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EINFÜHRUNG
IN DIE KABBALA
Angefangen von
Christian Sy, überarbeitet und fortgesetzt von GardenStone
©Copyright: GardenStone
Lesen Sie entweder einfach den ganzen Artikel von Anfang bis zum Ende, oder
wählen Sie ein Kapitel Ihrer Wahl.
INHALT
Geschichte
Einführung
Der Baum des Lebens
Die drei Säulen
Die drei Dreiecke
Die vier Welten
Die Pfade als Verbindung zum Tarot
Die subjektiven Sephirot
Einordnung der Mythologien in den Baum des Lebens
Kurzbeschreibungen der einzelnen Sephirot
Schlusswort
Literatur
GESCHICHTE
'Kabbala' leitet sich vom hebräischen Wort QBLH
ab, welches soviel wie 'vom
Mund zum Ohr' bedeutet,
also eine mündliche Überlieferung meint.
Es ist der esoterische und mystische Zweig der jüdischen Religion. Obwohl das
zentrale Werk der Kabbala, der SOHAR, erst um 1280 n.Chr. geschrieben wurde, gibt
es spirituelle Verbindungen zum Gnostizismus und anderen frühen mystischen
Kosmologien.
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EINFÜHRUNG
Die Kabbala liefert eine symbolische
Erklärung der Entstehung des Universums und der Beziehung zwischen Mikro- und
Makrokosmos.
Zentrales Symbol ist der BAUM
DES LEBENS, der sowohl
als Landkarte der Psyche (Mikrokosmos) wie auch des Universums (Makrokosmos) verwendet
wird. Er besteht aus den 10
SEPHIROT (wörtlich:
Zahlen) und 22
Pfaden, welche die Sephirot
verbinden
Bild
vom Lebensbaum mit den Sephiroth-Namen
Die Schöpfung wird beschrieben durch einen Energiestrom, der sich vom Unendlichen
Licht (Ain
Soph Aur) über die
10 Sephirot wie ein Blitz (man folge den Zahlen im Baum nach unten) auf die materielle
Ebene ausbreitet.
Ain Soph Aur wird als Ursprung aller Manifestationen betrachtet. Die nachfolgenden
Emanationen durch die Sephirot enthüllen verschiedene Aspekte seiner göttlichen
Natur. Das System ist somit zwar prinzipiell monotheistisch (da es von einem gemeinsamen
Ursprung spricht), aber da die verschiedenen Emanationen durch Gottheiten repräsentiert
werden, erhält man schließlich einen ganzen Pantheon (siehe Kapitel 6).
Die Sephirot stehen in Beziehung zum Makrokosmos, da sie die 10 Emanationen der
Gottheit repräsentieren. Die Pfade hingegen symbolisieren die verschiedenen
Stadien der Erkenntnis kosmischer Zusammenhänge im menschlichen Bewusstsein
und sind daher dem Mikrokosmos (dem Menschen) zugeordnet. Man spricht deshalb auch
von den 10 objektiven Pfaden (die Sephirot werden gelegentlich auch als Pfade bezeichnet)
und den 22 subjektiven Pfaden. Letztere stehen in direkter Beziehung zu den 22 Grossen
Arkana im Tarot.
Die Kabbala betrachtet Gott nicht als Schöpfer jeder einzelnen Phase der Schöpfung,
sondern sagt, dass jede Phase der Manifestation sich aus einer anderen Phase heraus
entwickelt hat, so, als ob jede Sephirah ein Gefäß wäre, das sich,
wenn es gefüllt ist, in das nächst tieferliegende Gefäß hinein
ergießt. So enthält jede Sephirah das Potential aller ihr beim Prozess
des Hinunterfließens der Manifestation nachfolgenden Sephirot.
Die Kabbala ist nicht nur als Lehre der alten Rabbis anzusehen, sondern als praktisches
System zur spirituellen Entfaltung. Sie wird oft als Yoga des Westens bezeichnet.
Sie ist ein mächtiges Werkzeug zum Trainieren des Geistes.
