Tirol.

 

Tirol weist überreiches Material auf; außer Perht haben wir es hier mit einem anderen gleichartigen Wesen zu tun, mit Stampe, sogar Holda glaubte man hier aufgefunden zu haben.

1. Perht.

Der Glaube an sie ist (vgl. Zingerle, ZfDM. III 203—205) über das Wipptal, Puster- und Eisacktal verbreitet. Auch die Nebentäler des Inn mit Ausnahme des Ütztales kennen sie; im Etschtal nur wenige, sehr verwischte Züge.
Vorgestellt wird sie als kleines, altes Weib mit glänzenden Augen und auffallend großer Nase. Ihre Haare sind ungekämmt, ihre Kleider zerrissen; daher die in ganz Tirol verbreitete sprichwörtliche Redensart, in der ungekämmte und unordentlich angezogene Mädchen Perhte genannt oder mit ihr (wie die oder eine P.) verglichen werden.

Sie erscheint vor allem wie in Steiermark als Führerin des Seelenheeres der ungetauft verstorbenen Kinder. Zingerle, Sg. S. 409 f. bringt Sagen aus Alpach. In der einen wird berichtet, wie ein Bauer beim Heimweg in der Drkg-nacht um 12 Uhr die Perhtl mit der ihr folgenden Kinderschar trifft. Das letzte Kind wird durch sein allzulanges Hemd am Gehen gehindert. Mitleidig schürzt es ihm der Bauer mittels seines Strumpfbandes auf, wofür ihm die Perhtl reichen Dank und Segen verspricht, was auch eintrifft. (Europa 1854 S. 74.) Dieses Motiv vom geschürzten Totenhemd treffen wir nochmals in Hechenblaicken bei Alpenbnrg, M. u. S.   S. 63 f.Eine andere Sage aus demselben Alpach bei Zingerle erzählt das schon bekannte Motiv von der Belauschung beim Speiseopfer und der Blendung auf ein Jahr mit fast derselben formelhaften Wendung. Dasselbe Motiv wird auch von Maria erzählt (Tiroler Volksmärchen, S. 122).

Das Motiv der schnellen Fahrt finden wir bei Alpenburg, S. 63 f. Hier macht Perht mit ihrem Zug einen Weg von drei Stunden, während sie ein Bursche Hudawachtl (Huder Haderlump, wachtl zu wächeln wäch'ln flattern, schwenken, Schm. BW.) schimpft.

In Beziehung zu den Kinderseelen steht Perht auch in der gleich folgenden Sage bei Alpenburg. Hier will ein Wunderdoktor ein ungetauft gestorbenes Kind wieder lebendig machen, damit es nicht auf dem ,Unschuldigen Gottesacker' begraben werde. Da erscheint Perht als altes Weib, reklamiert das Kind für sich, nimmt es und bringt den Leichnam auf den genannten Friedhof.Eine merkwürdige ätiologische Sage über diese Beziehung zu den Kinderseelen berichtet Alpenburg S. 46. Danach gilt Perht als Claudia Procula, die Gattin des Pilatus, die ihn vergebens von der Kreuzigung Christi abriet.   Math. 37, 19. Nach seinem Selbstmord auf dem Pilatusberg (vgl. Sechsteln, Dsch. Sagenbuch 10) ließ sie sich taufen und wurde dann der Schutzengel der ungetauften Kinder. Den Fundort dieser Sage verzeichnet leider Alpenburg nicht; auch ist nicht ersichtlich, ob die Bemerkung (S. 48), daß Perht gerade am Tauftage Christi (6. 1.) umziehe, um die Kindlein zum Jordan zu führen und ihnen dort ihre Sünden abzuwaschen, Spekulation Alponburgs oder Sage ist. Auch Zingerle führt (Zf DM. a. a. 0.) an, daß man auf die Frage, wer Perht gewesen, sehr oft die Antwort höre: die Frau des Pilatus. Als Tochter des Herodes, die ihren Vater angestiftet hat, die unschuldigen Kinder zu töten, gilt Perht in Virgen und Prägarten (Heyl, S. 659 n. 135). Merkwürdigerweise ist sie aber hier nur als Einzeldämon bekannt. Sie muß zur Strafe für den erwähnten Frevel in der Drkgnacht von 11 bis 12 Uhr die Welt durchwandern; vom Seelenheer weiß man, wie bemerkt, nichts.

