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Mythologische Quellen - der
antike Saturn
Bereits in der Antikeentsprach Saturn einer komplexen Symbolik: Der mythologischen Verschmelzung von
zwei unterschiedlichen Göttern.
- Saturnus , italischer Gott des Ackerbaus
(etruskisch Satre), Schutzherr der jungen Saat, Gott der Obst- und Weinkultur,
Seine Gattin war Ops, die römische Göttin des reichen Erntesegens und
der Fruchtbarkeit sowie Schutzgöttin der Neugeborenen, in ihrem Tempel ließ Cäsar den Staatsschatz
aufbewahren.
Nach der römischen Mythologie
zog Saturnus mit seiner Frau nach Latium, nachdem er von Jupiter entmachtet worden
war, und begründete dort auf dem Capitol das goldenen Zeitalter (Saturnia regna).
Er regierte dort zusammen mit Janus (Januarius, San Gennaro). Als Erinnerung daran
wurden alljährlich vom 17.-19. Dezember die Saturnalien gefeiert, deren letzter
Tag das Fest Opalia zu Ehren der Ops war.
Saturn wurde mit einer Krähe abgebildet, die Krähe war ein Vogel des Orakels,
von dem man glaubte, dass er die Seele des geopferten Heiligen Königs in sich
aufnahm (Ranke-Graves).
- Kronos, griechischer Titan, Sohn des Uranos und der Gaia,
er schnitt seinem Vater auf Geheiß seiner Mutter die Genitalien ab (deshalb
Kronos mit der Sichel), Herrscher des Goldenen Zeitalters, verheiratet mit seiner
Schwester Rhea, Sinnbild für den Frieden dieses Zeitalters.
Wegen der Prophezeihung, er werde durch einen Sohn abgesetzt, fraß er seine
Kinder, statt Zeus wurde ihm allerdings ein Stein zum Verschlingen übergeben.
Nach seiner Absetzung (Titanenkrieg) wurde er auf die Insel der Seeligen verbannt,
wo er noch heute herrscht.
Er ist der Herr der (chronologischen) Zeit, konservierend, Neues nicht akzeptierend
(Kinder), Festhaltend am Alten, nur mit Hilfe einer Revolution (Uranos) ablösbar.
Kronos mit der Sichel

Aus diesen zwei Göttervorstellungen
entstand in der Spätantike der Saturn-Mythos, und, als wollte man ein wenig
davon bewahren, dass Saturn ursprünglich zwei Gottheiten verkörperte,
wurde seine alternative Gestalt der zweigesichtige Janus, der Hüter der (Tür-)Schwelle,
der mit zwei Gesichtern nach innen und außen blickt.
Exkurs: Uranus war bei
den Babyloniern und frühen Griechen bekannt. Warum wurde das Wissen zugunsten
eines "strengen Begrenzers" aufgegeben? Man kann dies im Zusammenhang
mit dem Fische-Zeitalter sehen. Das Fischezeichen ist das Zeichen des formlosen
Chaos, der Grenzenlosigkeit. Dies erfuhren die Menschen in den Jahren um die Zeitenwende:
-
Durch die Entdeckung der Präzession
wurde deutlich, dass die Fixsterne gar nicht fixiert am Himmel waren.
-
Der Erdkreis war nicht mehr begrenzt,
sondern im Norden (britische Inseln), im Osten (Asien, China), im Süden (Afrika),
in alle Richtungen außer dem Westen wurden neue Länder entdeckt.
-
Stabile religiöse Systeme
wurden vermischt (z.B. Mithras-Kybele bei römischen Söldnern).
-
Die beginnende Völkerwanderung
warf ihre Schatten voraus.
In einer solchen Grundstimmung
erscheint es folgerichtig, dass die Menschen den soliden Saturn als Grenze ihrer
Welt und damit ihres Weltbildes dem unruhigen Revolutionär Uranus vorzogen.
Tatsächlich gibt es keinen
direkten Hinweis wo und wie das Wissen um Uranus verschwunden ist: In den babylonischen
Tontafel-Bibliotheken ist es noch vorhanden, bei Ptolemaios nicht mehr. Ptolemaios
wird ja oft als derjenige beschrieben, der am Ende eines Zeitalters aufschrieb,
was er an Wissen noch auffinden konnte und für konservierungsbedürftig
hielt. An dieser Stelle sieht man, dass er tatsächlich nicht "das ganze
alte Wissen" aufgeschrieben hat oder nicht mehr aufschreiben konnte !?
Saturn war also während fast dem gesamten
Fische-Zeitalter das formgebende beherrschende Planetensymbol. Erst nach 1781, nach
der (Wieder-) Entdeckung des Uranus, dem dann in relativ kurzen Abständen Neptun
und Pluto folgten, ist das anders. Deshalb rate ich, vorsichtig mit der Übernahme
"alter" Deutungen vor dieser Zeit zu sein. Astrologische Deutung ist immer
eine Deutung im sozialen und kulturellen Zusammenhang, und die Entdeckung neuer
Planeten zeigt deutlich, dass sich die gesellschaftlichen Zusammenhänge verändert
haben.
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