Heutzutage gibt es in der westlichen, nicht-jüdischen Gesellschaft drei Auffassungen,
Bedeutungen für Kabbala:
Ursprünglich und noch immer, ist die Kabbala die jüdische mystische Tradition,
die abgeleitet wurde aus Durchforschungen der Thora, der Propheten und den Schriften,
mit dem Ziel, aus diesen Büchern die 'geheimen Verkündigungen' zu entdecken.
Man war sich dabei sicher, dass es solche verborgene Informationen gibt.
Seit der Renaissance wird die Methodik und das System der Kabbala auch in der christlichen
Scholastik benutzt, mit dem gleichen Ziel, aber mit dem Unterschied, dass man hier
versucht, geheime christliche Interpretationen und Bedeutungen der Schriften ans
Licht zu bringen.
Und dann gibt es noch die praktische, magische Kabbala, die sowohl in die jüdische,
als auch in die christliche Kabbala passen würde, sich aber in den letzten
zweihundert Jahren zu einem ganz eigenem System entwickelt hat.
Die Konzeptionen und Definitionen der Kabbala werden hier zu einer Struktur magischen
Denkens benutzt, zu einem magischen Weltbild, das damit gut einsetzbar ist für
Schulen der Magie oder für allein arbeitende Magier. Mit Hilfe dieser kabbalistischen
Struktur können Verbindungen zu vielen Systemen aus der Philosophie, der Symbolik,
der Mystik und der Mythologie konstruiert werden; alles mit dem Ziel, ein praktisches
System für das Studium der Magie und ihrer Praxis zu bieten.
Diese Information richtet sich auf die praktische, magische Kabbala.
Es ist üblich, die Kabbala in vier Teile zu untergliedern: die
a) praktische Kabbala:
beschäftigt sich mit Magie
b) dogmatische Kabbala:
ist die kabbalistische Literatur
c) buchstäbliche Kabbala:
setzt sich mit den Buchstaben und Zahlen auseinander
d) ungeschriebene Kabbala:
bezeichnet das Wissen um die Verteilung der Symbolsysteme im Baum des Lebens
Hier wird weiter ausschliesslich Teil d) behandelt.
Bild
vom Lebensbaum mit deutschen Umschreibungen.
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Der Baum
des Lebens
Der Baum des Lebens, das zentrale
Symbol, sollte als Karteikasten des Universums angesehen werden. Wenn man damit
vertraut ist, kann man im Prinzip alle Dinge 'auf den Baum legen' und damit Beziehungen
herstellen, die einem sonst vielleicht entgangen wären. Es ist ein Hilfsmittel,
um Gedanken einzuordnen, in Beziehung zu setzen, Assoziationsketten zu bilden. Soviel
vorerst zum praktischen Einsatz, jetzt werden zunächst die wichtigsten Struktur-Merkmale
des Baumes vorgestellt.
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DREI
SÄULEN
Ist einer der wichtigsten Aufteilungen.
Sie werden bezeichnet als:
- rechte Säule der Barmherzigkeit (Sephirot 2,4,7)
- linke Säule der Härte (Sephirot 3,5,8)
- mittlere Säule des Gleichgewichts (Sephirot 1,6,9,10)
Bild
vom Lebensbaum mit den drei Säulen.
Moderner gesprochen, kann man obige drei Begriffe durch Energie,
Form und Bewusstsein
ersetzen.
Die zwei äußeren Säulen stellen die positiven und negativen Kräfte
in der Natur dar, das Aktive und das Passive, das Zerstörerische und das Aufbauende,
frei bewegliche *Energie* und sich verfestigende *Form*.
Die Sephirot auf der mittleren Säule sollen Bewusstseinsstufen darstellen.
Malkuth steht für das sensorische Bewusstsein (materielle Welt), Jesod ist
die astrale Übersinnlichkeit,
Tipheret repräsentiert das erleuchtete Bewusstsein, den höchsten Aspekt
der Persönlichkeit, mit dem das individuelle Wesen sich verbindet.