Ebenfalls aus Alpach stammt eine Sage, wornach eine Bäuerin, die an den Zug der Perht nicht glaubte und ihr deshalb das altgewohnte Speisenopfer in der Gömacht (Drkg­nacht = Gebnacht) nicht bringen wollte, von der Perht mit ihrem Kinderzug geweckt wurde und für sie kochen mußte. (Europa 1854 S. 74; Zingerle, SM. S. 409.) Auch im Eisacktal, und zwar in Laien (dem angeblichen Geburtsort Walters), ist Perht als Seelenführer in bekannt. Zingerle (ZfVK. I 260—262) erfuhr von der Gufidauner Bötin, daß Frau Perhte mit ihren Hunden, die ungetaufte Kinder seien, umgehe. Bei Tscharlnier ist eine Steinlammer. Perhte erschien bei einem Stock im anstoßenden Walde und ging dann über die Wiese zur Lammer, unter der sich ein Trog befand. Dort badete sie ihre Hundein. Dann kehrte sie zum Stock zurück und verschwand. Aber auch ohne Hunde zeigte sich Perht bei verschiedenen Höfen.

Nach der Mitteilung des Pfarrers von Laien war zu seiner Zeit (1887) Perht nur den älteren Leuten bekannt. Diese erzählten, Frau Perhte sei eine lange, tief verschleierte Frau mit aufgelöstem, lang herabwallendem Haar gewesen. Sie sei meist nach dem Betläuten gesehen worden, wie sie an der Spitze einiger kleiner Hunde durch den mit Gestrüpp bewachsenen Gebirgsbach zwischen Tschöffes und dem Grödnerbach niederstieg. Ein Schneider versuchte vergebens einmal in einem Hofe einen solchen Hund zu fangen. Auch Heyl, S. 165 n. 74 berichtet von derselben Vorstellung in Laien (bei Tanirzen). Nach ihm zeigt sie sich besonders häufig in den Rächnächten und wehe dem, der ihr in den Weg kommt.

Perht streift also hier mit ihren theriomorphisch gedachten Kinderseelen (vgl. Mannh., GM. 301—304) meist im Walde umher, ist also Vegdäm. geworden; Spuren von der alten Vorstellung von dem die Häuser besuchenden Seelenzug sind aber noch erhalten. Die Schilderung von ihrem Äußeren im obigen Bericht ist wohl etwas idealisiert.Zu dieser Erscheinungsform als Führerin des Kinderseelenheeres stimmt ganz folgerichtig, daß Perht auch zu dem Umzug der Seelen im Sturme, also zur wilden Jagd in Beziehung gebracht wird.So ist auf den Villandrer Bergen (Eisacktal, Zgl. SM. 16) der Glaube lebendig, daß in den Klöekelnächten die wilde Fahrt und Frau Perht umfahre und daß letztere jeden, den sie noch im Freien trifft, mit sich fort nehme. So fuhr sie einmal nach dem Betläuten mit einem Wagen voll Menschen vorbei und nahm eine Magd vom Brunnen weg, warf sie auf den Wagen und fuhr davon. Die Dirn blieb verschwunden. Ebenso in Klausen (vgl. Heyl, S.763 n. 61). Wagenumf ahrt und Menschenentführung.Auch das Motiv vom erbetenen Jagdanteil, der auf den Zuruf: Nimm mein Teil auch! wieder verschwindet, wird auf den Villandrer Bergen mit Perht verknüpft.

Ebenso das Motiv vom eingepackten Beil. So wird in Virgental bei Windischmatrei erzählt (Zgl., SM. S. 17), wie ein Mann in der Drkgnacht jenseits einer Brücke, die er passieren mußte, ein Gemurmel vieler Stimmen hörte, als käme die wilde Fahrt. Aus Angst kroch er unter die Brücke Da hörte er viele Schritte über sich und als sie hinüber waren, sagte eine Stimme: ,Wartet, Kinder, da unten ist ein Stock, in den muß ich dieses Hackel hineinhauen!' Im Augenblick stand die Perhtl vor ihm und schlug ein Hackel in sein Knie. Da es nicht zu entfernen war, setzte er sich in einem Jahr wieder an dieselbe Stelle und Perhtl zog es wieder heraus.
Hier ist der Kinderseelenzug mit der Vorstellung von der wilden Jagd verquickt, von der man dasselbe auch in Tirol
erzählt.   (Stilfs Zgl., SM. S. 18.)

