlich Lebewohl zu sagen. Dann begibt er sich ins Foyer oder verläßt den Raum auf andere Weise. Dies ist der traditionelle Zeitpunkt, um ein bevorzugtes Lied oder Hymne der geliebten Verstorbenen zu spielen. Wiederum sollte sich an der Tür ein Wächter befinden, der alle Anwesenden aus dem Zirkel heraus geleitet. Priester, Priesterin und eventuell der Haupttrauernde können dann den Göttern danken, die Elemente entlassen und den Kreis öffnen.

Eine kleine, im äußeren Bereich angebotene Erfrischung kann den Menschen helfen, sich etwas zu erden. Dann können die Sargträger zurückkehren und den Sarg zum für ihn bestimmten Beförderungsmittel bringen.

Das Grab kann zuvor mit Salz oder Asche, Wasser und Wein sowie ätherischen Ölen gesegnet worden sein.

"Wir alle wünschen dir Liebe und Glück. Vergiß uns nicht. Wir werden dich nicht vergessen. Wir finden unseren Frieden und unsere Hoffnung in dem sicheren und bestimmten Wissen, daß wir uns wiedertreffen werden. Dann werden wir in vollkommener Liebe feiern."

Nachdem der Sarg herabgelassen worden ist, wirft der Haupttrauernde Erde in das Grab.

Auch dann folgt ein traditioneller Zeitpunkt für ein gemeinsames Mahl. Es hilft, sich zu erden.

Chris Olmstead.