Die mittlere Säule geht durch Daath, die unsichtbare Sephirah, hindurch.
Am Kopf dieser Säule sitzt Kether, die Krone, die Wurzel allen Lebens.
Das Bewusstsein steigt von Ebene zu Ebene herab und manifestiert sich erst, wenn
die gegenüberliegenden Sephirot im Gleichgewicht sind.
Deshalb werden die Bewusstseinszustände auch den *ausgewogenen* Sephirot auf
der Mittleren Säule zugeordnet, die magischen Kräfte jedoch den gegensätzlichen
Sephirot auf der Rechten und Linken Säule.
Der Weg des Magiers führt entlang den Windungen der *Schlange der Weisheit
im Baum* (führt also über alle Sephirot von 10 bis 1, das ergibt einen
schlangenartigen Weg), der Weg der Erleuchtung folgt dem *Pfad des Pfeils* senkrecht
nach oben von Malkuth nach Kether. Das ist der Weg des Mystikers im Gegensatz zum
Weg des Magiers. Er ist schnell und direkt und bringt nicht die Gefahren der Versuchung
und der ungeordneten Kräfte mit sich, die in jeder Säule vorhanden sind.
Andererseits verleiht er aber auch keine magischen Kräfte, außer denen
des Opfers in Tipheret und der Entwicklung der Übersinnlichkeit in Jesod.
Bild vom Lebensbaum mit Schlange
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DIE DREI
DREIECKE
Bild
vom Lebensbaum mit den drei Dreiecken.
Als weitere Struktur im Baum des Lebens erkennt man drei Dreiecke:
Das erste besteht aus Kether, Chockmah und Binah, den drei überirdischen Sephirot.
Man kann es als schöpferisches Dreieck bezeichnen.
Das zweite Dreieck umfasst Chesed, Geburah und Tipheret. Es stellt die Kräfte
dar, die auf das sich entwickelnde Leben ordnend einwirken und kann als ethisches
Dreieck bezeichnet werden.
Das dritte Dreieck enthält Nezach, Hod und Jesod. Man kann es magisches Dreieck
nennen.
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DIE VIER
KABBALISTISCHEN WELTEN
Eine weitere sehr wichtige Einteilung.
Der Baum wird waagrecht in vier Ebenen eingeteilt:
Bild vom Lebensbaum und die
vier Welten
- Aziluth,
die archetypische Welt (Kether)
- Beriah,
die schöpferische Welt (Chockmah und Binah)
- Jezirah,
die gestaltende Welt (Chesed bis Jesod)
- Assiah,
die materielle Welt (Malkuth)
Diese vier Welten stellen vier Ebenen der Existenz dar: die spirituelle, mentale,
emotionale und physische Ebene. Für den Magier besonders wichtig ist Jezirah,
denn das ist die Astralwelt, welche die Basis für alle Manifestationen in der
physischen Welt ist (deshalb heißt Jesod, die neunte Sephirah, auch Fundament).
Es gibt viele Methoden, Dinge in der Astral-Welt zu erschaffen. Das ist der Grund,
warum es soviele verschiedene Magie-Richtungen gibt.
Das war eine Beschreibung der vier Welten angewendet auf den Makrokosmos. Es folgen
die Entsprechungen zum Mikrokosmos: dazu teilt man den Baum anders auf, in drei Teile der Seele:
a) Jesod entspricht *Nephesch*,
der animalischen Seele. Sie ist Sitz unseres Egos und unseres Unbewussten.
b) Es folgen Hod bis Chesed, die den Sitz
des Höheren Selbst, *Ruach* genannt, bilden.
c) Die spirituelle Seele, *Neschamah*, umfasst die drei überirdischen
Sephirot.
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Die Pfade
als Verbindung zum Tarot
Es heisst, dass jeder Pfad den Gleichgewichtszustand
der beiden Sephirot darstellt, die er miteinander verbindet. Bestimmte Symbole werden
auch den Pfaden allein zugeschrieben. Es gibt drei wichtige Symbolgruppen für
die 22 Pfade:
- die 22 Buchstaben des hebräischen
Alphabets
- die Tierkreiszeichen, sieben Planeten
und die Elemente (ohne Erde)
- die 22 Grossen Arkana des Tarot
Im folgenden wird nur auf letzteres eingegangen.