Die zweite Erscheinungsform Perhts als Spinnstubenfrau ist hier bedeutend stärker ausgeprägt als in Steiermark. Sie geht in den Zwölften, besonders am 5. 1. abends um (Zgl., ZfDM. III) und mustert die Spinnräder. Den Mädchen, die vor Weihnachten abgesponnen haben, ist sie hold, den faulen zerrüttet sie den Rocken. Daher heißt es in Nord- und Südtirol von einem arg verwickelten Rocken: Da nistet die Perhte drin, oder darüber ist die P. gekommen. In Tiers müssen die Dirnen in den Rauchnächten das Werg sauber vom Krück herabspinnen, sonst kommt die Perht und spinnt das übrige herunter. (Heyl 764 n. 64.) Man befürchtet demnach: Zerrüttung des Rockens, Einnisten und Nacharbeiten.Auf den Villandrer Bergen (Zgl., SM. S. 16), wo sie zu Weihnachten aufs Abspinnen und die Ordnung im Hause sieht, kennen die Mägde wirksame Mittel gegen sie, wie das Atmen in eine Mohnstampfe. (Anders und richtiger aufgefaßt unten bei Stampe; über die Mohnstampfe als Zaubermittel vgl. Sph. II 17 und Heyl 754 n. 14.)Auch in Ambras müssen in den Rauchnächten die Kunkeln rein gesponnen sein (Zgl., SM. S. 465).Als Kinder schädigendes Wesen tritt Perht in Tiers auf, wo man am heiligen und Drkgabend die Kinder auf den Boden legen und die Wiege darüber stellen mußte, damit ihnen die Perht nichts zuleide tue. Zgl., SM. S. 465; Heyl 764 n. 64.)Als Tod bringender Dämon zeigt sie sich nach Zgl., ZfdM. III in einem Gebiet, das von Linz bis Kufstein reicht. Sie erscheint den Wanderern nachts an Kreuzwegen, winkt ihnen zu und hält ihnen ein schwarzes Tuch hin. Nimmt es einer, so stirbt er im selben Jahre. Schlägt er aber ab und spricht:,Pert, Pert übern Weg
Wirfs schwarze Tüchel weg;

Frau Pert, Frau Pert
Wirfs Tüchel auf die Erd'! (Sitzungsber. d. phil.-hist. Kl.  174. Bd. 2. Abb.)
kehrt Segen in sein Haus ein.
Der Umstand, daß diese Mitteilung von Zingerle stammt, gibt ihr die Glaubwürdigkeit, die man gern in Zweifel ziehen könnte.

Ebenfalls als gefährliches Gespenst gilt Perht in Virgen und Prägarten. Man schützt sich dort durch die drei Kreuze der heiligen drei Könige. Als einst in der Perhtennacht ein Knecht das Herannahen der Perht, die sich hier als blitzender Funke sehen ließ, in einem Hause ohne diese Kreuze beobachtete, erschien sie plötzlich und packte den Knecht; er aber zog schnell den Rock aus, der nun der Perht in den Händen blieb. Man fand ihn am anderen Tage draußen zerrissen. (Heyl 659.) Motiv der schnellen Fahrt. Daß an Stelle von Menschen deren hingeworfene Kleider zerrissen werden, wird oft berichtet.

In einem Hause in Virgen, wo sich ebenfalls die Kreuzzeichen nicht befanden, kam die Frau Perht in die Küche und warf dort einen eisernen Handschuh nieder, den niemand vom Fleck bringen konnte; nach einem Jahr nahm sie ihn wieder fort. (Ähnlich in Kärnten bei Kappold.) Anderseits aber bringt sie eine Kuh, die sie geraubt hat, nach einem Jahr wieder zurück. Sie hatte einen Kranz frischer Kirschblüten an den Hörnern, trotzdem es Drkgtag war. (Heyl 659, Prä­garten.) Motiv der fremden Blumen. Dasselbe von einem geraubten Kind  (Heyl 660).   Motiv der Entführung.

Auch in den deutschen Gemeinden der Veroneser Berge lebt Perht als grausiges Schreckbild fort  (Heyl 719).

In Lusern, einer deutschen Sprachinsel bei Caldonazzo (J. Bacher, S. 70), kennt man die perchtega, auch pertega. Beim Donnern sagt man, sie spüle ihre Fässer, auch bewahrt sie die ungeborenen Kinder am sonnigen Bergabhang in Wasserkufen auf. Eine andere Rolle legt man ihr nicht bei. Sie ist also hier ganz zum Vegetationsdämon geworden, wie auch bei den umwohnenden Romanen (s. u.), durch die auch die Namensform beeinflußt sein dürfte.

Als Einzeldämon erscheint Perht bei Alpenburg, S, 46: als uraltes Mütterchen geht sie zu Gömachten mit der Schnelligkeit des Wolkenschattens über Berg und Tal. Motiv der schnellen Fahrt. Freundlich zeigt sie sich in einer Sage aus Alpach (Zgl., SM. 410), wo sie als steinaltes Weib am Gömachtabend einem spielenden Kind einen verrosteten Vierer schenkt, der dem Hause reichen Segen bringt (Wunschding). Im Süden hat Perht mehr den Charakter eines Vegdäm. Bei Lusarn wohnt sie in einer Höhle mit lauter kleinen Kindern. Wer eines haben will, holt es sich dort (Heyl 719). In Virgen zeigt sie auch riesische Natur, wenn sie in der Drkgnacht eine Lawine lostritt, die übermütige heimkehrende Burschen verschüttet (Heyl 746).

