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WAS IST HENOCHISCHE
MAGIE? ©Copyright
Boudicca's Bard, 1996
Die henochische Magie wurde von John
Dee erfunden oder ihm enthüllt
(nehmt, was Ihr wollt), dem königlichen Astrologen der Königin Elizabeth
I. Neben vielen weitern Dingen war er auch Mathematiker und Astronom. Er interessierte
sich für die Kristallschau (Hellsehen), stellte aber fest, daß er nicht
sehr gut darin war. Er bildete eine Partnerschaft mit einem Edward Talbott, welcher
seinen Namen zu Edward Kelly veränderte und seinerseits ein sehr guter Hellseher
war - oder zumindest in der Lage, Dee davon zu überzeugen. Im Zuge ihrer Experimente
erhielten sie Übermittlungen von Wesen, welche sie für Engel hielten.
Diese Übermittlungen war zumeist in einer unbekannten Sprache, die fremde Buchstaben
verwendete. Dee und Kelly nannten es das Engelsalphabet. Sie erhielten (oder erfanden)
ein Schema des Universums, in welchem die vier Richtungen aus vier Wachtürmen
bestehen, von welchen jeder durch Geister oder die Tafel der
Vereinigung mit einem der vier alten Elemente korrespondiert.
Umgekehrt sind die Wachtürme von dreißig Äthyren
oder Existenzebenen umgeben. Dee und Kelly erhielten Instruktionen, um Engel von
den verschiedenen Teilen der Wachtürme zu rufen und für Reisen (mittels
Astralprojektion) zu den unterschiedlichen Äthyren. Das System wurde vom Golden
Dawn übernommen, der es wahrscheinlich als henochisch
benannte nach dem biblischen Patriarchen, von dem man sagte, er spreche mit den
Engeln. Der Golden Dawn fügte Beziehungen zur Kabalah und dem Tierkreis hinzu
und motzte es ein bißchen auf. Ein junger Einzelgänger im Golden Dawn
namens Aleister Crowley arbeitete noch weiter an den Beziehungen und vollführte
eine Menge seiner frühen Arbeiten in diesem System. Ich habe keinen Bewis dafür
gefunden, daß die henochische Sprache bereits vor John Dee existierte, auch
wenn es Leute gibt, die Euch werden glauben machen wollen, daß es sich dabei
um eine alte Sprache handelt, die sogar aus Zeiten noch vor dem alten Ägypten
stammt. Es ist ein stichhaltiges System, mit welchem man gute Resultate erzielen
kann und das den Vorteil hat, keinen christlichen Ballast mit sich herumzutragen
(es sei denn, Ihr kauft ihnen all den Engel-Unsinn ab). Es gibt in diesem System keine
traditionellen biblischen Namen, in der Tat sehen all diese Namen, denen man begegnet
und die man für Formeln ausdenkt, wie Kauderwelsch aus und klingen wie mystische Inkantationen, ohne irgendeine inhaltliche Bedeutung zu
haben. Ich denke, daß genau darin die Macht des henochischen Systems liegt.
Die Worte, die man spricht, HABEN KEINE BEDEUTUNG außerhalb des Systems, also
können sie keine Bedeutungen oder vorgefaßten Meinungen enthalten. Man
kann sie mit Macht erfüllen, und das ist dann alles, was da ist. Auf dieselbe
Weise könnte man sein eigenes, mit zuvor unbekannten Worten und Symbolen reichlich
ausgestattetes System erfinden; ich bin der Ansicht, daß es sich bei einem
solchen um das bei weitem beste handelt, es sei denn, man braucht eine Autorität, die einem sagt, daß ein System wertvoll ist,
bevor man daran glauben kann.
Wenn sich jemand dafür interessiert,
mehr über das Henochische System in der vom Golden Dawn und von Crowley modifizierten
Form zu erfahren ( das Dee-System selbst ist ziemlich dünn), empfehle ich Enochian Magic: A Practical
Manual und An Advanced Guide to Enochian Magic, beide von Gerald Schueler und/oder The Enochian World of Aleister
Crowley von Christopher Hyatt
- sein Coautor möge entschuldigen, daß ich seinen Namen vergessen habe.
Nebenbei, um mich auf ein anderes Gespräch zu beziehen
- die Bücher von Gerald Schueler werden von Llewellyn herausgebracht. Es ist
absolut närrisch, irgendein Buch aufgrund des Verlages, in welchem es erscheint,
zu verurteilen. Llewellyn veröffentlicht, wie jedes andere Verlagshaus auch,
eine AUSGEDEHNTE Auswahl von Büchern einer AUSGEDEHNTEN Auswahl von Autoren,
und bei einigen ist man verpflichtet, ihnen nicht zuzustimmen.
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