Die Grossen Arkana beschreiben die treibenden Kräfte im Leben eines Menschen
(die Kleinen Arkana sind mit den Sephirot verbunden und somit eher an statische
Situationen gebunden). Da wir es hier mit sehr wechselhaften Energie-Mustern zu
tun haben, sind sie schwer allgemein zu beschreiben, da es eben die *subjektiven*
Pfade sind. Mit einer speziellen Technik, der Pfadarbeit kann man sich direkten
Zugang zu seinen persönlichen Pfaden verschaffen.
Um alle Aspekte einer Tarotkarte verstehen zu können, ist es notwendig, ihre
Stellung im Baum zu kennen. Der Baum ist die Grundlage des Tarot.
Viele Leute kommen deshalb über die Tarot-Karten zum ersten Mal in Kontakt
mit der Kabbala.
Bild vom Lebensbaum mit Tarot-Entsprechungen
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Die subjektiven
Sephirot
Der Baum des Lebens ist wie gesagt
auch eine symbolische Darstellung des Menschen. Aus dem Osten sind die Chakras,
Energie-Zentren des Körpers bekannt. Stellt man einen menschlichen Körper
in den Baum, so entsprechen die Sephirot bestimmten Chakras.
Die beiden Systeme sind nicht völlig vergleichbar, jedoch gibt es viele Übereinstimmungen,
wie die drei Säulen der Kabbala und die drei von den Yogis beschriebenen Kanäle
des Prana: Ida, Pingala und Sushumna. Ausserdem entspricht der Weg der Kundalini
dem Pfad des Pfeils (direkt nach oben).
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Einordnung
der Mythologien
Man ordnet die Götter und Göttinen
der heidnischen Pantheons in die zehn Schubkästen der Sephirot ein und stützt
sich dabei hauptsächlich auf astrologische Assoziationen, denn die Astrologie
spricht eine universelle Sprache, weil alle Menschen die gleichen Planeten sehen.
Das All gehört zu Kether, der Zodiakus zu Chockmah, die sieben Planeten zu
den darauffolgenden sieben Sephirot und die Erde zu Malkuth.
Folglich kann man jeden Gott, der mit Saturn in Verbindung gebracht wird, Binah
zuordnen, und ebenso jede Göttin, die als Urmutter gilt.
Das höchste Dreieck (Kether, Chockmah und Binah) gehört jeweils zu den
Alten Göttern, die in jedem Pantheon als Vorgänger der dort verehrten
Gottheiten angesehen werden. So wird man Rhea und Kronos Binah und Chockmah zuordnen
können und Jupiter Chesed.
Alle Mondgöttinen gehören zu Jesod. Die Kriegsgötter werden Geburah
zugeteilt und die Liebesgöttinen Nezach. Die Götter, die das Wissen eingeführt
haben (Thoth, Merkur, Hermes), stehen zu Hod in Bezug, und Götter, die sich
opferten oder als Erlöser auftraten, zu Tipheret.
Mit Hilfe dieses Systems können wir die Pantheons sortieren, ähnliche
Symbole vergleichen und mit einem Symbol ein anderes erklären.
Wichtig ist vor allem, dass der Baum nicht als ultimative philosophische Weisheit,
sondern als universeller Karteikasten, als mächtiges Werkzeug des Geistes zu
verstehen ist. Auf diesen Aspekt sollte man sich konzentrieren.
Einiges wurde in dieser Einführung nur am Rande erwähnt und bleibt ergänzenden
Artikeln überlassen (Kabbala und Magie, eine ausführliche Beschreibung
der Sephirot). Wer mehr über die Kabbala wissen möchte, sei auf die Literatur
unten verwiesen.