Aus Tirol haben wir auch zwei mhd. Belege. Der Tiroler Thomas Vintler polemisiert in seinen ,pluemen der tugend' (ed. Zingerle ,Ält. tir. Dichter', Bd. I 1874), ged. 1411 gegen den Aberglauben:

    ,und etleich glauben an die frawn
   die do haisset Precht mit der eysnern nas'.

Das Motiv der auffallenden Nase.
Aus Tirol oder den Grenzländern stammt wohl auch das Gedicht ,Von Berhten mit der langen nas(e)' V. d. Hagen, Ges. Ab. III, S. 33 f., dazu Einleitung, S. VIII f. Älteste Hs. in Wien n. 119 (Ambras 428), im Jahre 1393 geschrieben, ferner in der Innsbrucker Abschrift 1456 und der Dresdner Hs. n. 68, 1447. Der Text ist nach der Dresdner Hs. gegeben. Das Gedicht enthält das bekannte novellistische Motiv der Aufdeckung eines Liebesabenteuers der Mutter durch eine naive Warnung eines Kindes. Dazu gibt hier Veranlassung der Befehl des Vaters, nach wihen nehten aht tage, den man da heizet eben wihe: V. 23

    ,Ir sült vast ezzen, das ist mi bette,

    daz iuch Berht(e) niht trete
Auf die Frage, was Perht sei, antwortet der Vater: V. 29

....   ,daz sag' ich dir,
du solt ez wol gelouben mir.

Ez ist so griulich getan,

daz ich dir's niht gesagen kan,

Wan, wer des vergizzet,

daz er niht vast izzet

uf den kumt ez unt trit in'.

Die Alpnatur ist deutlich betont; das Vielessen als abhaltendes Mittel begegnet uns noch später.

In Tirol haben wir demnach: Perht als Kinderseelenführerin mit Beziehung zur wilden Jagd, als Spinnstubenfrau, Einzeldämon mit Hervorhebung der schädlichen Seite, besonders als Druckgeist, endlich als Vegdäm. Die Namensformen bieten nichts Auffallendes.

Speiseopfer.
Das Speiseopfer für Perht zeigt verschiedene Formen. So läßt man im Pustertal und in Alpach am Drkgabend das Übriggebliebene vom Nachtessen für Perht; im Pustertal vorzüglich Krapfen. Meist wird dieser Brauch als alt bezeichnet und der Unglaube bitter bestraft. Auch in Tiers blieben in den Rauchnächten Krapfenschüsseln für Perht oder Gstampa stehen. In Villnös bei Bozen wird der Perht oder Stamp Essen aufs Hausdach in der Drkgnacht gestellt: Kücheln, Nudeln, gekochte Eier etc. Am Morgen war immer alles weg (Heyl 151 n. 1). Ahnlich wurden auch im Achental am Vorabend des Drkgfestes Nudeln aufs Hausdach gelegt ohne ausdrückliche Beziehung auf Perht (Ost, Bl. f. Lit. u. Kunst 1854, Zgl., S. S. 72). Das könnte auch ein direktes Seelen- oder Sturmopfer sein. Es bekommt ja an diesem Abend in Tirol auch das Feuer einen Löffel voll von allen Gerichten (Zgl., SM. S. 411).

Mit Maria wird das Speiseopfer in Beziehung gebracht in dem Brauch bei Zgl., S. S. 122 (ohne Ortsangabe), wornach es alte Gepflogenheit sei, am Christabend eine große Schüssel voll Milch aufzusetzen und die Löffel um sie im Kreis zu legen. Wenn man aus der Mette zurückkehrt, finden sich ein oder zwei Löffel nicht an ihrer Stelle und deren Besitzer wird im kommenden Jahre etwas Besonderes zustoßen, weil Maria mit dem Christuskind damit gegessen hat. Ein Mann, der diese beiden belauschte, wurde auf Lebensdauer blind. Hier haben wir deutlich Vertretung der Perht durch Maria. Das Neujahrsorakel erinnert an einen ähnlichen Brauch in der Steiermark (s. d.).

Der Perhtenlauf.
Tirol ist neben Salzburg das klassische Land des Perhtenlaufes. Lebendig war dieser Brauch um 1850 noch im Pustertal, besonders Lienz und Umgebung, im Vintschgau und in und um Kitzbühel (Alp., S. 50). Zing. und Alp. berichten auch von einem Perht(e)spiel in und um Lienz, das aber schon zu ihrer Zeit ausgestorben war.
Alpenburg beschreibt den Perhtenlauf in Lienz folgendermaßen: Hier bilden diese Spielaufzüge noch ein Durcheinander von Riesen, Hexen, Schatten-Huttlern, wilden Männern u. dgl. Küstige Burschen verlarven sich auf mannigfache Art oder malen sich ihre Gesichter, umhängen sich mit Kuhglocken und Ziegenschellen, ziehen lärmend und tosend in bekannte Häuser, tanzen hier, trinken dort und wer allzu neugierig oder gehaßt ist, kann erleben, mitten im Winter ein kaltes Bad im Brunnentrog zu nehmen. Solch wildes Kennen geht von Dorf zu Dorf und zur Stadt, mehrt sich, durchfährt die winterlichen Gegenden mit Geknall und Juhuhu, wie das wilde Heer, bis die Aveglocken Stillstand und Ruhe gebieten.

