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Intuitive Methodik
Meinen Zugang zum Tarot fand ich
erst, als ich die geschriebenen Bücher hinter mir ließ und mich gänzlich
dem Bilderbuch zuwandte. Schließlich stellte Tarot nichts anderes dar als
eben ein Buch mit Bildern, was immer sie bedeuten mochten.
Stellte ich den Karten eine Frage, bekam ich erst eine vernünftige Antwort,
wenn ich mich dem Bild der gezogenen Karte hingab und das Bild erklärte. Ich
erzählte mir einfach die Geschichte, welche auf dem Bild dargestellt war, ging
auf die Symbole ein, welche auf der Karte abgebildet waren und stellte mich, als
Person, in die Mitte der Handlung.
Die Lyrik
und der Schriftsteller
Reine Prosa hat etwas Beschreibendes.
Reine Lyrik läßt Spielraum offen für eigene Gedankengänge,
Erfahrungen, Eindrücke. Lyrik spricht mehr das Unbewußte an und wirkt
auf der Ebene des Traumes, nicht wie Prosa auf der des Verstandes. Versucht man
Lyrik mit dem Verstand zu verstehen, ist dieses Unterfangen zum Scheitern verurteilt
- nur der intuitive, irrationale Weg führt hier zum Erleben, zum Ver-Stehen
der Zusammenhänge.
Mir, dem Schreiber, läßt Lyrik die Möglichkeit offen, mich dem Wortgepräge
der deutschen Sprache ohne Konventionen zu nähern und somit erleichtert sie
mir, mich auszudrücken, den Bildern ihren Spielraum zu geben und wieder neue
Bilder im Leser wachzurufen, die zu einem tieferen Verständnis der Karten führen
mögen.
Unter den Schriftstellern, jenen, die die Schrift stellen, gibt es einige, die nicht
nur allein aus sich heraus schreiben. Schreiben ist ein meditativer Vorgang: Der
Welt entrückt und doch mitten in ihr. (Zen-Praktiker dürften diesen Zustand
leichter nachvollziehen können als andere Menschen, denn Schreiben ist eine
Form der Zenmeditation.) Es schreibt durch mich hindurch, wenn ich mich im Zustand
des meditativen Schreibens befinde, und das ist der erlösende Vorgang dieser
Praktik, welche auch einige Momente der Erleuchtung in sich trägt, welche dem
Schreiber vor allem erst später beim Lesen des eigenen Geschriebenen zuteil
wird. Die geneigte Leserschaft verzeihe mir den oft bissigen Ton, manche Tarotkarten
fordern ihn heraus, und die Psychologen werden ihre Freude daran haben, die lyrischen
Interpretationen des großen Arcanums zu deuten und mich somit in ihre Schubladen
pressen zu können. Viel Spaß, wenn Sie sonst keine Hobbies haben. Auch
meine Sicht der Welt ist nur eine unter Milliarden.
Jetzt
fang endlich an!
Genug der philosophischen Ergüsse.
Beginn der Reise durch's Leben, geschrieben von mir und durch mich; die Karten vor
mir (Geister hinter mir, die mir zuflüstern und in die Karten schauen...) -
eine Reise zu mir selbst, eine Reise für Dich, für Deine Seele, auf dem
Weg in die ewige Heimat. Jetzt aber los... brennt der Reiseeifer!
Das Rider
Waite Deck
Warum ausgerechnet dieses
Tarotdeck?
Mittlerweile gibt es viele Tarotdecks
auf dem deutschen und internationalen Markt. Kaum ein spiritueller Künstler,
der sich noch nicht daran versucht hätte.
Rider Waite gehört jedoch
zu jenen, die noch vor Aleister Crowley das traditionelle Tarot reformierten, und
der eine neue Form schuf, nämlich alle Karten als Handlungen der Seele auszulegen
und nicht nur die großen Arcana.
Sein Tarotdeck beinhaltet eine "saubere" Symbolik, die es dem Anfänger
und "eingeweihten" Fortgeschrittenen ermöglicht, rein nach der Symbolik
zu deuten.
Waites Karten sind am reinsten
und klarsten gestaltet, sie ermöglichen die Schau wie durch einen klaren Kristall
in das Innere der Seele.
Auf Deinem weiteren Weg durch
die Welten des Tarot wirst Du eines Tages auch das Deck finden, welches Deinem inneren
Wesen am meisten entspricht. Mein Tip für den Anfang jedoch: Studiere das Rider
Waite Deck solange, bis Du es verstehst, dann suche Dein eigenes, denn dann wirst
auch Du Deine eigene Deutung des Tarot in Dir haben und nicht mehr auf Bücher
wie dieses angewiesen sein.
Teil 3 lesen
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