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Kurzbeschreibung
der Sephirot
Kether
Die erste Emanation
auf dem Lebensbaum. Eingeweihte
Kabbalisten identifizieren Kether als der Bewusstseinszustand, in dem Schöpfung
vermischt ist mit den Schleiern des Nicht-Bestehens.
Kether liegt auf der mittleren Säule und übersteigt die Dualität
von Chokmah (mänlich) und Binah (weiblich), die auf dem Baum direkt unter Kether
liegen.
In der mystischen Tradition ist Kether deshalb das Symbol für das himmlische
Androgyn (männlich und weiblich zu einem Prinzip vereinigt), und repräsentiert
damit den Status der mythischen Transzendenz und die Vereinigung mit dem Höchsten.
Es wird verglichen mit Satori und Nirwana.
Chokmah
Die zweite Emanation
auf dem Lebensbaum, folgend
auf Kether. Eingeweihte identifizieren Chokmah mit dem Grossen Vater, der Schenker
des Lebenssamens, der in potentiellem Zustand bleibt, bis er in den Schoss der Grossen
Mutter, Binah, eingeht. Aus der Vereinigung des Grossen Vaters und der Grossen Mutter
kommt alles Leben hervor.
Chokmah wird in anderen Pantheons assoziiert mit Gottheiten wie Kronos, Saturn,
Thoth, Atum-Ra und Ptah.
Binah
Die dritte Emanation
auf dem Lebensbaum. Eingeweihte
identifizieren Binah mit der Grossen Mutter in allen ihren Formen. Sie ist der Schoß
allen Lebens, die Quelle aller Bilder und Formen, die sich im Universum als Archetypen
manifestieren. Sie ist auch das höchste weibliche Prinzip im Schöpfungsprozess,
und wird in den mythologischen Korrespondenzen assoziiert mit Gottheiten wie Rhea,
Isis, Demeter und mit der Heiligen Maria.
Chesed
Die vierte Emanation
auf dem Lebensbaum. Wird
von den Eingeweihten identifiziert mit dem Herrscher, (also nicht der Schöpfer)
des sich manifestierenden Universums. Dieser wird charakterisiert als stabil, weise
und erbarmungsvoll, im Gegensatz zu seinem eher dynamischen Gegenüber, Geburah.
Chesed wird assoziiert mit den Gottheiten Zeus und Jupiter.
Geburah
Die fünfte Emanation
auf dem Lebensbaum. Geburah
wird oft assoziiert mit Mars, dem römischen Kriegsgott, und repräsentiert
Strenge, Korrektheit und Gerechtigkeit.
Die zerstörerischen Kräfte Geburahs sollen eine reinigenden und säubernde
Wirkung auf das Universum haben. Geburah steht für den Schöpfer-Gott,
der Disziplin und Genauigkeit bei der Verwaltung des Universums verlangt und unerwünschte
und unnötige Teile entfernt, nachdem ihr Nutzen überholt ist. Geburah
wird mit dem (Sieges)Wagen im Tarot in Zusammenhang gebracht.
Tiphareth
Die sechste Emanation
auf dem Lebensbaum. Es
ist die Sphäre der Schönheit, Harmonisierung der Kräfte der Gnade
(Chesed) mit der Gerechtigkeit (Geburah), die sich höher auf dem Baum befinden.
Eingeweihte identifizieren Tiphareth als die Sphäre der spirituellen Wiedergeburt;
sie wird den Sonnengottheiten wie Ra, Apollo, Mithras, Osiris und Jesus Christus
zugeschrieben.
Der Tarotkarte 'die Mässigkeit' zeigt den direkten mystischen Aufstieg zu Tiphareth
von (dem physischen) Malkuth.
Netzach
Die siebte Emanation
auf dem Lebensbaum. Netzach
wird gesehen als die Späre der Kreativität, Subjektivität und die
der Emotionen. Dies bildet einen deutlichen Kontrast zu Hod, wo Intellekt und rationelle
Gedanken im Mittelpunkt stehen.
Netzach ist die Späre der Liebe und der spirituellen Leidenschaft, und wird
deshalb assoziert mit Gottheiten wie Aphrodite, Venus, Hathor und anderen, die diese
Qualitäten personifizieren.