Genauer das für den Perhtenlauf Charakteristische hervorhebend, beschreibt Zingerle, S. S 88 den Umzug: ,Am letzten Faschingsabend war früher der Perhtenlauf üblich. Es war eine Art Maskenzug. Die Vermummten hießen Perhten. Man unterschied schöne und schleche Perhten. Erstere waren schön gekleidet, mit Bändern, Borten und ähnlichem geschmückt; letztere zogen sich so häßlich als möglich an, behängten sich mit Mäusen, Ratten, Ketten und Schellen. Alle Perhten trugen Stöcke. Die der schönen waren mit bunten Bändern geziert, die der häßlichen endeten aber in einen Teufelskopf. So ausgestattet sprangen und liefen die Perhten über die Gassen und kamen auch in die Häuser. Unter den schlechen Perhten war auch ein Aschenschütz, der den Leuten mit einer Windbüchse Asche und Ruß ins Gesicht schoß. Die schönen Perhten teilen manchmal Geschenke aus. So zog es laut und fröhlich her, wenn die wilde Perht nicht selbst darunter kam. Mischte sich dieses Gespenst darunter, so war das Spiel gefährlich. Die Anwesenheit der Perht erkannte man, wenn die Perhten ganz wild und rasend tobten und über den Brunnenstock hinaus sprangen. In diesem Falle liefen die Perhten bald voll Furcht auseinander und suchten das nächste beste Haus zu erreichen. Denn sobald einer innerhalb einer Dachtraufe war, konnte ihnen die Wilde nichts mehr anhaben. Im anderen Falle zerriß sie jene, deren sie habhaft werden konnte. Noch heutzutage bezeichnet man Stätten, an denen von der wilden Perht zerrissene Perhten liegen.   (Bei Lienz.)
Diese Schilderung ist, wie schon bemerkt, spezieller als die bei Alpenburg, der mehr einen der üblichen Faschingsumzüge beschreibt als das Perhtenlaufen im besonderen. Wo sich die Berichte widersprechen, ist Zgl. der Vorzug zu geben; so darin, daß das Perhtenlaufen am Abend stattfindet, übrigens könnte es sich hier um örtliche Verschiedenheiten in der Umgebung von Lienz handeln.
Zu beachten ist die Unterscheidung der zwei Klassen von Teilnehmern bei Zgl. und ihr Kostüm, besonders das Behängen mit Tieren; ferner der Aschenschütz und der von Alpenb. erwähnte Wasserritus.Angeknüpft an diesen Brauch ist der Mythus vom Erscheinen des Dämons selbst unter den Masken, die nach dieser mythischen Erzählung mimische Darsteller des Dämons und seiner Begleitung zu sein scheinen. Bemerkenswert ist die ekstatische Verzückung der Teilnehmer, die das Erscheinen des Dämons hervorruft.
Das Überspringen des Brunnens gehört in Virgen zum gewöhnlichen Brauche, weshalb dieser dort Perhtelspringen heißt. (Bei Lienz.) Auch hier wird das Motiv vom Erscheinen des Dämons erzählt (Heyl 755 n. 21). Es handelt sich offenbar um einen Regenzauber.

Daß der Hausbereich, der sich bis zum Ende der weitvorspringenden Dachtraufen erstreckt, der Macht dämonischer Wesen entrückt ist, ist in Tirol allgemeiner Glaube. So dürfen die Mädchen in Villnös, die in der Drkgnacht mit den Kücheln ums Haus laufen und diese dann nach hinten werfen, um ihren Bräutigam zu sehen, keinen Schritt aus der Dachtraufe hervortreten, sonst verfallen sie der Gewalt der bösen Mächte. Ähnlich im Sarntal (Heyl 751 n. 3, 752 n. 6). Auch die vom Bauer aus dem Hause vertriebenen Orgen flüchten nur bis zur Dachtraufe, dort setzen sie sich zur Wehr (Zgl. n. 98, Sph. II 73). Der schützende Hausbereich ist auch sonst bekannt, vgl. Sph. I 61, 197 II 74.

Begangen wird der Brauch in der Faschingszeit, aber Schöpf, Tl. S. 37/38 bezeugt ein ,bergtlspringen' in Oberlienz um Weihnachten, ebenso in Virgen (Heyl 755. 21).Auch in Fieberbrunn bei Kitzbühel ,laufen alle Jahre um Drkg. die Perhten; sie sind gekleidet wie häßliche Tiere und haben Bockshörner auf und große Schellen an' (Zgl. « hei Andree-Eysn, S. 7).
Unklar ist es, wie es sich mit dem erwähnten Perht(e)spiel verhält.

Zgl., ZfDM. III (1855, S. 203—205) sagt hierüber:
,Mit dem Perhtellaufen nicht zu verwechseln ist das Perht(e)spiel, das früher auch in und um Lienz vorkam, nun aber verboten ist. Das war gar ein großes, schönes Spiel und wohl 60 Leute spielten mit. Da mußten wilde und schöne Perhteln sein. Jene waren den Menschen feind, diese gar herrlich angelegt (angekleidet) und den Menschen hold. Auf dies Spiel Bezügliches soll später folgen.
Ist diese versprochene Mitteilung nun die in den ,Sitten' 1857 vorliegende (S. 88 n. 693), oben zitierte Beschreibung des Perhtenlaufes, wo ebenfalls die genannten zwei Klassen vorkommen, und dieser mit dem Perhtspiel ident? Dem widerspricht aber Zgl., ZfDM. selbst, auch Alp., S. 50 erwähnt: ,In Lienz soll noch ein aufgeschriebenes Perhtspiel vorhanden sein/

 

2. Die Stampe.

Ein Wesen, das nur in Tirol und Südbayern bekannt ist und mit Perht vielfach dieselben Züge aufweist, daher vom Volk auch mit ihr identifiziert wird, ist die Stampe.

Schon das mhd. Gedicht ,Von Berhten mit der langen nas' zeigt in der ältesten Hs. in Wien und deren Innsbrucker Abschrift überall: die stemp statt Perht (V. d. Hagen, Oesab. III, S. XVIII f.). Auch im heutigen Volksglauben ist sie bekannt.

Als Kinderseelenführerin erscheint sie unter den Namen die Gstampa in Wälschnoven (Unteres Eisacktal). Dort zog sie einmal mit aufgelösten Haaren, begleitet von etlichen Hündlein samt ihrer Kinderschar am Drkgabend bei einem Bauernhause vorbei. Als der Bauernsohn, trotzdem es nach dem Betläuten war, sie belauschen wollte, warf sie ihm ihr Beil in den Körper, befreite ihn aber nach einem Jahr. (Das eingeschlagene Beil.) (Heyl 429 n. 118.) Bei den Koggelbergern, den Leuten im Eggental (Unt. Eisack, linkes Ufer), gilt die Gstampa (nach Heyl n. 118 dasselbe Wesen, das anderswo Berchta, Berchtl oder auch kurzweg Weibele oder gar ,s'längnosate Weibele' genannt wird)   als ganz gewaltiges Unkatl, gleich der Trute, ungestaltig, langnasig und hinkend und über Maßen gefürchtet. Sie reitet mit der wilden Jagd, aber immer hinterdrein und verfolgt jeden Begegnenden. Erreicht dieser die Dachtraufe eines Hauses, aus dem Rauch aufzieht, und läuft er dreimal laut schreiend innerhalb der Traufe ums Haus, so ist er sicher (Hey], S. 429 n. 118).   Schützender Hausbereich, lange Nase.

Da die Gstampa immer eine Kette trägt, hört man sie weither klappern. Sie rumort im Haus und im Feld umher, sitzt auch hie und da zu oberst in einer Kammer, ist also zu einem Hausgeist geworden. Wer sie verfolgt oder ihr nur nachspäht, den drückt sie in die Wände. Besonders heftig ist ihr Auftreten am Drkgtag und dessen Vorabend. Da wagt man nur in eine Mohnstampfe zu husten.Einen ähnlichen gefährlichen Charakter zeigt die Gstampe auch in Afers (oberer Eisack). Hier ist sie aber unsichtbar und äußert sich nur durch entsetzliches Pfeifen und Winseln, daß man Hören und Sehen verliert, besonders in den drei Kahnächten (vor Wim., Nj., Drkg.). Auch hier kennt man den schützenden Hausbereich und das Husten in den Mohnstampf. Ein Bauer hatte gegen sie sogar einen Kalbskopf am Firstbalken seines Stadels hängen (Heyl, S. 165 n. 75).

In Taufers (Pustertal) hat früher Stampe eine so große Rolle gespielt, daß nach einer Eingabe des Pfarrers an das erzbischöfliche Konsistorium in Brixen im Jahre 1756 eine Vesper und ein Amt zu Drkg. gegen die Nachstellungen der Stampe gestiftet waren, die Stampervesper, beziehungsweise -amt hießen. Auch gab es dort 1760 einen Stampacker neben einer Perhtwiese. Noch heute wissen die Leute, daß die Stampe Leute ,ruckt' und in jedem Hause, das infolge dreier Haustüren einen Kreuzgang hat, muß in der heiligen Nacht geratscht werden, damit die Stampe oder die Perht nicht schade. Besonders gefährlich ist die Stampe in der TTttenheimer Aue (Heyl, S. 660 n. 136).