Hod
Die achte Emanation
auf dem Lebensbaum. Hod
wird assoziiert mit dem Planeten Merkur und repräsentiert Intellekt und rationelle
Gedanken. Hod steht auch für die strukturierende und messende (measuring) Kapazitäten
des Geistes, als Gegenüber der emotionellen und intuitiven Aspekte Netzachs.
Hod hat nicht wirklich eine Paralelle im Tarot, wird aber eng in Verbindung gebracht
mit der Karte Gerechtigkeit, die eigentlich dem Pfad zwischen Hod und Malkuth zugeschrieben
wird.
Jesod
Sie neunte Emanation
auf dem Lebensbaum. Jesod
wird assoziiert mit der Mond und mit dem Element Wasser. Es wird als eine weibliche
Sphäre gesehen, wo sich die sexuellen Instinkte befinden, und korrespondiert
mit dem genitalen Chakra des archetypischen Mann Adam Kadmon.
Auf der Lebensbaum hat Jesod die Funktion, die höheren Energien nach Malkuth
(Erde) zu leiten.
Eingeweihte assoziieren Jesod mit der astralen Ebene; wenn die Sephiroth über
Malkuth gesehen werden als eine Karte des unbewussten Geistes, dann ist Jesod die
am leichtesten anzusprechende geistige Sphäre.
Weil Jesod die Sphäre der Fruchtbarkeit und der lunaren Vorstellungswelt darstellt,
wird sie oft mit Hexenkunst und der Anbetung der Göttin identifiziert.
Jesod wird auch wohl als die 'animalische Seele (animal soul)' gesehen, von Kabbalisten
Nephesh genannt.
Malkuth
Die zehnte Emanation
auf dem Lebensbaum. Malkuth
wird assoziiert mit Erdgöttinnen, wie Persephone (griechisch), Proserpina (römisch)
und Geb (Ägypten).
Malkuth ist die Domäne des materiellen Universums, die konkrete Umwelt, die
Schicht der physischen Realität. Als Konsequenz gilt, dass alle inneren Reisen,
alle Geistreisen, symbolisch in Malkuth anfangen.
Dies wird speziell offenbar z.B. in dem Mythos der Vergewaltigung der Persephone,
der sie sowohl als Königin der Unterwelt als auch als Mondgöttin darstellt.
Aus einem esoterischen Blickwinkel heraus entspricht die Unterwelt dem Unbewussten,
und der Mond, repräsentiert durch die Sphäre von Jesod, ist die erste
Sephirah, die man auf einer inneren Reise aufwärts im Baum des Lebens erreicht.
Malkuth ist eng verbunden mit der Tarotkarte die Welt.
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Schlusswort
Diese Einführung musste wohl
knapp ausfallen, es konnten nur die grundlegenden kabbalistischen Begriffe und Ideen
grob skizziert werden. Vieles läßt sich nur schwer in einzelne Teile
trennen, da alles mit allem zusammenhängt. Das erschwert dem Anfänger
das Verständnis, wenn man sich aber eine Weile mit dem Baum und den Beziehungen
der Sephirot untereinander beschäftigt, wird alles bald klarer.
Wer jetzt etwas mehr wissen möchte, der sollte sich den kleinen Literaturhinweis
unten vornehmen. Diese kleine Liste, ist speziell auf Anfänger gerichtet. Wer
eher an Werken über die jüdische oder die praktische Kabbala interessiert
ist, der sollte sich in einer Email an den Betreiber dieses Webservers richten.
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Literatur
Dion Fortune, 'Die mystische Kabbala',
Verlag Hermann Bauer KG, Freiburg, ISBN 3-7
626-0636-6
Charles Fielding, 'Die praktische Kabbala', Verlag Hermann Bauer KG, Freiburg, ISBN
3-7626-0665-X
Will Parfitt, 'Die Kabbala', Aurum Verlag, Braunschweig, ISBN 3-591-08339-9.
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