Ein anderes Gebiet des Glaubens an Stampe ist die Gegend von Nassereith, unterhalb des Fernpasses (vgl. Zgl., SM. S. 18 f.). Sie raubt Kinder und Wöchnerinnen und muß daran durch scharfe Wachsamkeit verhindert werden. Von ihr zeigt sich gewöhnlich nur ihr Roßkopf, mit dem sie häufig durchs Fenster in die Stube schaut. Einmal erblickte sie ein allein spielendes Kind, das sie mit sich fortnahm. Sie mußte es aber in dem Orte liegen lassen, wo man das Wasser ausgeschüttet hatte, worin das Kind nach der Taufe gebadet worden war. Sie verliert überhaupt durch das Taufwasser ihre Gewalt. Sie erscheint auch oft als gespenstiges Weib mit Menschenantlitz, aber mit auffallend langer Nase. So schaute sie einmal einem Schuster, der noch spät abends arbeitete, in die' Stube herein und fragte: ,Schuster, wie gefällt dir meine lange Nase?' Der zeigte ihr aber einen Leisten und sprach: ,Stampe, wie gefällt dir mein Leisten?' Da verschwand sie. Motiv vom Schusterleisten. Sie geht vorzüglich um Weihnachten um.
Über Stampe bei Partenkirchen siehe Bayern
(unten).

Änderen Charakter zeigt die Stampe in den deutschen Sprachinseln Siidtirols. Zgl. teilt Zsch. f. dsch. Phil. IV 1873, S. 83, eine Sage aus dem Fersental mit:
Stampe entführt ein junges, schönes Mädchen; als dieses in der Höhle das fürchterliche wilde Weib sieht, fängt es zu weinen an. Stampe sucht es zu beruhigen, indem sie sich als Großmutter ausgibt, und es entwickelt sich ein Zwiegespräch, dessen Ähnlichkeit mit dem Rotkäppchenmärchen (KHM I 142) auffällt. Ich setze es daher ganz hieher:
,Aber Kuna (Großmutter), wia hosch du sou dicke hör ?' ,Isch vö der nöcht.' ,Aber Nuna, wia hosch du sou lange zahn?' ,Isch vom Stuppenzanken (Werg zupfen).' ,Aber Nuna, wia hosch du sou longe zeach'n?' ,!sch vom Lackentatschen (Wasserpatschen).' ,lSTuna, i bin hungerü' ,Schau im kost'n; sein vogelzungen drin.' ,Nuna, i kon net auf tun.' ,Treibs swübel, mein kinn!' (Holzschlüssel.)
Etwas Ähnliches, ebenfalls bei den Moccheni, den Bewohnern des deutschen Fersentales. (Zgl. Schilderungen aus Tirol, S. 102 f., II. Bd. bei Sph. II 98 f.): Eines Tages sah die Stempa ein gar schönes Kind bei einem Brunnenhause, lockte und entführte es in ihre Höhle. Dort band sie es heimlich an einem Fuße mit einem ihrer Haare fest, das so dick wie ein Wäscheseil war, und ließ es ins Freie. Das Kind wollte davon laufen, konnte aber nicht wegen der Fessel. Endlich fiel ihm ein, daß es einen Schnepper (Taschenmesser) bei sich habe, nahm ihn, schnitt mit vieler Mühe das Haar ab und hing es, damit die Stempa nichts merke, an eine Stange. Dann floh es nach Hause und legte sich ins Bett zwischen Vater und Mutter, auch das Kätzchen kroch herein. Das war des Mädchens Glück, denn bald rückte die Stempa an, es wieder zu holen; als sie aber die Katze sah, schrie sie wild auf:
wärst du nicht, wo du bist, hätt ich dich zu Laub und Staub ge­stampft.
Dann lief sie brummend wie ein Bär davon. Die Folgerungen, die Laistner a. a. 0. an das Haar der Stempa und das Messer knüpft, sind falsch. Hier handelt es sich um ein rein novellistisches Erzählungsmotiv zur Ausführung des Riesischen in der Gestalt der Stempa; daher kann dies nicht  Gegenstand  mythischer  Erklärung  sein.

Dagegen ist die Vorstellung von der Katze als dämonenscheuchendes Tier (apothropäisches Tier) mythisch. Hieher gehört die zweite Stempasage, die Laistner aus Zgl. Schild. II 104 anführt: eine Magd hält sich die Stempa dadurch vom Leibe, daß sie ihr die Danaidenaufgabe erteilt, Wasser im Siebe zu tragen. Da die Magd unvor­sichtigerweise lacht, will sie die Stempa zerreißen, da aber ihr eine Katze entgegenkommt, muß sie abziehen. Über diese Vorstellung handelt Laistner, Sph.  II 19 f.

Von der Stempa als Nüssedieb geht folgende Sage (Zgl. a. a. O., S.105, Sph. II 325): Die Moccheni ärgerten sich, daß die Stempa ihnen die Nüsse von den Bäumen stahl. Während sie unter einem Baume schlief, trennten sie an ihrem Sack den Boden auf. Als sie erwachte, rief sie ihren Mann, den Parlör (Schwätzer ital. parliere), hieß ihn auf den Baum steigen und Nüsse schlagen, die sie in den Sack tat. Der aber wollte nicht voll werden. Endlich stieg Parlör herunter, entdeckte den Schaden und gab im Ärger seiner Frau eine Maulschelle. Darüber erhoben die heimlich zuschauenden Bauern ein Gelächter und das verdroß die zwei Wildleute so, daß sie auf den Fennisberg entflohen und sich nie wieder sehen ließen.  Hier ist Stempa ganz zur Vegdäm. geworden.

Speiseopfer. Wie Perht erhält auch Stampe Speiseopfer; oft heißt es geradezu, diese würde der Perht oder der Stampe dargebracht. So stellt man ihr in Gummer und Eggen Schüsseln voll Kücheln ins Fenster — während der Drkgnacht— damit sie guter Laune bleibe. In Wälschnoven bereitet man am Drkgabend der Gstampa gar ein eigenes Gericht: die Gstampanudeln, viereckige, plattgedrückte, kleine Nudeln. Diese trägt man ihr und ihren Kindern auf, nebst drei anderen Dingen, die nicht blühen, die auch als die drei weißen Gaben bezeichnet werden: Eier, Butter und Salz. Wie Laistner Sph. zeigt, ist dieser Brauch als apothropäisches Mittel gegen den Alp vielfach belegt. Ebenso werden die drei weißen Gaben in Wälschnoven selbst gegen die Trute hergerichtet. Nimmt die Gstampa von den Nudeln nichts, ist es ein böses Zeichen. Die Nacht heißt daher die Gstampanacht (Heyl 751 n. 8). Das Opfer in Tiers wird, wie schon erwähnt, der Perht oder der Gstampa dargebracht.

Nach den vorliegenden Zeugnissen können wir drei Gebiete der Stampe unterscheiden: Nordtirol und Südbayern; Deutsch-Südtirol; Welsch-Südtirol.Die Namensform (die richtige ist (G)Stamp(s), (G)-Stemp(s); das a in Stampa usf. bei Zingerle und Heyl, der auch Berhta schreibt, ist wohl literarisch, mit möglicher Ausnahme im Gebiete 3) ist auf obdsch. Boden auffallend. Jedenfalls gehört das Wort zu stampfen, zeigt aber unverschobenen Laut. Eine Reihe ähnlicher Worte der bayr. Ma. verzeichnet Schm. BW. II, 758 f. Eine hinreichende Erklärung dieser Formen ist meines Wissens noch nicht gegeben worden. Am ehesten ist an Entlehnung aus dem benachbarten romanischen (ital. und lad.) Sprachgebiet zu denken, doch vermochte ich dort dem Namen Stampa bei dem Mangel der Hilfsmittel nicht nachzugehen. (Bei Pallioppi Wb. II, S. 28 heißt der Alp im Engadin dischöl, Stampa nicht verzeichnet, vgl. 1, S. 764.)Eine zweite unverständliche Namensform ist Sanga (Zgl., S. S. 465)  (zu lad. sang Blut ? Pall. 633).

Der Name der Stampe führt uns auf ihr ursprüngliches Wesen: sie ist der stampfende Druckgeist, wie die md. Trempe der trampelnde. (Vgl. das Martinsgestämpe, ein Geisterzug mit demselben Sagengehalt wie Perht, Zgl., SM. 464/465, nach Sph. II 410.)   Dazu stimmen die angeführten Sagen und Bräuche. Ihr Schrecken erregendes, gefährliches Auftreten, das Rauben der Kinder etc. stimmt alles zu einem Druckgeiste, der zu einem selbständigen Dämon geworden ist. Ihre frühzeitig belegte Vermischung mit Perht ist leicht erklärlich aus der Gleichheit ihres Ursprunges (Seelenglauben), Umgangs-, beziehungsweise Tätigkeitszeit usw. Im Süden ist Stampe ebenso wie Pehrt mehr zu einem Vegdäm. geworden.

3. Die angebliche Königin der saligen Fräulein Hulda scheint eine Erfindung Hammerles zu sein (S. 8 f.). Von ihm übernahmen sie Alpenburg und Zingerle. Sonst unbekannt. Ebenso haltlos sind die übrigen Spuren des Holdaglaubens in Tirol, die Zgl. ZfDM. III aufdecken zu können glaubte.

Zurück